Neuer Bewohner für das Schloss gesucht

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neuer-bewohner-für-das-schloss-gesucht © Fotolia_Orlando Bellini
Wer wird diese Nachfolger von Joachim Gauck? Zwei Kandidaten stehen schon fest. Die Alternative für Deutschland schickt ihren stellvertretenen Parteivorsitzenden Albrecht Glaser ins Rennen, die Freien Wähler haben Fernsehrichter Alexander Hold nominiert. Und die Große Koalition? Die hat sich laut eines Berichtes dazu entschlossen, einen gemeinsamen Kandidaten zu suchen. Die Pressestimmen zu „Deutschland sucht den Bundespräsidentenkandidaten“.
Westfälische Nachrichten

Merkel, Gabriel und Seehofer eint inzwischen die Erkenntnis, dass es jedem Versuch, über die Bundespräsidentenwahl einen koalitionspolitischen Ausblick auf die Bundestagswahl im September zu geben, an notwendiger Klugheit mangelt. SPD-Chef Gabriel vermag sich nicht für einen rot-rot-grünen Kandidaten zu erwärmen, weil dies als neues parteipolitisches Lager auszumachen wäre; vor allem aber auch deshalb, weil eine Mehrheit angesichts der unsicheren Kurs-Kantonisten in Reihen der Grünen mehr als wackelig wäre. Aber auch Merkel und Seehofer scheuen ein Lager-Signal: Nur keine Schwarz-Grün-Allianz vor der Bundestagswahl, also: keine Kretschmann-Kür.

Tagespiegel

Man muss jetzt jemanden aufspüren, der trotzdem kein bloßer Kompromisskandidat ist. Das wäre nämlich so ungefähr das Letzte was das Land und die Demokratie in ihrem emotional angeschlagenen Zustand brauchen können – einen Langeweiler im Schloss Bellevue, der da bloß reinkommt,weil er keinen stört.Vielleicht hilft bei der Suche eine Erinnerung. Joachim Gauck hat sich als Glücksfall erwiesen, obwohl ihm das mancher nicht zugetraut hat, vorneweg die Kanzlerin. Einen Glücksfall 2.0 kann sich niemand backen. Ohne ein bisschen Mut zum Risiko wird der sich aber auch nicht finden.

Kölner Stadt-Anzeiger

"Ein Konsens-Kandidat hätte Charme. Doch die Formel vom 'politisch erfahrenen Kandidaten' lässt Schlimmes ahnen. Kompromiss als kleinster gemeinsamer Nenner, statt als größter gemeinsamer Teiler. Nichts gegen die Lammerts, Steinmeiers und Kretschmanns dieser Welt. Sie wären präsentable Präsidenten, zumal das Amt nach aller Erfahrung seinen Inhaber adelt. Aber genau darin liegt die Schwäche dieser Besetzungslogik: matt, grau, uninspiriert.

Süddeutsche Zeitung

Gerda Hasselfeldt, CSU-Landesgruppenchefin, geschätzt als Vermittlerin zwischen Merkel und Seehofer. Sie wird auch von der SPD respektiert, gilt als handfest und integer, hat fast dreißig Jahre Bundestagserfahrung – und tritt für den nächsten Bundestag nicht mehr an.

Spiegel Online

Alles scheint also bereitet für eine Frau oder einen Mann mit parteiübergreifender Strahlkraft, der oder die im Frühjahr das höchste deutsche Staatsamt antritt. "Ükoka" lautet das Kürzel für einen überparteilichen Kompromisskandidaten für Schloss Bellevue. Es wäre eine Art Gauck II: Das noch amtierende Staatsoberhaupt wurde im März 2012 mit den Stimmen von Union, SPD, Grünen und FDP in der Bundesversammlung gewählt.

   

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