Trump bleibt Trump

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trump-bleibt-trump © Fotolia_Orlando Bellini
Die dritte TV-Debatte der US-Präsidentschaftskandidaten lief für Donald Trump gar nicht so schlecht. Er war ruhiger und strahlte mehr Kompetenz aus, als in den vorausgegangenen Debatten. Dann stellte Moderator ---- die Frage, ob die Kandidaten das Wahlergebnis vom 8. November akzeptieren würden. Und Trump, der war wieder der Alte. Er werde sich das Wahlergebnis nach der Wahl angucken und nicht jetzt. Ein Aufschrei ging durch die USA. Ein Präsidentschaftskandidat, der schon vor der eigentlichen Wahl die Wahl anzweifelt. „Statt nur die Intellektuellen in der amerikanischen Wählerschaft zu beleidigen, ging Donald Trump in der dritten und letzten Präsidentschaftsdebatte nun dazu über, die amerikanische Demokratie selbst in Frage zu stellen.“ – schrieb die New York Times nach dem TV-Duell – und Trump? der ruderte zurück und schwor das Wahlergebnis doch zu akzeptieren, aber…Er würde das Ergebnis nur akzeptieren, wenn er gewinne. Die Pressestimmen.
Saarbrücker Zeitung

Mit seiner beispiellosen Aussage stellte er sich völlig abseits demokratischer Gepflogenheiten. Damit dürfte sich der Seiteneinsteiger als Präsident endgültig disqualifiziert haben. Die frühere First Lady hingehen gab sich erneut staatsmännisch und gewann das Duell.

Landeszeitung

Demokratie und Fairness, Glaube und Waffenrecht gehören zur US-amerikanischen Identität. Wer daran Zweifel sät, ist entweder naiv oder dämlich. Oder heißt Donald Trump. Mit seinem Satz, er wisse noch nicht, ob er das Wahlergebnis im Falle eines Clinton-Sieges anerkennen werde, hat sich Trump entlarvt. Er, der sich stets als Gegner des Polit-Establishments feiern ließ, geriert sich nun als Gegner der traditionsreichen Demokratie. Er verliert damit viele Anhänger.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Bedauerlicherweise kommt derlei bei seinen Anhängern gut an. Die sind begeistert, wenn Trump über angeblich korrupte Medien, manipulierte Wahlen und sonstige Intrigen der Eliten schwadroniert. Fast hat man den Eindruck, je mehr Öl Trump ins Feuer gießt, desto größer werden zwar die Zweifel über seine Eignung bei unentschlossenen Wählern, desto größer wird aber die Erregung bei all jenen, die in ihm den Heilsbringer sehen, einen, der vermeintlich die Wahrheit ausspricht. Doch der Egomane Trump, der nur sich allein die Rettung Amerikas aus der Düsternis der Gegenwart zutraut, ist ein übler Demagoge. Seine Reden tragen, mit voller Absicht, dazu bei, das politische System weiter in Verruf zu bringen. Wie werden einige Anhänger reagieren, wenn nicht Trump ins Weiße Haus einzieht, sondern die verhasste Clinton? Werden sie, nicht nur im übertragenen Sinn, auf die Barrikaden gehen?

Die Welt

Trump lag schon vor der Debatte in den Umfragen weiter zurück, als je ein Kandidat im Endspurt aufholen konnte. Die Chance war also gering. Er hat sie nicht genutzt. Er hat es nicht einmal ernsthaft versucht. Trump hat final versagt.

taz

Selbstverständlich ist Donald Trump keine Alternative zu Hillary Clinton. Jeder Fehler der demokratischen Kandidatin verblasst gegen das, was Trump repräsentiert. Dem Narzissten Trump ist es scheinbar unmöglich zu verstehen, dass er anders als durch Betrug um den Sieg gebracht werden könnte. Clinton wird die Wahl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gewinnen. Das Geraune um den Betrug jedoch wird weitergetragen werden.

Süddeutsche Zeitung

Trump zu besiegen, ist eine Sache. Den Niedergang der Demokratie zu stoppen, eine ganz andere. Und: Deute da niemand mit dem Finger auf die Vereinigten Staaten. Die Trumps und ihr Publikum finden sich zurzeit überall.

Der Neue Tag

Moralischer Hochmut über den Zuspruch der 'naiven' Amis zum Agitator Trump ist fehl am Platz. Denn die Trumps in Europa heißen Boris Johnson, Marine Le Pen, Björn Höcke oder Beatrix von Storch. Ihre Lügen vergiften das gesellschaftliche Klima und zerstören jenen Konsens, der die Basis jeder Demokratie ist.

Nürnberger Nachrichten

Trump scheint an einem Amerika zu scheitern, das sich seiner Wurzeln besinnt. Seine Ankündigung, er werde das Wahlergebnis wohl erst mal nicht anerkennen, hat ihn für viele entlarvt: Da spielt, da pokert einer mit einer zwar oft gebeutelten, oft missbrauchten, aber doch gereiften und traditionsreichen Demokratie - es ist die Haltung eines Staatsfeinds, der die Regeln dieses Staatswesens vom Tisch wischen möchte.

Tagesspiegel

Gewiss haben die real existierenden Demokratien ihre Unzulänglichkeiten. Die Zahl der Nichtwähler wächst. Dennoch bleibt ein himmelweiter Unterschied zu Stammesgesellschaften in der Dritten Welt und zu autoritären Regimen, die in der Tat systematisch Wahlbetrug betreiben, ein nicht genehmes Wahlergebnis ignorieren oder dazu aufrufen, gewaltsam dagegen vorzugehen. Trumps Weigerung in der jüngsten TV-Debatte zuzusichern, dass er das Votum der US-Bürger am 8. November akzeptieren werde, wirkt wie ein geistiger Brandanschlag auf das Weiße Haus und den Kongress.
   

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