Mit diesen Fragen im Gepäck mache ich mich auf die Reise, um mir ein eigenes Bild zu machen. Wir brechen in der Hauptstadt Rangun auf. Drei Tage lang werden wir durch das Irawadi-Delta reisen. Obwohl diese Region an die Hauptstadt grenzt, liegt sie doch ganz abgeschieden. Das Delta ist von einem wild verzweigten Kanalnetz durchzogen; befestigte Straßen gibt es schon bald nicht mehr. Ab jetzt sind wir mit dem Boot unterwegs. Die weiten Wege lassen viel Zeit für Gespräche mit den Mitarbeitern von AMURT, der lokalen Partnerorganisation der Kindernothilfe.
Sie berichten mir von der verheerenden Nacht im Mai 2008 als der Sturm das Wasser in das Land drückte. Es war dunkel, nachts um 11, als die Menschen merkten, dass sie sich in Sicherheit bringen müssen. Die leichten Bambushütten hielten dem Wind und Wasser nicht stand. Wer konnte, rettete sich in ein Kloster. Andere kletterten auf Bäume, hielten ihre Kinder umklammert und probierten die Nacht zu überstehen. Das Tageslicht brachte die bittere Realität zum Vorschein. Dort wo gerade noch das Dorf gestanden hatte, war einfach nichts mehr. Noch nicht einmal mehr das Material der Häuser konnte man finden. 180.000 Menschen starben in dieser Nacht in Birma. 400.000 Häuser wurden zerstört.
Eine Woche nach der Katastrophe beginnt Luis Uribe
von AMURT als einer der Ersten die Arbeit im Delta. „Ich kam eine Woche nach dem Zyklon in die Dörfer“, erzählt er. „Mein erster Eindruck war ganz schön hart. Unsere Aufgabe war es, Leichen zu bergen. Es waren hauptsächlich Kinder. Da haben wir entschieden, dass wir uns besser um die Kinder kümmern, die noch leben.“ Und so ist es geschehen. Nachdem AMURT durch die finanzielle Unterstützung der Kindernothilfe die Menschen mit dem Nötigsten versorgt hat, beginnt der Wiederaufbau. Von Häusern, Kindergärten und Schulen. „A childfriendly space“ – das ist das Motto für die Räume, die hier geschaffen werden. Ob Schule oder Kindergarten, es sind Orte, an dem die Kinder spielend lernen und sich ausdrücken können. An denen sie auch die traumatischen Erlebnisse der Sturmflut verarbeiten können.
Insgesamt fünf schon realisierte Projekte schauen wir uns während unserer Reise an. Jedes Mal werden wir in den Dörfern pompös empfangen. Mit Tanz und Gesang, beschenkt mit Blumen, Andenken und reichlich gedeckten Tafeln. Die Menschen hier sind arm. Sie arbeiten unglaublich hart, um ihre Leben bestreiten zu können. Und offerieren uns alles, was sie herbei schaffen konnten – es ist überwältigend! Die Schulen und Kindergärten die AMURT gebaut haben sind wunderschön. Helle und freundliche Orte. Und bei den Schulen sogar mit einer Doppelfunktion versehen. Denn sie sind so hoch und stabil gebaut, dass sie bei einer erneuten Naturkatastrophe als Zufluchtsort für das Dorf dienen können.
Wir bringen die frohe Botschaft mit uns, dass schon in
sechs Monaten die neue Schule fertig sein wird. Gebaut nach den katastrophensicheren Standards von AMURT. Sie wird fünf Klassenräume haben für die 1. bis 5. Klasse und eine Bibliothek. Ausgestattet mit ausreichend Tischen und Bänken für die 200 Schüler. Es wird Toiletten geben und eine Wasseraufarbeitungsanlage. Geplant ist auch das Außengelände zu bearbeiten, so dass die Kinder auf dem Schulhof gut spielen können. Darauf freut sich auch schon die 10-Jährige Phyo thandar htwe. „Die neue Schule wird viel besser sein als das Kloster. Ich werde dort mit meinen Freunden spielen können. Und wir werden Tische und Bänke haben.“ sagt mir das Mädchen, das später einmal Ärztin werden möchte. Und der Bürgermeister verspricht, dass das ganze Dorf mithelfen wird: „Wir sind zwar arm, aber wir können anpacken!“
Mein Fazit: Der Bau einer Schule im so schwer gebeutelten Birma ist die richtige Sache am richtigen Ort zur richtigen Zeit! Den Menschen dort liegt enorm viel daran, dass ihre Kinder gut aufwachsen und sie wissen, dass Bildung ein „Grundnahrungsmittel“ für die jüngsten ihrer Gesellschaft ist. Wir können also sicher sein, dass wir mit den Menschen, denen unsere Hilfe zu Gute kommen wird, an einem Strang ziehen. Ein ganz wichtiger Bestandteil für den Erfolg einer solchen Hilfsaktion. 100.000 Euro brauchen wir. Eigentlich gar nicht so viel, wenn man bedenkt, dass wir eine Schule bauen, die dazu auch noch Leben retten kann.
Das Spendenkonto:
Kindernothilfe
KD-Bank
eG
Kto.
400 300
BLZ
350 601 90
Stichwort: Klassik Radio
hilft!
IBAN-Nr.: DE66 3506 0190 0000 4003 00
BIC: GENODED1DKD
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