Claudio Abbado

claudio-abbado © Cordula Groth
Abbado über Musik: „Es ist wie ein Gespräch, bei dem man nicht nur aufmerksam lauscht, sondern auf den anderen eingeht und versucht, auch das Unausgesprochene, Gefühle und Gedanken zu erfassen.“ Claudio Abbado wurde am 26. Juni 1933 in Mailand geboren. Sein musikalisches Talent war ihm in die Wiege gelegt; Abbados Mutter Maria war Klavierlehrerin, sein Vater Michelangelo Musiklehrer und Violinist. Seinen ersten Klavierunterricht bekam er von seinem Vater, bis er im Alter von 16 Jahren ein Studium in Klavier, Komposition, und etwas später auch Orchesterleitung begann. Während seines Klavierstudiums studierte er Bachs Werke für Orgel besonders intensiv.

Nach dem Abschluss seines Studiums in Mailand ging Abbado nach Siena. In der italienischen Küstenstadt lernte er bei einem Dirigierkurs Zubin Mehta kennen. Mehta vermittelte Abbado in der Folge zum weiteren Studium nach Wien an den österreichischen Dirigentenprofessor Hans Swarowsky. 
Abbado bewährte sich erstmals vor größerem Publikum auf einem Dirigierwettbewerb in Tanglewood, auf dem er mit dem Kussewitzky Preis des Boston Symphony Orchestra ausgezeichnet wurde.

1960 gab Abbado mit Werken von Domenico Scarlatti sein Dirigentendebüt an der Piccola Scala in Mailand.
Sein außergewöhnliches Talent und das große Spektrum seines künstlerischen Interesses wurden schon in seinen frühen Dirigentenjahren bemerkbar. Dies zeigte sich vor allem in seiner Interpretation von Prokofjews „Die Liebe zu den drei Orangen“, seiner ersten Opernaufführung in Triest.

Auf Einladung Herbert von Karajans gab Abbado 1965 sein Dirigentendebüt mit den Wiener Philharmonikern mit Mahlers Sinfonie Nr. 2 auf den Salzburger Festspielen.
Nachdem Abbado 1966 erstmals mit seiner späteren großen Liebe, den Berliner Philharmonikern, zusammenarbeitete, kam es im selben Jahr zu seinem ersten großen „Heimspiel“: Abbado eröffnete mit Bellinis „I Capuleti e i Montecchi“ gemeinsam mit Luciano Pavarotti und Renata Scotto die Opernsaison im großen Haus der Mailänder Scala.

Nachdem Abbado auch die beiden folgenden Spielzeiten eröffnete, bekam er 1968 eine Festanstellung an der Mailänder Scala und wurde drei Jahre später sogar zum Musikdirektor des traditionellen italienischen Opernhauses ernannt.  
1977 wurde Abbado schließlich zum künstlerischen Leiter der Scala ernannt, der er bis 1986 treu blieb und die unter seiner Leitung zahlreiche Erfolge feierte, unter anderem mit bedeutenden neuen Werken wie Stockhausens „Samstag aus Licht“. 

Nach seinem Debüt 1984 an der Wiener Staatsoper, wurde er zwei Jahre später auch an der besten österreichischen Opernadresse Musikdirektor. Doch Abbado hörte nicht auf aufzusteigen. Nur ein Jahr später wurde der begnadete Italiener zum Generalmusikdirektor der Stadt Wien ernannt. Wiederum ein Jahr später gründete Abbado das Festival Wien Modern, dass sich Aufführungen zeitgenössischer Musik widmet.

Im Oktober 1989, nach dem Tod Herbert von Karajans, wurde Abbado neuer Künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker. Die Arbeit mit den Philharmonikern war gerade in der Anfangszeit jedoch von starken Spannungen geprägt. Abbados sehr offenes Verständnis von Musik stand in einem sehr heftigen Kontrast zum sehr autoritären Führungsstil Karajans. Als Abbado im Jahr 2000 an Magenkrebs erkrankte, beendete er im Jahr 2002 seine Tätigkeit bei den Berliner Philharmonikern.

Nach seinem Engagement bei den Berliner Philharmonikern kehre Claudio Abbado nach Italien zurück. In Bologna, wo er bis zu seinem Tod am 20. Januar 2014 lebte, widmete er sich seinem letzten Projekt: Gemeinsam mit jungen Musikern aus Italien wurde 2004 auf Initiative Carlo Maria Badini das „Orchestra Mozart“ gegründet. Bis zu seinem Tod fungierte Abbado als künstlerischer Leiter des Projekts.
Typisch Abbado: Auch bei seiner letzten Station war er außerordentlich erfolgreich. 2014 wurde das Orchestra Mozart für einen Grammy Award nominiert.
   

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