Emails ohne Ende

Klassik Radio Meinungssache

emails-ohne-ende © Fotolia_Orlando Bellini
Der neue Hillary-Clinton-Emailskandal ist eigentlich gar nicht so neu. Laut Informationen der Washington Post wissen FBI-Ermittler seit Wochen von den neuen Emails. Nur der FBI-Chef soll nichts mitbekommen haben. Doch sobald James Comey davon erfahren hat, informierte er sofort den Kongress und die Öffentlichkeit – die Pressestimmen.
Berliner Zeitung

Das politische System der USA ist in Gefahr. Und das hat vor allem einen Grund: das Verhalten der Republikaner. Sie üben in der E-Mail-Affäre von Hillary Clinton unerhörten Druck auf den Chef des FBI, James Comey, aus. Deshalb hat er nun gegen den Rat des Justizministeriums den Kongress über Clinton-Mails an eine Mitarbeiterin informiert, obwohl sie wahrscheinlich in keinem Zusammenhang zu dem Vorwurf stehen, dass die Ministerin geheime E-Mails auf ihrem Privatserver empfangen und versandt hat. Comey liefert dennoch Verdächtigungen, die sich prima in einer Schmutzkampagne gegen Clinton nutzen lassen. So ein manipulatives Verhalten hat es selbst in der Geschichte der bisweilen brutalen US-Wahlkämpfe noch nie gegeben.

Landeszeitung

Donald Trump könnte ausnahmsweise richtig liegen - allerdings anders, als er denkt. Er bezeichnet die E-Mail-Affäre um Clinton als 'noch größer als Watergate'. In der Tat könnte die E-Mail-Affäre für Trump selbst zum Waterloo werden. Denn es gibt Ungereimtheiten, die unangenehm für die Republikaner werden könnten. So ist es unfassbar, dass FBI-Chef Comey kurz vor der Wahl den Kongress von E-Mails berichtet, die relevant für neue Ermittlungen gegen Clinton sein könnten, obwohl FBI-Mitarbeitern diese Mails schon seit Anfang Oktober bekannt gewesen sein sollen. Abgesehen davon, dass Comey Republikaner ist, passen die Verdächtigungen gut in Trumps Wahlkampf-Endspurt.

Tagespiegel

Comey bietet eine Angriffsfläche, weil er bisher zu wenig Informationen liefert, warum das FBI die neuen E-Mails für wichtig hält. Die Skandalisierung seines Vorgehens jedoch hat Comey nicht verdient.

Süddeutsche Zeitung

Schande über die Ermittler, dass sie in dieser hochsensiblen Wahlkampfphase die Pforte zur Gerüchtehölle geöffnet haben. Von Trump hat man nichts anderes erwartet, als dass er diese Chance nutzt und auf der nach unten hin offenen Skala der Miesheiten eine neue Markierung setzt. Zu stoppen ist diese letzte Güllelawine nicht mehr. Sie hat das Potenzial, Clinton bis zur Wahl schwer zu schaden.

Rheinische Post

Die Art, wie FBI-Chef Comey den US-Kongress unterrichtete, hat einen merkwürdigen Beigeschmack. Statt zu informieren, stiftete er Verwirrung. Statt Fragen zu beantworten, warf er eine Unzahl an Fragen auf. Wer weiß, was in den Mails stand, die Huma Abedin, Hillarys Mädchen für alles, von ihrer Chefin oder aus deren Umkreis erhielt. Ging es um Staatsgeheimnisse? Oder um die Bitte, beim Starbucks um die Ecke mal schnell einen Latte macchiato zu holen? Nun stochert jeder im Nebel, bis auf die Detektive des FBI, die es wissen müssten.  Comey von vornherein parteipolitische Einflussnahme zu unterstellen, ist allerdings eine gewagte These. Gewiss, der Mann ist Republikaner, aber keiner, der sich so leicht vor einen Parteikarren spannen lässt.

Märkische Allgemeine

Im Endspurt des Wahlkampfes kommt es Donald Trump zugute, dass bis zum 8. November keine Gewissheit zu erwarten ist, um was für einen Briefwechsel es sich gehandelt hat. Der Populist kündigt bereits an, in den kommenden Tagen in einer noch lauteren Tonlage von kriminellen Machenschaften in der Washingtoner Elite zu sprechen. Der schillernde Quereinsteiger weiß, dass auf den letzten Metern der öffentliche Eindruck weit mehr zählt als nüchterne Fakten.

Südwest Presse

Die sogenannte Oktober-Überraschung hat bei amerikanischen Präsidentschaftswahlen Tradition. Wenige Wochen oder Tage vor der Wahl bringt eine Enthüllung einen der Kandidaten in Bedrängnis. Dahinter verbergen sich oft einflussreiche Spender, politische Organisationen oder auch Internetplattformen wie Wikileaks. Aber der Direktor des Bundeskriminalamts FBI? Es ist unfassbar, dass FBI-Chef James Comey elf Tage vor der Wahl Spekulationen über E-Mails der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton in den Raum stellt.
   

Unser Service

Für die besten Hörer in Deutschland

Beste Adressen

Deutschlands Besten Adressen

Newsletter

Wir halten Sie auf dem laufenden mit unserem Premium Newsletter

Social Media

folgen Sie uns

Die PLaylist

Was lief wann?

Länder dieser Erde

Von gutem Geschmack für guten Geschmack

Die Webcam

Der schönste Blick auf Augsburg