Es ist ein Plus

Klassik Radio Meinungssache

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Es gibt auch im nächsten Jahr ein Rentenplus. Kein so großes wie in diesem Jahr, wo das Plus so groß war, wie seit 23 Jahren, aber die über 20 Millionen Rentner können sich über etwas mehr Geld im Portemonnaie freuen. Wahlgeschenke oder berechtigte Erhöhung – die Pressekommentare.
Westdeutsche Zeitung

Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings, dass die Renten finanzierbar bleiben müssen. Wenn die Reserven in der Rentenkasse zusehends schmelzen, dann hat das auch mit der immer ungünstigeren Alterspyramide in Deutschland zu tun. Die Menschen leben immer länger. Das ist sehr erfreulich. Wegen der geringen Geburtenrate gerät parallel dazu aber das zahlenmäßige Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern in Schieflage. Kamen 2005 noch drei Arbeitnehmer auf einen Ruheständler, so werden es im Jahr 2030 nur noch etwa zwei sein. Schon vor diesem Hintergrund sollte klar werden, dass die Forderung von Gewerkschaften und Linken nach einem dauerhaft deutlich höheren Rentenniveau die jüngere Generation überfordern würde.

Mittelbayerische Zeitung

Die gute Nachricht ist, dass die Rentner hierzulande im nächsten Jahr mit rund zwei Prozent mehr bei ihren Altersbezügen rechnen können. Weil die Teuerungsrate darunter liegt, bedeutet das wiederum einen, wenn auch nur leichten Anstieg ihrer Kaufkraft. Nach mehreren dürren Jahren, nicht zu vergessen. Die nicht so gute Nachricht ist, es besteht erheblicher Handlungsbedarf im System der Altersversorgung. Darüber kann auch die jetzige Erhöhung nicht hinwegtäuschen. Trotz oder gerade wegen der Rentenreformen vor rund 15 Jahren muss nun nachgesteuert werden. Damit erstens die Beiträge der Versicherten nicht ins Uferlose steigen werden. Und zweitens damit das Rentenniveau nicht noch weiter sinkt. Die Sozialministerin Andrea Nahles hat bereits angekündigt, sie werde in der nächsten Reform "Haltelinien" festschreiben. Man muss sie nun tatsächlich beim Wort nehmen.

Neue Osnabrücker Zeitung

Alle Planungen reichten bislang nur bis zum Jahr 2030. Nun geht es um die Zeit danach und die Frage, ob das Verhältnis zwischen Beschäftigten und Rentnern neu austariert werden muss. Wer hat im Vergleich zum anderen wieviel? Das ist eine brisante verteilungspolitische Frage mit großer Bedeutung für die Akzeptanz der gesetzlichen Rentenversicherung. Ebenso wie die Beiträge bleibt das Rentenniveau damit eine zentrale Frage in der aktuellen Debatte. 

Abendzeitung München

So schlecht wie ihr Ruf ist die gesetzliche Rente nicht, wenngleich es viele Härten und schlimme Schicksale und Ungerechtigkeiten gibt, um die sich die Politik kümmern muss. Die Bundesregierung hat sich bereits daran gemacht, einige davon zu beseitigen. Doch der Preis der Rente mit 63 oder der Mütterrente ist hoch. Sie steigern den Druck in der demografieanfälligen Rentenversicherung und werden somit zu stärker steigenden Beiträgen als ohnehin geplant führen. Dennoch: Laut Umfragen gönnen die Jüngeren den Älteren höhere Renten. Weil sie die Lebensleistung älterer Generationen zu schätzen wissen. Eine große Rentenreform wird es wohl in diesem Jahr nicht mehr geben. Umso wichtiger ist, Geld für später auf die hohe Kante zu legen – auch wenn das in Zeiten extrem niedriger Zinsen wenig Freude macht.

Schwäbische Zeitung

Das milliardenschwere schwarz-rote Rentenpaket – die Mütterrente und die abschlagfreie Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren – lasten auf den Beitragszahlern. Über diese Entwicklungen kann und darf die Politik nicht hinweggehen. Es gilt, alle Reformpläne daraufhin zu überprüfen, ob sie gerecht gegenüber den nachkommenden Generationen sind. Die jungen Beitragszahler werden von einer Rente auf dem Niveau von heute nur träumen können. Künftige Rentenreformen sollten nicht mit der Gießkanne erfolgen, sondern müssen gezielt dort ansetzen, wo Altersarmut droht. Geringverdiener, die lange in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt und auch noch zusätzlich vorgesorgt haben, dürfen am Ende nicht die Dummen sein.
   

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