Eine schöne Uraufführung

Heute vor 150 Jahren

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Heute vor genau 150 Jahren wurde er uraufgeführt, der Walzer aller Walzer, „An der schönen blauen Donau“, komponiert vom Walzerkönig Johann Strauß Sohn. Unser Musikredakteur, Österreicher und Donau-Liebhaber Johannes Zapotocky erklärt seinen Lieblingswalzer.
Heute ist vor allem die Konzertfassung berühmt, die Erstfassung jedoch war mit einem Text unterlegt, der vom Vereinsdichter des Wiener Männer-Gesangvereines Josef Weyl stammt. Ganz im Gegenteil zum heutigen Bild des Walzers, der als inoffizielle Hymne Österreichs gilt, spielt dieser Text auf die vorangegangene Niederlage Österreichs in der berühmten Schlacht von Königgrätz an und verhöhnt geradezu kabarettistisch die wirtschaftlichen Verluste. So heißt es unter anderem:

Wiener seid froh! – Oho, wie so? 
No so blickt nur um! – Ich bitt warum? 
Ein Schimmer des Lichts – Wir seh`n noch nichts. 
Ei, Fasching ist da – Ah so, na ja! 
D´rum trotzet der Zeit – O Gott, die Zeit der Trübseligkeit. 
Ah! Das wär g´scheidt! 
Was nutzt das Bedauern, das Trauern, 
d´rum froh und heiter seid! 

Wird der Walzer mit Text aufgeführt, so verwendet man heutzutage die Sätze von Franz von Gerneth, der dem Donauwalzer 23 Jahre später folgende Zeilen spendierte:

Donau, so blau, durch Tal und Au, 
wogst ruhig du hin, dich grüßt unser Wien, 
dein silbernes Band, knüpft Land an Land, 
und fröhlich Herzen schlagen an deinem schönen Strand. 
Weit vom Schwarzwald her eilst du hin zum Meer, 
spendest Segen allerwegen, ostwärts geht dein Lauf, 
nimmst viel Brüder auf: Bild der Einigkeit für alle Zeit. 
Alte Burgen seh´n nieder von den Höh´n, 
grüssen gerne dich von ferne, und der Berge Kranz, 
hell vom Morgenglanz, spiegelt sich in deiner Wellen Tanz. 

Herrlich! Der Donauwalzer ist unter anderem Erkennungsmelodie für den neuseeländischen Verkehrsfunk, findet Verwendung in Stanley Kubricks Science-Fiction Klassiker „Odyssee im Weltraum“,



er wird bei diversen Fluglinien, unter anderem natürlich bei der Austrian Airlines, nach der Landung gespielt,



und bildet jedes Jahr beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, zusammen mit dem Radetzky-Marsch, den krönenden Abschluss der Aufführung.



Und ob jetzt nun mit oder ohne Text, „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß Sohn gehört heute einfach zu den berühmtesten und beliebtesten Werken der Musikgeschichte.

   

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