Bayern verklagt VW - Pressestimmen

Neue Schadenersatzforderung

bayerm-verklagt-vw-pressestimmen © Fotolia_Orlando Bellini
Jetzt auch noch Bayern. Inzwischen ist VW es ja gewöhnt, verklagt zu werden: In den USA muss der Autokonzern knapp 15 Milliarden Dollar Strafen und Entschädigungen an VW-Besitzer zahlen. Und auch in Deutschland beginnt ein weiteres Klage-Kapitel.
Der Freistaat Bayern fordert wegen der Folgen des Abgasskandals Schadenersatz. Bayerns Finanzminister Söder sagte, es gehe um die Aktienkursverluste, die dem bayerischen Pensionsfonds aufgrund der Manipulationen an Diesel-Fahrzeugen entstanden seien.

"Es geht nur um 700.000 Euro und damit um eine Summe, die den Autokonzern Volkswagen nicht aus der Bahn werfen wird“, meint die FAZ. „In der Klage des Freistaates Bayern gegen Volkswagen steckt aber mehr Musik. Denn sie untermalt die Zurückhaltung des VW-Großaktionärs Niedersachsen. Niedersachsen ist zweitgrößter Aktionär von VW; Ministerpräsident Weil und sein Finanzminister sitzen im Aufsichtsrat. Was aber macht das Land aus seiner privilegierten Position in der größten Krise der Unternehmensgeschichte? So gut wie nichts. Der bodenständige Weil sollte es hassen, wie er vom Management und der Familie an der Nase herumgeführt wird. Gerade weil VW für Niedersachsen so wichtig ist, sollte das Land sich ebenfalls wie ein normaler Aktionär verhalten. - und seine Rechte mit allen Mitteln einfordern".

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG hält die Klage des Freistaats hingegen für bloßen Aktionismus: "Fast jeder denkt: 'Ja, ja, der Söder' und meint damit, dass es sich halt wieder um eine Publicity-Nummer handele. So falsch ist der Verdacht nicht. Es geht nur um bis zu 700.000 Euro Schadenersatz dafür, dass der Pensionsfonds der bayerischen Beamten womöglich Aktienverluste erlitten hat, die er vielleicht nicht gehabt hätte, wenn, wenn, wenn. Dieses Wenn klären längst BaFin und die Staatsanwaltschaft. Da hätte Söder abwarten und gegebenenfalls später Klage einreichen können".

"Offensichtlich geht es Markus Söder ums Prinzip", bemerkt die HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG. "Angesichts der Größe des milliardenschweren Fonds, den die Bayern da eingerichtet haben, ist der nun geltend gemachte Schaden ein Tropfen auf den heißen Stein. Da will sich aber jemand nicht nachsagen lassen, nicht noch das Letzte für seine Pensionäre herausgeholt zu haben. So übrigens handeln viele der institutionellen Investoren, die gegen Volkswagen klagen. Nach dem Motto: Wer es nicht versucht, hat schon verloren".

Das Mitleid mit VW hält sich bei der RHEINPFALZ aus Ludwigshafen in Grenzen: "Der Abgasskandal basiert auf vorsätzlichen Software-Manipulationen, in die womöglich höchste Konzernkreise eingeweiht waren. Dies nennt man Betrug - an Kunden, der Öffentlichkeit, der Umwelt. Dass Bayern Schadenersatz will, so wie es der norwegische Staatsfonds per Klage vorgemacht hat, ist rechtlich nachvollziehbar".
   

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