Gustavo Dudamel

gutsavo-dudamel © RIchard Reinsdorf
"I remember that I had a favorite game. I had little toy soldiers, but not with guns. I would put them into orchestral positions, and then I would put on some music, and I would always be the conductor. It was fun!" (Gustavo Dudamel) Gustavo Adolfo Dudamel Ramírez wird am 26.Januar 1981 in Barquisimeto, einer Großstadt Venezuelas, geboren. Seine Mutter ist Gesangslehrerin, sein Vater Posaunist - und auch der junge Gustavo träumt davon, eines Tages auf der großen Bühne zu stehen. Anstatt mit anderen Kindern durch Barquisimeto zu ziehen, übt Gustavo lieber auf seiner Geige, studiert Orchesterpartituren oder dirigiert sein Spielzeugorchester.

Im Rahmen des staatlich finanzierten Förderprogramms „El Sistema“ erhält Dudamel eine umfangreiche musikalische Ausbildung. El Sistema bietet jungen  Musikerinnen und Musikern neben der finanziellen Unterstützung vor allem auch ein soziales Umfeld. So lernen die Schüler/innen den alltäglichen Umgang mit anderen Menschen kennen und laufen weniger Gefahr, in die Kriminalität oder die Drogenszene Venezuelas abzurutschen.

Es ist wohl dem Zufall geschuldet, dass  Dudamels Dirigiertalent entdeckt und gefördert wird: Im Alter von nur zwölf Jahren darf er vertretungsweise das Jugendorchester von El Sistema dirigieren, woraufhin er schon bald ins Blickfeld berühmter Dirigenten wie Claudio Abbado und Sir Simon Rattle gelangt.
2002 wird Dudamel schließlich zum Studium bei den Berliner Philharmonikern eingeladen, wo er sich durch seinen enormen Ehrgeiz und das große Interesse an der Musik unter Beweis stellen kann.

Obwohl Dudamel in den folgenden Jahren eine beeindruckende Karriere hinlegt, bleibt er seinen Wurzeln treu. Einen Großteil der Zeit arbeitet er mit dem venezulanischen Jugendorchester zusammen und  wird rasch zum Sinnbild einer neuen Klassikbegeisterung in seinem Land.

Auch international weiß Dudamel zu begeistern. So arbeitet er mit berühmten Orchestern zusammen und ist Chefdirigent des YOLA („Youth Orchestra Los Angeles). 2016 tritt er sogar, gemeinsam mit dem YOLA, in der Halbzeitshow des weltbekannten Superbowls auf. Des Weiteren wird Dudamel 2017 zum jüngsten Dirigenten des Wiener Neujahrskonzerts.

Dudamels persönliche Beziehung zu der Musik wird zum Markenzeichen seines Dirigats. Die Nähe zu Publikum und Orchester wirkt nicht erzwungen oder übersteigert, sondern authentisch und individuell. Diese Freude an der Musik möchte Dudamel in Zukunft auch jüngeren Generationen in Venezuela vermitteln. Musik ist eben keine elitäre Kunst, sondern kann jedem Menschen zugänglich gemacht werden.
   

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