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Kunsthaus Kaufbeuren

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ROSSING CULTURES
Der Farbholzschnitt in Europa und Japan 1900-1950 20.12.2017 – 02.04.2018



Natori Shunsen, Der Schauspieler Nakamura Ganjiro I in der Rolle des Sakata Tojyuro, 1925, Courtesy Galerie Le Cabinet Japonais, München

Die Ausstellung CROSSING CULTURES widmet sich den künstlerischen Wechselbeziehungen zwischen Japan und Europa im Medium des Farbholzschnitts. Rund 130 Werke von über 40 Künstlerinnen und Künstlern veranschaulichen einen regen kulturellen und künstlerischen Austausch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.



Martha Cunz, Feierabend, 1906, Courtesy Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen

Zu sehen sind filigran geschaffene Blätter, die teils mittels höchst aufwendiger Drucktechniken hergestellt wurden. Die elegischen Motive berühren durch eine poetische Bildsprache und faszinierend schöne Farbnuancierungen. Charakteristische japanische Bildmotive kreuzen sich mit europäischen Sujets und Perspektiven.



Carl Thiemann, Grunewaldsee, 1910, Courtesy Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen

Nach einer Jahrhunderte andauernden Isolationspolitik gelangten durch die Marktöffnung Japans ab Mitte des 19. Jahrhunderts vermehrt japanische Kulturgüter in den europäischen Raum.



Carl Thiemann, Weiße Lilien, 1917, Courtesy Gemäldegalerie Dachau

Die fernöstliche Ästhetik löste nun eine regelrechte Japanmode aus, und die Liebe zu Exotischem und Neuem erfasste auch die Kunst – im Besonderen die Avantgarde-Bewegungen der Impressionisten, des Jugendstils, des Art Nouveau und des Expressionismus zeigten sich begeistert von der so anders wirkenden Bild- und Formensprache der japanischen Holzschnitte, auch »ukiyo-e« (»Bilder der heiteren, vergänglichen Welt«) genannt.



Peter Behrens, Der Kuss, 1898, Courtesy Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen

Der »Japonismus« in Europa beförderte ein Aufbrechen bestehender Konventionen in der Kunst zugunsten neuer Arbeitsweisen und Bildvorstellungen. Diese Beeinflussung verlief keineswegs einseitig.



Wassily Kandinsky, Reiter vor Rot I, 1911, Courtesy Schloßmuseum Murnau

Auch japanische Künstler lösten sich immer mehr von den traditionellen Darstellungsmodi und erneuerten die Gattung des Farbholzschnitts grundlegend.



Franz Marc, Fabeltier, 1912, Courtesy Schloßmuseum Murnau












Kitano Tsunetomi, Die Heldin Umekawa, um 1923, Courtesy Galerie Le Cabinet Japonais München

Der wechselseitige, fruchtbare Austausch Japans und Europas lässt sich in zwei Phasen einteilen: Die erste Welle, die von 1850 bis etwa 1900 andauerte, wurde bereits zu Genüge von der kunstwissenschaftlichen Forschung und im Rahmen von Ausstellungen thematisiert. Für die zweite Welle jedoch, die zum Ende des 19. Jahrhunderts einsetzte und sich bis zur Mitte des Jahrhunderts zu einer ungeahnten Blüte entwickelte, steht eine intensive Ausstellungs- und Forschungsarbeit noch aus.



Carl Moser, Weissgefleckter Pfau, 1906, Courtesy Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen

Ziel der Ausstellung ist es daher, einen repräsentativen Querschnitt durch die reiche Produktion im künstlerischen Ausdrucksmedium des Farbholzschnitts zwischen 1900 und 1950 zu zeigen und damit weitere Impulse für eine intensive Auseinandersetzung mit dieser Thematik zu initiieren.



Max Kurzweil, Der Polster, 1903, Courtesy Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen

Unter dem verbindenden Aspekt der Bedeutung des Farbholzschnitts für die Entwicklung der Avantgarden in Europa und Japan vereint CROSSING CULTURES Werke bekannter europäischer Künstler wie Wassily Kandinsky, Franz Marc, Emil Orlik, Otto Eckmann, Martha Cunz, Ewald Mataré, Carl Moser, Hans Neumann, Walther Klemm oder Carl Thiemann mit jenen von japanischen Vertretern der sogenannten » shin-hanga«-Bewegung wie Kawase Hasui, Tsukioka Kogyo, Tsuchiya Rakusan, Ito Shinsui, Natori Shunsen, Kitano Tsunetomi oder Hiroshi und Toshi Yoshida, deren künstlerisches Schaffen einem breiten Publikum noch weitgehend unbekannt sein dürfte.



Tsuchiya Rakusan, Blühender Lotus und Eisvogel (Hochsommer) 1932, Courtesy Privatsammlung München

Mit der Gegenüberstellung herausragender Positionen des europäischen und japanischen Farbholzschnitts möchte das Kunsthaus Kaufbeuren den künstlerischen Dialog dieser zwei Kulturkreise vor Augen führen und nachvollziehbar machen.



Tsuchiya Kôitsu, Evening View from Lake Sai 1938, Courtesy Sammlung Sven Drühl, Berlin

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit Textbeiträgen (deutsch / englisch), die zu einer vertieften Auseinandersetzung anregen sollen, verschiedene Aspekte des Themas der Ausstellung beleuchten und sich mit dem Schaffen einzelner Künstlerpersönlichkeiten beschäftigen.



Tsukioka Kogyo, Arashiyama, 1923, aus der Serie 'Nogaku Hyakuban', Courtesy Privatsammlung München


Mehr Infos unter: www.kunsthaus-kaufbeuren.de
   

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