Hetzende Spaziergänger

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hetzende-spaziergänger © Fotolia_Orlando Bellini
Seit Oktober 2014 gehen Sie montags in Dresden demonstrieren: die fremdenfeindliche Gruppierung PEGIDA. Zwischenzeitlich gingen bis zu 25.000 Menschen auf die Straße, inzwischen sind es 2000 bis 3000 „Mitspazierer“. Gestern haben anlässlich des zweijährigen Bestehens von Pegida mehrere tausend Anhänger für deren Ziele demonstriert.
Frankfurter Rundschau

Das Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit, das die Pegida-Organisatoren seit nunmehr zwei Jahren in der Mitte der sächsischen Metropole Dresden für sich in Anspruch nehmen, trifft keine Aussagen über Anstand und gute Sitten. Diese zu verletzen, ist oft sogar Ziel einer sozialen Bewegung, die gegen die herrschende Politik aufbegehrt. Nicht alle treten dabei wie die Pegida-Marschierer als politische Horror-Clowns in Erscheinung, deren oberstes Ziel darin zu bestehen scheint, das bürgerliche Establishment zu erschrecken.

Neue Osnabrücker Zeitung

Dass Pegida einen zweiten Jahrestag feiern könnte, hätte am Anfang niemand gedacht. Die Initiative, die von durchgeknallten Pöblern bis zu verunsicherten Bürgern reicht, wird kleiner. Statt 25.000 gehen nur noch ein paar tausend Menschen auf die Straßen von Dresden. Was bleibt von Pegida? Die Erfahrung, dass eine Mischung aus Ausländerhass, Verschwörungstheorien und Elitenverachtung sichtbar auf die Straße gebracht wurde. Und dass die überwältigende Mehrheit der Bürger dem nicht gefolgt ist.

Berliner Zeitung

Nun also das Pegida-Jubiläum. Einen Tag früher als sonst, da viele Dresdner Bürger der quälenden Lethargie, die regelmäßige Bewegung der Wütenden nur achselzuckend hinzunehmen, endlich einmal etwas entgegensetzen wollen. Das ist gut so und überfällig, vermag aber nicht darüber hinwegzutäuschen, dass die demokratische Öffentlichkeit noch keine treffende Antwort auf die rüde Allgegenwart ihrer Verächter gefunden hat.

Tagesspiegel

Kein Politiker, kein Kommentator, kein Wissenschaftler hatte das damals, im Herbst 2014, für möglich gehalten. Eine kleine, unbekannte Initiative holt nach wenigen Wochen erst 5000, dann 15.000, schließlich 25.000 Männer und Frauen auf die Straßen von Dresden. Schon gar nicht traute dieser Bewegung, angeführt von zweifelhaften Aktivisten, irgendjemand in den Bildungsbürgerstuben zu, auch in Dutzenden anderen Städten wieder und wieder Tausende mobilisieren zu können. Und längst nicht nur Neonazis – die allerdings auch von Anfang an dabei waren.

Spiegel Online

Es begann am 20. Oktober 2014 mit einem "Abendspaziergang" durch Dresden. Heute gilt die islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung als Synonym für Hass und Hetze, von denen die Diskussionskultur der Republik in den vergangenen Jahren geprägt ist.
   

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