Tag der Arbeit

Hintergründe zum 01. Mai

tag-der-arbeit © Fotolia/ Kerim
Hurra, der Mai ist da! Damit ist hoffentlich das wechselhafte Aprilwetter endgültig vorbei. Am 1. Mai haben die meisten Menschen gute Laune, denn der Tag der Arbeit ist ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Es arbeitet also fast niemand – warum heißt es dann eigentlich „Tag der Arbeit“?
Die Geschichte des Tags der Arbeit beginnt im neunzehnten Jahrhundert, genauer: Am 1. Mai 1886 in Chicago. An diesem denkwürdigen Tag waren die Fabriken stillgelegt – die Arbeiter streikten, gingen für bessere Arbeitsbedingungen und eine Verminderung der Arbeitszeit auf acht Stunden auf die Straße. Bis dahin sah es für viele Arbeiter schlimm aus: Sie leisteten schwerste körperliche Arbeit bei sehr geringem Lohn, und wer krank wurde, bekam gar nichts.

Nach zunächst friedlichen Protesten kam es auf dem Haymarket in Chicago zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Arbeitern und Polizei. Ein Unbekannter warf eine Bombe in die Menge, die Polizisten schossen daraufhin in die Menge – beim „Haymarket-Massaker“ kamen mehrere Demonstranten und Polizisten ums Leben.

Auch auf Europa schwappte die Protestwelle über. 1890 traten deutsche Arbeiter in den Streik und verlangten achtstündige Arbeitstage. Zunächst mit mäßigem Erfolg, im Laufe der alljährlichen Demonstrationen wurden die Arbeitsbedingungen dann stetig besser. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Tag der Arbeit zum gesetzlichen Feiertag in Deutschland erklärt, zum Gedenken an die Opfer des Haymarket-Massakers und als Zeichen für einen Weg hin zu besseren Arbeitsbedingungen. Diese Idee stieß jedoch auf wenig Begeisterung, sodass der Tag wieder abgeschafft wurde, bis er im Dritten Reich von der NSDAP wieder aufgegriffen und zum „Tag der nationalen Arbeit“ erklärt wurde. Den Nationalsozialisten ging es dabei aber weniger um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen als vielmehr um eine Gelegenheit für Parteiveranstaltungen und Paraden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte die Umbenennung des Feiertages in „Tag der Arbeit“. Seitdem ist der 1. Mai in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag und steht für den Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit. Und obwohl heute bei den meisten wohl eher die Begrüßung des Frühlings und Maibräuche wie Maibaumklau oder Maitouren im Mittelpunkt stehen, sollten wir doch nicht vergessen, wie alles angefangen hat – und wem wir den freien Tag zu verdanken haben.
   

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