BaySanto?

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Monsanto - dieser Name steht für viele Menschen für einen bösen Konzern. Und diesen Konzern will die Bayer AG jetzt übernehmen. Die Pressestimmen.
Mitteldeutsche Zeitung

Jenseits der EU setzen auch die Leverkusener längst auf die in Europa zum Glück noch immer verpönte Gentechnik. Durch ein Zusammengehen beider Unternehmen würde  ein Agrochemie-Riese entstehen, der die globale Dominanz  in einem Markt übernehmen würde, der ohnehin schon von nur einer Handvoll Firmen dominiert wird. Es  besteht  die Gefahr, dass die Abhängigkeit von Bauern insbesondere in Schwellenländer noch größer wird. Neue Formen der Leibeigenschaft drohen. Deshalb müssen Wettbewerbshüter bei dem Deal genau hinschauen.

Stuttgarter Nachrichten

Monsanto – bei dem Namen zucken Umweltschützer und Landwirte gleichermaßen zusammen. Die einen denken sofort an Genmais und Glyphosat. Die anderen fürchten den amerikanischen Konzern, der für seine kombinierten Angebote aus Saatgut und Pflanzenschutz bekannt ist, und schon heute in den USA bei Mais und Soja den Markt beherrscht. Ausgerechnet nach Monsanto greift der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Bayer. In der Branche grassieren Fusionsfantasien. Angestoßen übrigens durch Monsanto. Das Unternehmen griff zuerst nach Syngenta, holte sich aber eine Abfuhr. Jetzt ist der Markt in Bewegung und jeder will vorne mitspielen.

Börsen Zeitung

Die Furcht im globalen Agrochemiegeschäft ins Hintertreffen zu geraten, muss bei Bayer enorm sein. Anders lässt sich nicht erklären, dass der Life-Science-Konzern seinen Hut für Monsanto, den weltgrößten Saatguthersteller, in den Ring wirft. Strategisch mag der Erwerb sinnvoll sein, weil die Karten im Agrobusiness gerade neu gemischt werden. Abzuwarten, zu welchen Verkäufen die fusionierenden Wettbewerber kartellrechtlich gezwungen werden, wäre aber auch eine Handlungsalternative.

Frankfurter Neue Presse

Dabei sind die Perspektiven für den US-Konzern nicht unbedingt rosig: Zwar war Monsanto mit seinen genmodifizierten Saaten in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich. Aber die derzeitige Flaute auf den Agrarmärkten belasten den Konzerngewinn erheblich. Und das Pflanzenschutz-Geschäft des Konzerns, das fast ausschließlich auf dem umstrittenen Glyphosat basiert, dürfte angesichts der Debatten über den Wirkstoff längerfristig unter Druck geraten. Das alles könnte es schwierig machen, eine vernünftige Verzinsung für ein solches 60-Milliarden-Investment zu bekommen. Um ihre Kapitalkosten zu verdienen, müssten BASF und Bayer etwa sechs Milliarden Dollar Betriebsgewinn aus Monsanto herausholen – fast doppelt so viel, wie der US-Konzern derzeit verdient. Solche Synergien und Größenvorteile dürfte der Zusammenschluss kaum bringen.
   

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