Steigende Ziffer

Klassik Radio Meinungssache

steigende-ziffer © Fotolia_Orlando Bellini
Die Geburtenziffer steigt und steigt – seit 2012 hat der statistische Wert, der anzeigt, wie viele Kinder Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im betreffenden Jahr bekommen, ein steile Kurve nach oben genommen. Inzwischen ist er auf dem höchsten Niveau seit 33 Jahren. Die Pressestimmen.
Mitteldeutsche Zeitung

Ein Grund zur Freude ist die gestiegene Geburtenrate ohne Frage. Es bleibt aber nur ein erster Schritt. Denn der Bevölkerungsrückgang kann damit noch nicht aufgehalten werden. Dazu wären pro Frau zwei Kinder notwendig - mindestens. Wenn die Geburtenrate wie zuletzt um jährlich rund 0,04 steigt, ist man in Sachsen-Anhalt in zwölf Jahren soweit. Sachsen-Anhalt hat in den vergangenen Jahren gute Kinderbetreuungsangebote geschaffen. Um die Bereitschaft, eine Familie zu gründen, zu steigern, wird das aber nicht reichen. Jedenfalls solange Frauen nach wie vor acht oder mehr Stunden täglich arbeiten müssen. Was wirklich nötig ist, sind flexiblere Arbeitsbedingungen. Die Unternehmen sind in der Pflicht, diese zu schaffen.

Westfalenpost

Einfach mal zurücklehnen und nicht das Haar in der Suppe suchen: Deutschland erlebt einen kleinen Baby-Boom - und das ist doch eine schöne Nachricht. Die Gründe sind vielfältig, und sie haben auch mit Politik zu tun. Die Damen und Herren in den Regierungen und ihren angeschlossenen Verwaltungen treffen ja bisweilen auch richtige Entscheidungen, und man darf sie dafür durchaus auch mal loben. Bund und Länder versuchen seit Jahren, Kindern und Eltern das Leben leichter zu machen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Ein stichhaltiger Beweis, dass die Familienpolitik einen direkten Einfluss auf die Geburtenrate hat, lässt sich schwerlich erbringen. Aber warum sollten Elterngeld und Kita-Ausbau nicht auch positive Auswirkungen zeitigen? Aber: Das ist alles nur ein Anfang: Deutschland muss kinderfreundlicher werden. Das ist nicht nur ein Appell an die Politik, bei ihren Anstrengungen nicht nachzulassen, sondern vor allem an viele Arbeitgeber, die zwar gern von Frauenförderung reden, sie aber in ihren eigenen Betrieben nicht umsetzen. Denn: Wer nicht die Möglichkeit hat, Job und Familie unter einen Hut zu bringen, ohne gravierend eigene Lebensqualität einzubüßen, der wird keinen Kinderwunsch hegen. Abgesehen davon haben die aktuellen Zahlen auch einen einfachen statistischen Hintergrund: Die geburtenstarken Jahrgänge 1981 bis 1991 bekommen jetzt selbst Kinder. Aber das ist nur eine Feststellung - und kein Haar in der Suppe.

taz

In kaum einer Gruppe ist der Ein- und Aufstiegswille so groß wie bei Geflüchteten oder auch Zuwanderern aus dem ärmeren Europa. Viele Eltern kamen nicht zuletzt wegen der Schulbildung für ihre Kinder hierher, die es so im Herkunfts- oder Transitland nicht gab. Und niemand integriert sich leichter als Kinder, wenn man sie lässt.

Augsburger Allgemeine

Nicht zuletzt sind selbst 1,5 Kinder pro Frau noch immer viel zu wenig, um die sich abzeichnende Überalterung der Gesellschaft aufzuhalten und die drohende Vergreisung Deutschlands zu stoppen. Für eine stabile Bevölkerungszahl wären 2,1 Kinder nötig. Davon aber ist das Land weit entfernt, wird diesen Wert wohl auch nie mehr erreichen. Die Versäumnisse der Vergangenheit sind nicht mehr auszugleichen.

Westfälische Nachrichten

Was muss sich ändern? Vor allem die Einstellung zum Kind: Es sollte nicht als Kostenfaktor, sondern als Bereicherung des eigenen Lebens gesehen werden. Wenn sich dann noch die Infrastruktur und die Angebote für Familien verbessern, dann dürfte die Geburtenzahl auch um mehr als nur 0,1 Prozentpunkte steigen.

Die Welt

Seit nunmehr vier Jahren steigt die sogenannte zusammengefasste Geburtenziffer wieder, zuletzt wurde das höchste Niveau seit 1982 erreicht, meldete am Montag das Statistische Bundesamt. Doch es wäre vorschnell, diesen Anstieg allein der Politik zuzuschreiben. Entscheidender dürfte sein, dass sich in der zurückliegenden Dekade ein rasanter Bewusstseinswandel vollzogen hat. Forscher beobachten, dass Kinder gerade auch beim urbanen Akademikermilieu wieder fest zur Lebensplanung gehören. Und ein Chef, der einem jungen Vater die Elternmonate ausreden will, braucht in den meisten Betrieben heutzutage schon Chuzpe.
   

Unser Service

Für die besten Hörer in Deutschland

Musik der Extraklasse

Finden Sie im Klassik Radio Shop

Newsletter

Wir halten Sie auf dem laufenden mit unserem Premium Newsletter

Social Media

folgen Sie uns

Die PLaylist

Was lief wann?

Länder dieser Erde

Von gutem Geschmack für guten Geschmack

Die Webcam

Der schönste Blick auf Augsburg