Bild des Krieges

Klassik Radio Meinungssache

bild-des-krieges © Fotolia_Orlando Bellini
Der grausame Kampf um die syrische Stadt Aleppo hat nun ein Gesicht. Das des kleinen Junge, der verletzt in einem Rettungswagen sitzt. Die Pressestimmen.
Lausitzer Rundschau

Das Bild des kleinen Jungen, der verdreckt und apathisch in einem Krankenwagen sitzt, nachdem er einen Bombenangriff in der Hölle von Aleppo überlebt hat, ist nicht nur herzzerreißend. Es steht wie kein anderes Foto zuvor aus Syrien für das Versagen der Weltgemeinschaft, für staatliche und terroristische Brutalität, die keine Rücksicht auf Zivilisten nimmt.

Landeszeitung

Das Innehalten der Welt angesichts dieses Leids dauert nur einen Wimpernschlag. So wie beim Bild des ertrunkenen Aylan K. - Längst ist der kollektive Aufschrei verhallt und vom allgemeinen Achselzucken verdrängt worden.

Münchener Merkur

Wenn man von ihnen berichtet, passen die längsten Qualen in die kürzesten Sätze, sagte schon der Schriftsteller Alexandre Dumas. Es bedarf der Bilder, um das Unfassbare auch für den fernen Betrachter nahezu unerträglich zu machen, um die Unmenschlichkeit eines jeden Krieges immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, um die Menschen am Vergessen und Verdrängen zu hindern.

Westfälische Nachrichten

Das Bild des Fünfjährigen aus Aleppo in Nordsyrien spiegelt in bewegender, aber auch in erschreckender Weise den tagtäglichen Terror eines Bürgerkriegs wider. Er­barmungslos, brutal – in Aleppo geht es für die Zivilisten ums nackte Überleben –, kaum mehr vorstellbar für Menschen, die seit Jahrzehnten die Vorzüge eines geeinten und demokratischen Europas erleben dürfen.

Welt

Untätig sieht die vermeintlich zivilisierte Welt dem Massaker an der Bevölkerung Aleppos zu. Durch die Aufnahmen des fünfjährigen Omran, der nach einem – vermutlich russischen – Luftangriff lebend aus den Trümmern geborgen werden konnte, hat das anonyme Grauen nun aber ein Gesicht bekommen. In ihm zeichnen sich aller Jammer und alle Verzweiflung der zur Auslöschung freigegebenen verbliebenen Bewohner der einst neben Damaskus größten und bedeutendsten Stadt Syriens ab. Dass dadurch jedoch das Weltgewissen aufgerüttelt und die internationale Gemeinschaft endlich zu energischem Einschreiten bewegt werden könnte, ist unwahrscheinlich.

Berliner Morgenpost

Es ist das Gesicht, der Blick dieses kleinen Jungen, der mehr sagt als alle Zahlen und Fakten: Das Kind sitzt in einem Krankenwagen und starrt apathisch ins Leere. Sein T-Shirt, die Shorts, die Haare, Arme und Beine – alles ist voller Ruß und Staub. Am Kopf eine Wunde, das linke Auge ist stark geschwollen. Keine Schmerzensschreie, kein Weinen. Nur Apathie. Die Kinder von Aleppo sterben "einen stillen Tod", hat das UN-Kinderhilfswerk Unicef gerade erst gewarnt. Es ist das von Aktivisten der Gruppe Aleppo Media Center (AMC) veröffentlichte Video und das Bild des verletzten Jungen aus Aleppo, das die ganze Grausamkeit des Syrienkriegs zu uns bringt.
   

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