Gulberg Jensen meets Perianes

Konzert in der Hamburger Laeiszhalle

gulberg-jensen-meets-perianes © Torsten Hemke
Am 23. April 2017 trafen in der Hamburger Laeiszhalle im Großen Saal zwei für Ihre unterschiedlichen und doch ähnlichen Talente bekannte Künstler aufeinander.
Der norwegische Dirigent Eivind Gullberg Jensen lenkte die Hamburger Symphoniker durch drei wunderbare Stücke und der spanische Klaviervirtuose Javier Perianes brachte den Flügel mit magischen Fingern zum hervorragenden Einsatz.

Beginnend mit Beethovens achter Symphonie in F-Dur op.93 war das Publikum mit Anspielen der Instrumente sofort gefangen und lauschte dem Spiel wie gebannt. Jeder Musiker widmete sich liebevoll seinem Instrument in dem dafür vorgeschriebenen Rahmen und so entstand eine wunderbare Melodie, fröhlich, schnell, entschieden mit sanften Episoden. Die Musik beeinflusste die Stimmung und schuf eine fröhliche Atmosphäre des Genusses, einen Abend auf so wundersame Weise verbringen zu dürfen.

Gullberg stand auf seinem Dirigentenpodest und man sah ihn die Musik lenken wie ein verzauberter Puppenspieler, mit dem Dirigentenstab, nicht hart sondern sanft und doch schnell in einer fließenden Bewegung die einzelnen Spieler anzusprechen und zum Musizieren zu verführen. Unverzichtbar gefangen von seiner Aufgabe konnte er in diesem Stück nicht ruhig stehen und begann selbst im Rhythmus der Melodie zu tänzeln, sich bückend bei ruhigeren Tönen und sich aufbäumend bei lauteren, sein stummer Tanz auf der Stelle veranschaulichte die Melodie auf ideale Weise und ließ auch die Harmonie und den Einklang der Symphoniker, bei denen ein jeder auf den anderen eingestimmt war, erkennen.



Dessen nicht genug, erfolgte nach kurzer Pause in der Fortsetzung das Klavierkonzert Nr. 2 g-Moll op.22 von Saint-Saëns, der Flügel wurde in den Mittelpunkt gerückt und Javier Perianes stand im Fokus der Aufmerksamkeit, dabei die Relevanz des Orchesters in diesem Stück jedoch nicht verdrängend. Neben ihm der Dirigent, das Orchester leitend, harmonierten die beiden und ließen die Melodien einander sanft Raum lassend verschmelzen. Javier Perianes arbeitete intensiv mit seinem Körper, versank hingebungsvoll in seinem Spiel und  ließ seine Finger entweder über die Tasten tanzen und gleiten oder aber sie, je nach vorgeschriebener Melodie, sanft streicheln, eine fast leise Bewegung, die doch ebenso groß berührte.

Nach der großen Pause folgte Schumanns Symphonie Nr. 2 C-Dur. Mittlerweile war die zuvor durch das Oberlicht scheinende Sonne versunken, die Dunkelheit legte sich einnehmend auf das Publikum, nichts als aus dem Schattenmeer ragende Köpfe war mehr zu sehen. Auch die Architektur des Großen Saales, sonst so bewundernswert, verschwand in dem Moment des Spiels, das alle Aufmerksamkeit verlangte und verdiente, das Orchester musizierte in strahlendem Licht auf der Bühne. Die Einheit von Licht und Melodie ließen dem Zuschauer keine Wahl als seine Sinne nach vorn zu werfen und so in den vollkommenen Genuss kommen zu können. Ein sehr bewegendes Spiel, das an Qualität den vor der Pause gespielten Stücken in nichts nachstand.

Dirigent, Pianist und Symphoniker stellten einander nicht in den Schatten sondern erschufen gemeinsam ein wunderbares Erlebnis, dass die Gäste mit einem Lächeln im Gesicht in die sternenklare Aprilnacht entließ. Ein wunderbar musikalischer Ausflug, der die Emotionen der Besucher ins Positivste beflügelte und Zufriedenheit und Entspannung kreierte. Gulberg Jensen und Javier Perianes – ein experimentelles Zusammenspiel, das mit Bravour gelang.

(Nachbericht von Anna Pasdzior)
   

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