Unsere Stars für Frankreich

Klassik Radio Meinungssache

unsere-stars-für-frankreich © Natalia Merzlyakova
Gestern war es soweit – die große Europameisterschaftskaderverkündungsshow mit Bundestrainer Joachim Löw fand in der französischen Botschaft in Paris statt. Bei Twitter schrieb ein Nutzer nach Bekanntgabe des 27-Mann starken Aufgebots: Andere Länder twittern ein Bild des Kaders für die #EURO2016,Deutschland macht eine 2 Stunden Show daraus – am Tag nach der Bekanntgabe des Kaders diskutieren neben den 82 Millionen Bundestrainer natürlich auch die Zeitungen über das Aufgebot. Die Pressestimmen.
Spiegel Online

Viele Weltmeister von 2014 sind dabei, auch einige, die zwischenzeitlich als Wackelkandidaten gehandelt wurden wie Spanien-Profi Shkodran Mustafi (FC Valencia) oder André Schürrle (VfL Wolfsburg). Dazu der wiedererstarkte Mario Gomez (Besiktas Istanbul) im Angriff quasi als Ersatz für den zurückgetreten Miroslav Klose und die Spieler, denen Löw schon in den vergangene zwei Jahren das Vertrauen ausgesprochen hat, wie dem Kölner Jonas Hector, Verteidigerkollege Antonio Rüdiger vom AS Rom oder Emre Can vom FC Liverpool. Und die Verlierer gibt es natürlich auch: Dortmunds Marcel Schmelzer könnte wahrscheinlich Kopfstände zwischen zwei gelungenen Aktionen auf dem Platz machen, Löw würde über den Dortmunder hinwegsehen. Das seien "bittere Momente" gewesen, als Löw den nichtnominierten Spielern die Botschaft per Telefon habe mitteilen müssen, sagte der Bundestrainer. Wir habe ihnen allerdings auch sagen können: "Das bedeutet nicht zwangsläufig das Ende für die Nationalmannschaft." Aber so gut wie.

Zeit Online

Ein paar Dutzend deutsche Fußballer waren sehr aufgeregt, als in den vergangenen Tagen ihr Telefon klingelte. Man weiß ja nie, wen man dran hat. Den Steuerberater, die Schwiegermutter oder doch Joachim Löw? 27 von ihnen werden sich über den Anruf des Bundestrainers gefreut haben. Einige Spieler aber werden enttäuscht sein. Der Torwart Kevin Trapp etwa oder Christoph Kramer, einer der Finalhelden von 2014, wurden aussortiert. Im Gegenzug blieb die ganz große Überraschung aus. Philipp Lahm ist nicht vom Rücktritt zurückgetreten, obwohl das Fußballland es gut gebrauchen könnte. Max Kruse wurde nicht begnadigt. Und Lukas Podolski ist doch wieder dabei. Es gehe bei diesem Turnier um mehr, als nur guten Fußball zu spielen, sagte Joachim Löw.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Zugleich darf man sich von der neuen Jugendwelle nicht täuschen lassen. Über eine Generation wie diejenige, die 2009 U-21-Europameister wurde und den Stamm der späteren Weltmeistermannschaft bildete, verfügt der deutsche Fußball derzeit nicht. Das ist auch die interne Einschätzung in der sportlichen Führung der Nationalmannschaft. Und vielleicht auch einer der Gründe, warum Löw die EM als Zwischenschritt auf dem Weg zur WM in zwei Jahren in Russland deklariert hat. Jetzt in Frankreich wird es noch einmal stark auf diejenigen ankommen, die es auch schon 2014 gerichtet haben.

Goal.com

Die Mischung macht's! Mit diesem Credo ist Löw auch in der Vergangenheit gut gefahren - der WM-Titel 2014 und die Ergebnisse bei den vorigen Turnieren geben ihm Recht. Und spätestens wenn ein blutender Schweinsteiger am 10. Juli den Henri-Delaunay-Pokal in den Pariser Nachthimmel streckt, dann ist es wieder Zeit für "Die Mannschaft" - und diese besteht aus 23 Spielern.

Schwäbische Zeitung

Man kann Joachim Löw herzlich gratulieren zu seinem 27-köpfigen EM-Kader: Der Bundestrainer gibt den vier Jungspunden Joshua Kimmich, Julian Weigl, Julian Brandt und Leroy Sané die Chance, sich zumindest im Trainingslager zu profilieren und wird damit den Konkurrenzkampf schüren. Er hat den ewigen Lukas Podolski wieder nominiert, den Mann für die gute Stimmung - keiner schmeißt so schön Reporter in den Pool wie der Kölner von Galatasaray Istanbul. Und natürlich hat Löw auch den in der Türkei fast neugeborenen Mario Gomez wiederentdeckt, so viele Torjäger hat er ja auch nicht. Nur einen hat Löw vergessen: Matthias Ginter. Der Dortmunder, den Thomas Tuchel vom Innenverteidiger und Sechser zum Rechtsverteidiger mit Vorwärtsdrang umgeschult hat, kam in dieser Saison auf drei Tore und sieben Assists und einen glänzenden "kicker"-Notenschnitt von 3,18. Sein Hoffenheimer Rivale Sebastian Rudy liegt bei einer 3,93, darf aber mit nach Frankreich. Das muss man nicht verstehen.

Neue Osnabrücker Zeitung

Die Bekanntgabe des Kaders hat insofern ein gewisses Gewicht, als dass bis zur EM kaum noch ein Überraschungskandidat auf den EM-Zug aufspringen wird. Es werden aber zwangsläufig noch einige Trainingslager-Mitreisende herunterfallen. Am 30. Mai muss Löw seinen Kader von aktuell 27 auf 23 Spieler abspecken, die endgültig mit zum Turnier nach Frankreich reisen. Bis dahin bleibt noch reichlich Zeit für die nominierten Spieler, sich im Training zu empfehlen. Und Zeit für die Millionen Hobby-Bundestrainer, über den DFB-Kader zu spekulieren. Ob Löw richtig gewählt hat oder nicht, wird sich eh erst ab dem 12. Juni zeigen – „entscheidend ist auf‘m Platz“, heißt es seit Adi Preißler. Das ist im Fußball so etwas wie ein geschriebenes Gesetz, aber keine Überraschung.

Hessische Niedersächsische Allgemeine

Löw ist sich treu geblieben. Er vertraut einem kleinen Stamm von Spielern bedingungslos. Wer in diese Kategorie fällt, muss nicht gänzlich fit sein wie Bastian Schweinsteiger oder kann auch seinen Zenit schon überschritten haben wie Lukas Podolski. Löw aber hält die Persönlichkeit dieser Spieler für so wichtig, dass sie enormen Wert für das Innenleben dieser Mannschaft haben. Darüber hinaus baut Löw ganz gern die Top-Talente der Saison in einen vorläufigen Kader ein, um dem Team neue Impulse zu geben und den Nachwuchskräften die Möglichkeit, im Kreise der Elite Erfahrung zu sammeln. Beim Bundestrainer steht die Chemie des Teams im Vordergrund. Das ist nicht nur klug, sondern auch geboten, um die Aussicht auf den maximalen Erfolg bei einer Europameisterschaft zu haben.

Sportbild

Oft wurde Jogi Löw vorgeworfen, dass er zu sehr an altgedienten Kräften festhält. An Spielern, mit denen er große Erfolge feiern konnte, obwohl diese sportlich nicht viel dazu beitrugen. Diesmal ist es anders. Neben den zurückgetretenen Weltmeistern Lahm, Klose und Mertesacker fehlen noch sechs (!) weitere Titelträger aus Brasilien in Jogis vorläufigem EM-Kader. Ihre durchwachsenen Leistungen in dieser Saison haben dem Bundestrainer einfach nicht gereicht. Stattdessen hat Löw ein starkes Signal Richtung Zukunft gesetzt: die Bubis Kimmich, Weigl, Sane und Brandt können sich im Trainingslager für das Turnier empfehlen – sollen reinschnuppern und für die nächsten Jahre aufgebaut werden.

Der Westen

Warten wir es also ab und schauen, ob das deutsche Team, das als Mitfavorit nach Frankreich fährt, erneut gut genug ist, um am Ende als strahlender Sieger dazustehen. Eine langweilige Solonummer, wie wir sie aus der Bundesliga kennen, ist jedenfalls nicht zu erwarten. Und das ist auch gut so.
   

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