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In Schleswig-Holstein sind drei Terrorverdächtige festgenommen worden. Die drei Männer mit syrischen Pässen wurden in einer Flüchtlingsunterkunft festgenommen. Die Pressestimmen.
Neue Osnabrücker Zeitung

Die Gefahr neuer Anschläge steigt. Der Chef des Bundeskriminalamtes Holger Münch warnt, dass tausende IS-Kämpfer sich jetzt angesichts der Gebietsverluste des IS in Syrien und im Irak nach Europa zurückziehen werden. Wohlgemerkt: Es handelt sich um Einzelfälle, ein Generalverdacht gegen Flüchtlinge ist nicht angebracht. In punkto Terrorgefahr hat Deutschland bis jetzt im Großen und Ganzen Glück gehabt. Geheimdienste und Polizei machen offenbar gute Arbeit. Doch die Frage nach den schon bestehenden Sicherheitsrisiken und nach der weiteren Zuwanderung stellt sich immer wieder neu.

Neue Westfälische

Es geht um eine frühzeitige und nachdrückliche Gefahrenabwehr. Es ist falsch und verhetzend, Flüchtlinge unter einen generellen Verdacht zu stellen. Aber es wäre fahrlässig, manche einfach nur deshalb freizusprechen, weil sie im Auftrag des IS oder als verblendete Einzeltäter unter die Masse schlüpften. Deutschland ist Teil des Bedrohungsraums. Das liegt nicht an der Überreaktion der Behörden, sondern an der zu allem entschlossenen Internationale des Terrors.

NDR

Die Angst vor den Flüchtlingen gibt der aktuellen Terrorbedrohung zusätzliches Gewicht. Das wissen Rechtspopulisten und schüren sie. Das merken die Terroristen selbst und nutzen es. Viel spricht dafür, dass man Kämpfer genau deswegen auf die gefährliche Flüchtlingsroute schickt: Weil dadurch Hunderttausende mit in Verdacht geraten. Verdächtigen wir also alle Flüchtlinge pauschal, fallen wir genau auf diese Strategie der Terroristen herein.

SVZ

Es ist höchste Zeit, dass der noch immer erhebliche Registrierungsstau bei Flüchtlingen endlich aufgelöst wird. Hunderte den Ermittlern bekannte islamistische Gefährder hierzulande müssen – Personalmangel hin oder her – intensiv auf Schritt und Tritt rund um die Uhr überwacht werden. Man kann von Glück sagen, dass erneut Terrorverdächtige noch frühzeitig entdeckt und damit ihre Pläne hoffentlich vereitelt worden sind. Nach diesem Alarmsignal besteht kein Grund zur Entwarnung.

Baden Online

Die gute Nachricht, dass eine Schläferzelle aufgedeckt und möglicherweise ein Anschlag verhindert wurde, birgt freilich auch die schlechte: Sie macht schlagartig deutlich, dass Deutschland eben auch im Visier des IS ist, genauso wie Frankreich und Belgien. Denn die Verdächtigen wurden offenbar ganz gezielt mit dem Flüchtlingsstrom eingeschleust. Das Unbehagen über die entglittene Kontrolle an den Grenzen dürfte nun noch zunehmen. Auch dafür zeichnet de Maizière mitverantwortlich. Die Konsequenzen aus dem gestrigen Tag lauten: Die Politik muss weitermachen, wie zuletzt. Sie muss die Kontrolle über die Fluchtbewegung und die Einreisenden zurückgewinnen und den Sicherheitsbehörden alles geben, was sie brauchen, um Terroristen zu entdecken. Und die Bürger müssen weiterhin höllisch vorsichtig sein. Denn nicht jede Zelle ist organisiert wie diese. Mancher Täter radikalisiert sich auch von ganz allein, ohne zentrale Steuerung. Darunter auch Leute, die hier geboren sind.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Im Mittleren Osten, im Kerngebiet der islamistischen Terrororganisation ist Deutschlands Einfluss begrenzt. Hierzulande aber hoffentlich nicht. Zum Glück erweist sich die öffentliche Verwaltung gepaart mit dem Engagement vieler Bürger als sehr leistungsfähig, zum Glück zeigt sich auch bisher keine besondere Zunahme von Kriminalität. Doch die Öffnung der Grenzen bleibt ein großes Experiment mit buchstäblich vielen Unbekannten. Ganz unabhängig von der Sicherheitslage ist die Flüchtlingskrise noch längst nicht im Alltag der meisten Deutschen angekommen. Auch das sollte die Regierung aussprechen.

Berliner Zeitung

Attentäter suchten und suchen sich ihre Wege. Manche sind in Europa geboren und aufgewachsen, manche haben hier studiert. Nun haben sich welche unter die Flüchtlinge gemischt, die genau vor ihrem Terror fliehen. Aber gäbe es keine Flüchtlinge, die Attentäter kämen trotzdem. Sie lassen sich - anders als echte Flüchtlinge - nicht aufhalten von Grenzen und Zäunen. Ihr Netzwerk ist gut organisiert und gut finanziert.

Rheinische Post

Zum ersten müssen Europäer und Deutsche die volle Souveränität über ihre Grenzen zurückgewinnen. Wer die Grenze unerlaubt passiert, darf erst weiterreisen, wenn er registriert und sein Asylverfahren vorläufig entschieden ist. Zum zweiten muss die Überwachung verdächtiger Flüchtlinge intensiviert werden. Der Erfolg des Innenministers und der Bundespolizei darf nicht zur Annahme verleiten, dass die Sicherheitsbehörden alles im Griff hätten. Andererseits war abzusehen, dass einige die Willkommenskultur ausnützen. Erhöhte Wachsamkeit bedeutet daher nicht, alle Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen. Sonst würde man nur das Geschäft des IS besorgen.
   

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