Rückblick und Ausblick

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Wenn alles gut geht, hält dieser historische Moment eine Weile an und mit ihm der schlichte Appell an das Land und die Welt, den Obama ebenso unaufdringlich cool wie dramatisch formulieren kann: dass man die Dinge nicht so lassen kann, wie sie sind. – das schrieb die Zeit 2009, nach dem Amtsantritt Barack Obamas. Jetzt, nach 8 Jahren Barack Obama, wissen wir. Es ist nicht alles gut gegangen, nicht jedes Wahlversprechen wurde eingehalten und der große Heilsbringer war der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten oft nicht. Aber was bleibt von Nr. 44 im Weißen Haus? Die Pressestimmen zur Abschiedstournee von Barack Obama.
Badische Neueste Nachrichten

Bei einem Abendessen mit Kanzlerin Angela Merkel im traditionsreichen Hotel Adlon gab es ausreichend Gelegenheit, alte Erinnerungen aufzufrischen. Die erste Reise als neuer US-Präsident führte Obama seinerzeit zum NATO-Gipfel nach Baden-Baden und Kehl. Es trägt symbolische Züge, wenn sich der starke Mann aus Washington zum Ende seiner zweiten Amtszeit nochmals nach Deutschland auf den Weg macht. Zwar musste sich das enge Verhältnis zwischen Obama und der Bundeskanzlerin über die Jahre hinweg erst entwickeln. Inzwischen ist aber ein Vertrauensverhältnis entstanden, dem auch die NSA-Abhöraffäre keinen dauerhaften Schaden zufügen konnte.

Tagesspiegel

Er klingt wie ein unverbesserlicher Optimist. Barack Obama beschwört die Werte der Demokratie, als sei nicht eben Donald Trump demokratisch gewählt worden. Er ermuntert Europa, als sei die EU nicht am Auseinanderfallen. Obama ist kein unverbesserlicher Optimist - er ist ein beharrlicher Optimist. Den Griechen, Deutschen, Franzosen, Italienern fordert er samt ihren Nachbarn ab, weiter an Europa zu glauben und an die westliche Demokratie. Das ist die bleibende Botschaft: Auch mit Trump - vor allem auch nach Trump - haben die USA und Europa eine gemeinsame Zukunft.

Süddeutsche Zeitung

Seit dem Wahlsieg von Donald Trump klingen die politischen Analysen so, als befände man sich bei den Vorbereitungen zur Beerdigung einer Staatsform. Obama hat soeben auf seiner großen europäischen Abschiedsrede in Athen feierlich und emphatisch dagegengehalten. Er hat den Stolz auf die Demokratie wieder ausgegraben. Er hat gegen die Hasenherzigkeit der Europäer gepredigt; er hat ihre Chance beschworen, mit ihrem Europa der Europäischen Union gute Welt- und Friedensgeschichte zu schreiben - trotz aller Krisen. Obama hat diese Krisen nicht geleugnet; aber er hat zu Recht davor gewarnt, sich von diesen Krisen einschüchtern und auffressen zu lassen.

Hannoversche Allgemeine Zeitung

In der Rückschau wächst langsam die Erkenntnis, dass wir sehr gut mit Barack Obama gefahren sind. Er ist als Mann auf die Weltbühne getreten, der es ernst meint mit der Partnerschaft, er hat jene 'gemeinsame Führung', von der seine Vorgänger nur gesprochen haben, tatsächlich praktiziert. Obama hat sich verabschiedet vom jahrzehntelangen Hochmut der Supermacht.

Der neue Tag

Den Friedensnobelpreis müsste er eigentlich zurückgeben. Trotzdem: Wenn Obama im Oval Office das Licht ausknipst, dann geht ein großer Präsident. Ein Mann mit Haltung, ohne Skandale und Affären. Fehlen wird aber auch seine Coolness, mit der er abseits der ernsten Termine die Herzen gewann. Die Hauptaufgabe des Polit-Rentners ist jetzt, seine Frau Michelle dazu zu bewegen, in vier Jahren gegen Trump anzutreten.

Rheinische Post

Es wirkt wie ein Dokument ferner Tage, wenn man sich heute die Antrittsrede des Präsidenten Barack Obama aus dem Jahr 2009 durchliest. Da stand der Vertreter einer neuen Generation auf den Stufen des Kapitols. Drei Millionen US-Bürger hörten vor Ort zu, so viele wie nie. Hoffnung müsse über Angst, Einigkeit im Ziel über Zwietracht siegen, rief der erste schwarze Präsident in der US-Geschichte seinem Volk zu. Amerikas Gründer hätten die Nation als etwas Größeres angesehen als die Summe der einzelnen Begierden. Barack Obama wollte das Land einen. He couldn't. Heute sind die USA tiefer gespalten als je zuvor. Im Wahlkampf erlebte die Welt einen verbalen Bürgerkrieg. Ein gelähmtes Land.
   

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