Daniel Barenboim

daniel-barenboim © Peter Adamik
Daniel Barenboim ist eigentlich Pianist und Dirigent. Manchmal auch beides zugleich. So schreckt er nicht davor zurück, das Dirigat von Beethovens Fantasie für Klavier, Chor und Orchester in c-Moll op. 80 zu übernehmen und dabei selbst als Solist am Flügel zu sitzen. Den Rücken zum Publikum gewandt, dirigiert Barenboim unter vollem Körpereinsatz Orchester und Chor vom Adagio über das Adagio ma non troppo bis hin zum Schlusschoral.

 


Bereits 1954 urteilte Wiilhelm Furtwängler über den gerade mal 12-Jährigen Barenboim, er sei ein Phänomen. Ein Phänomen, das am 15. November 1942 in Buenos Aires als Sohn jüdisch-russischer Immigranten das Licht der Welt erblickte. Seine musikalische Ausbildung begann im Alter von 5 Jahren bei seinen Eltern. 1950 gab Barenboim sein erstes Konzert in Buenos Aires und setzte seine musikalische Ausbildung 1954 in Direktion und  Komposition bei  Igor Markevich in Salzburg fort.
In den darauffolgenden Jahren folgten zahlreiche Klavierdebüts in Paris, New York und Berlin. 1964 übernahm Barenboim das Dirigat des English Chamber Orchestra.
Erfolge in Großbritannien, Australien, Indien und Japan folgten. 1969 übernahm Barenboim das Dirigat der Berliner Philharmoniker und debütierte mit eben diesen in Berlin. Über die Berliner Philharmoniker äußerte er sich: „Jeder Dirigent, der Ihnen sagt, dass er an den Berliner Philharmonikern nicht interessiert ist, der lügt.“

Der musikalische Erfolg Barenboims bestätigt sich in den unterschiedlichsten Dirigaten, zahlreichen Preisen und mehrfachen Ehrungen. Barenboim dirigierte u. a. das Orchestre de Paris (1975), die Staatsoper unter den Linden Berlin (seit 1992 Generalmusikdirektor), das Chicago Symphony Orchestra (1991-2006) und die Mailänder Scala (2006-2014). Neben mehreren ECHO KLASSIK, Grammy Awards und Ehrendoktortiteln, wurde Barenboim zudem für seinen musikalischen Einfluss und Erfolg im Jahre 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Doch besticht er auf musikalischer Ebene so polarisiert er auf politischer Ebene. Auf der einen Seite wird Barenboim für sein politisches Engagement in der Annäherung des Nahostkonfliktes gewertschätzt. 1999 gründete er zum Beispiel das Orchester des West-Östlichen Divans, das sich aus israelischen und palästinensischen Musikern zusammensetzt. Auf der anderen Seite sehen viele Kritiker in Barenboims Engagement eine antiisraelische Haltung. So sollte Barenboim 2001, nachdem er mit der Staatskapelle Berlin als Zugabe einen Auszug aus Wagners Tristan und Isolde in Israel spielte, zur politischen persona non grata degradiert werden. Der Grund: es sei verpönt Wagner, aufgrund seiner antisemitischen Haltung, in Israel zu spielen.



   

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