AM und die K-Frage

Klassik Radio Meinungssache

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Tritt Angela Merkel noch einmal als Kanzlerkandidatin der Union an oder nicht? Auch im ARD-Sommerinterview ließ die dienstälteste Regierungschefin der EU die K-Frage offen. Angeblich soll Sie im Frühjahr 2017 ihre Entscheidung verkünden. Die Pressestimmen.
Volksstimme

Ja, die Umfragewerte waren schon mal besser. Ebenso das Verhältnis zur CSU. Doch auch die Schwesterpartei wird anerkennen müssen, dass es zu Merkel keine Alternative gibt. Finanzminister Schäuble ist zu alt, von der Leyen und de Maiziére haben wenig überzeugt. Mehr Kandidaten gibt es nicht - über Jahre hinweg hat Merkel vielversprechende Rivalen ausgeschaltet. Das kommt ihr nun zugute: Selbst in einer vermeintlich schwächeren Phase wird die Union wohl auf sie setzen. Denn mit Merkel ist die Chance auf einen Wahlsieg noch immer am größten.

Nordsee-Zeitung

Für einen Abgesang ist es noch ein bisschen früh. Zum einen liegt Merkel bei der Kanzlerfrage weit vor ihrem möglichen Herausforderer Gabriel. Zum anderen zeichnet sich innerhalb der Union nicht ansatzweise eine Persönlichkeit ab, die ihr im Amt nachfolgen könnte. Und ein Detail sollten Merkels Kritiker in den eigenen Reihen vielleicht auch bedenken: 70 Prozent der Unionsanhänger wollen, dass sie weitermacht. Angesichts der Tatsache, dass die Leistung der Kanzlerin derzeit vor allem an ihrer Flüchtlingspolitik gemessen wird, ist das eine ganze Menge.

Heilbronner Stimme

Eine erneute Kanzlerkandidatur Merkels könnte gründlich in die Hose gehen. Nicht nur wegen der politischen Großwetterlage, sondern auch wegen der anhaltenden Querschüsse aus Bayern. Sollte Horst Seehofer ihr die Gefolgschaft verweigern, wonach es durchaus aussieht, ist Merkel blamiert, und die CDU steht vor einem politischen Scherbenhaufen.

Südwest Presse

Es darf bezweifelt werden, dass Merkel ihre Entscheidung, ob sie im Herbst 2017 nochmal antritt oder nicht, vom vorherigen Segen der bayerischen Schwester abhängig macht. Dass die CSU und ihr Vorsitzender Horst Seehofer dies die Republik gerne glauben machen möchte, dürfte dagegen näher an der Wahrheit liegen. Dem bayerischen Stammpublikum gefällt die Vorstellung, die Kanzlerin in der Hand zu haben, sicherlich ganz gut. Die CSU macht sich damit aber größer als sie ist.

Berliner Zeitung

Es ist wie stets: Die CSU bellt, ohne zu beißen. So greift sich die Union  selbst in die Speichen.  Es mag ja sein, dass ein anderer Kanzlerkandidat in der herrschenden Rechtsdrift bessere Wahlaussichten hätte. Die jüngsten (Un-)Beliebtheitswerte Merkels legen diesen Verdacht  nahe. Nur fehlt Seehofer für einen Putsch und  eine eigene Kandidatur offenbar der Mumm. Indem die CSU die CDU nun gleichwohl zwingt, die Entscheidung über die Kandidatur zu verschieben, forciert sie unnötige Personaldebatten und schwächt so die Union ebenso wie deren Vorzeigefrau. Nichts ist im Wahlkampf so tödlich wie eine fehlende Bindung zwischen Partei und Kandidat. Der Schaden tritt ein, ohne dass ein Nutzen erkennbar würde. Die  Bürger werden animiert, jene Merkel noch schlechter zu finden, mit der man  schließlich doch ins Rennen gehen muss. Das ist dumm.

Westfalen Blatt

Unter Druck setzen lässt sich die CDU-Vorsitzende dabei von niemandem – weder vom plötzlich deutlich um Distanz bemühten Koalitionspartner SPD noch vom tapfer Distanz haltenden CSU-Chef Horst Seehofer.  Je länger Merkel schweigt, desto schwerer würde es für die Union, im Falle ihres Verzichts einen anderen Kanzlerkandidaten aufzubauen. Viel wichtiger jedoch: Ein parteiinterner Herausforderer ist weit und breit nicht in Sicht. Trotz ihrer Flüchtlingspolitik und auch ohne persönliche Bestwerte in den Umfragen ist Angela Merkel für die CDU/CSU immer noch erschreckend alternativlos.

Mittelbayerische Zeitung

Merkels Chancen für ihre mittlerweile vierte Kanzlerkandidatur ist auch davon abhängig, ob ihre Wir-schaffen-das-Politik spürbare Fortschritte zeitigt. Zugleich wäre ihr erneuter Antritt einer von Horst Seehofers Gnaden. Der CSU-Chef müsste Merkels Kandidatur zustimmen. Oder er müsste sich selbst um die Kanzlerkandidatur bemühen. Aber dass würde der Ingolstädter nur tun, wenn Merkels Stern dramatisch sinken würde. Zudem macht die Niederlage von Franz Josef Strauß vor dreieinhalb Jahrzehnten die CSU in der K-Frage vorsichtig.
   

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