Klassik Radio liegt dieses Thema besonders am Herzen, denn es steht nicht gut um das aktive Musikleben
vieler Kinder in unserem Land. Deshalb wollen wir auf dieser Seite über verschiedene Ansatzpunkte und Möglichkeiten zum Thema "Klassik für Kinder" informieren.
Musikkindergarten Hamburg
Jeder Musiker hat klein angefangen – in Kinderkrippen,
Kindergärten oder Musikzentren – mancher mit einem Baumstamm oder einem
Kochtopf. Auch muss man nicht gleich singen können, um Musik zu erleben oder
ein Instrument zu lernen.
Viele Einrichtungen setzten jetzt immer mehr auf die
musikalische Früherziehung, so auch der neu von Klassik Radio Moderatorin Maria
Willer gegründete
Musikkindergarten Hamburg.
Dieser will Musik als Botenstoff für Bildung und die emotionale Entwicklung
der Kinder auf vielen Ebenen nutzen: Hören und Wiedergeben fördert die
Sprachentwicklung; Rhythmus und Bewegung schult die motorische Koordination und
die Wahrnehmung von Raum-/ Zeitprozessen; Erlebnisse mit Klang und Akustik
führen zu den Naturwissenschaften hin; gemeinsames Musizieren fördert die
Selbstwahrnehmung im Kontakt mit den anderen und steigert die soziale Kompetenz,
dazu beinhaltet es erste Erfahrungen mit Zahlen und Strukturen.
Konzeptionell orientiert sich der Hamburger Musikkindergarten an einer
Initiative des Dirigenten Daniel Barenboim. Der Musikkindergarten Berlin
arbeitet seit 2005 in Kooperation mit der Staatskapelle Berlin und der
Staatsoper Unter den Linden.
Die Kinder verbringen den Tag sowohl in ihrer Bezugsgruppe
als
auch im offenen Gruppenleben mit den anderen Kindern der Einrichtung.
So kann sich jedes Kind dem eigenen Tempo und den individuellen
Möglichkeiten entsprechend orientieren, ausprobieren und entwickeln.
Einmal pro Woche kommen Musiker aus der Hamburgischen
Staatsoper zu Besuch, um mit den Kindern Musik erlebbar zu machen: Gemeinsam
erforschen sie mit den Kindern das musikalische "Spielzeug"und singen.
Musikfestival "Klassik für Kinder"
Auch öffnen Konzertveranstalter und Theaterhäuser Kindern die Tore zur
Musik: In fast jedem deutschen Theater werden mittlerweile Vorstellungen
speziell für Kinder angeboten.
In Leipzig findet vom 25. bis 27. September 2009 zum vierten Mal das
Musikfestival
"Klassik für Kinder"
statt. Kinder sollen dort für die klassische Musik begeistert werden,
indem sie Konzerte besuchen und Profimusiker treffen. Außerdem soll
ihnen eine
Möglichkeit geben werden, das einfache Zuhören als Erlebnis kennen und schätzen zu
lernen. So will man die Kinder neugierig auf den großen Schatz der abendländischen Musikkultur machen.
Darüber hinaus können junge Talente, die bereits selber
komponieren, hier ein Podium zur Aufführung ihrer Werke finden.
Auf dem Programm stehen Werke von Rimski Korsakow, Joseph Haydn
und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Nebenbei wird auch noch der Workshop "Kinder dirigieren" angeboten.
Kinder- und Musiktheater Andreas Haas
2001 erhielt
Andreas Haas von
seiner Heimatgemeinde Much den Auftrag, ein Konzert mit klassischer Musik für
Kinder zu konzipieren. So entstand das Musiktheaterstück "Wie Timmy Lust
auf Musik bekam
", welches er seither mit
großem Erfolg an Grundschulen und in Konzertsälen aufführt.
Seit Herbst
2008 ist Andreas Haas Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung "Kinder brauchen Musik".
Stiftung "Kinder brauchen Musik"
Es steht nicht gut um das aktive Musikleben
vieler Kinder in unserem Land. Viele Erwachsene sind gefordert, das zu ändern.
Kinderlieder-Komponist Rolf Zuckowski und seine Frau setzten sich mit ihrer Stiftung "Kinder brauchen Musik" dafür ein, dass auch Kinder
in benachteiligten sozialen Lebensverhältnissen aktiv Musik machen und erleben
können, denn die Musikförderung bei Kindern dient nicht nur ihren
musikalischen Talenten, sie stärkt ihre Persönlichkeit, ihre Kreativität, ihre
Lernfreude und ihre sozialen Fähigkeiten.
Die Stiftung "
Kinder brauchen Musik" fördert vor allem ganzheitliche
Projekte, in denen Musik zum Beispiel mit Theater und Bewegung kombiniert werden.
Das klingende Museum
Das Klingende Museum ist das erste und einzige Museum, in dem die kleinen Besucher
alle Instrumente ausprobieren, anfassen und spielen
können. Während der speziell entwickelten Programme haben Kinder
die Gelegenheit, die Faszination Musik kennen zu lernen und zu erfahren, wie
Instrumente funktionieren und wie man sie spielt.
Der Dirigent Gerd Albrecht initiierte 1989 in Hamburg das erste Klingende
Museum. Seitdem haben unzählige Schulklassen und Kindergruppen erfahren, wie lebendig und anregend Musik machen sein kann.
Das
Klingende Museum ermöglicht jedem Kind den Zugang zur Musik, egal welchen
Alters und welcher Gesellschaftsschicht. Viele halten dort zum ersten Mal ein
Instrument in den Händen: Wie groß ist es, wie fühlt es sich an? Diesen ersten
körperlichen Erfahrungen folgt der erste Ton, den die Kinder dem Instrument
entlocken;
ein Erfolgserlebnis, das zum Weitermachen animiert. Nicht wenige der
kleinen Gäste haben durch das Klingende Museum ihren Zugang zur Musik
gefunden und beschlossen, ein Instrument zu lernen. Ein Weg, der ihnen viele
neue Möglichkeiten eröffnet und vor Allem Spaß macht.
In Berlin und Hamburg hat das Klingende Museum seine festen Standorte.
Das Klingendes Mobil ist ein bunter VW-Bus, beladen mit Musikinstrumenten aller
Instrumentengruppen.