Überraschend persönlich, selbstkritisch und demütig

Merkel gesteht Fehler ein

überraschend-persönlich,-selbstkritisch-und-demütig © Fotolia_Orlando Bellini
„Der neue Ton der Kanzlerin“, „Ab heute mit Gefühl“ und „Merkel räumt Fehler ein“.
Persönlich wie selten und selbstkritisch wie selten und mit einiger Demut hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Mitverantwortung für das Wahldebakel in Berlin übernommen und Fehler in ihrer Flüchtlingspolitik eingestanden. Mit Formulierungen wie "Wir haben weiß Gott nicht alles richtig gemacht" geht die Kanzlerin einen Schritt auf ihre Kritiker zu: "Wenn ich könnte, würde ich die Zeit zurückdrehen", so Merkel. War das nun tatsächlich der Startschuss zur Versöhnung? Wie bewerten die deutschen Zeitungen Merkels Eingeständnis zur Mitverantwortung?
 
„Für einen machtgewohnten Politiker ist das ein großer Schritt. Für die CDU-Chefin ein noch größerer auf die CSU zu“, meint die BILD-Zeitung. „Ob das die zweifelnden Wähler überzeugt, wird sich zeigen. Es ist nicht sicher, ob man der plötzlich menschelnden Angela Merkel ihre Demut abnimmt. Der CSU jedoch sollte die gestrige Geste reichen, um Frieden mit der großen Parteischwester zu machen. Denn an einem gibt es nach dem Auftritt der CDU-Chefin eigentlich keinen Zweifel mehr: Angela Merkel will es wissen. Und noch einmal antreten.“

"Welch gespenstisches Bild", schreibt der MÜNCHNER MERKUR. "Die Kanzlerin tritt vor die Kameras und verliest eine Erklärung, dass 82 Prozent der Bevölkerung gegen ihren Kurs im wichtigsten Politikfeld sind. Dass der zentrale Leitsatz ihrer Politik 'eine Leerformel' sei. Dass ihre Regierung über Jahre hinweg Fehler gemacht habe, die nur durch ein Zurückdrehen der Zeit korrigierbar wären. Viel härter könnte nicht mal eine Rücktrittsrede ausfallen. Wie Angela Merkel ihre Flüchtlingspolitik bilanziert, wird zwar ihre schärfsten Kritiker nicht besänftigen. Aber denen, die nicht restlos mit ihr gebrochen haben, muss das Respekt abnötigen".

Die  FREIE PRESSE aus Chemnitz kommt zu einem anderen Schluss: "Gewiss, Merkels Fähigkeit, selbst in schwierigsten Krisensituationen nicht in Panik zu verfallen und kühlen Kopf zu bewahren, ist eine ihrer überragenden Stärken. Politik kann aber auch bedeuten, auf Emotionen und Stimmungen in der Bevölkerung zu reagieren. Jedoch hat Merkel den richtigen Zeitpunkt für ein solches Einlenken bereits verpasst. Bei vielen Wählern ist ihr Bonus aufgebraucht."


   

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