James Horner

james-horner © 2012 Twentieth Century Fox
And the Oscar goes to ... Mister James Horner! So hieß es 1998, als der Komponist für seine Musik zum Film “Titanic” gleich zweimal mit dem wohl begehrtesten Preis der Filmbranche ausgezeichnet wurde. Seinen Durchbruch in Hollywood feierte Horner jedoch schon fast zwei Jahrzehnte früher, als er die Musik zum zweiten Star-Trek-Film schrieb. James Horner kam 1953 als Sohn eines österreichischen Einwanderers in Los Angeles zu Welt. Durch seinen Vater Harry Horner, der als Szenenbildner in Hollywood sehr erfolgreich war, konnte Horner schon früh erste Einblicke in die Welt der Filmproduktion gewinnen. Später zog die Familie nach London. Dort begann Horner dann auch am Royal College of Music sein Musikstudium, welches er an der University of Southern California in Amerika fortführte. Jedoch erfüllte den jungen Studenten das klassische Studium nicht wirklich:

„Ich ging auf das Royal College of Music und studierte, was jeder an der Universität studiert: Bach... Ich war jedoch vollkommen in meinem eigenen Kopf, an einem anderen Ort. Ich schrieb massenhaft Requiem und dachte über Arien und andere Welten nach... Nach dem zweiten Jahr verließ ich die Universität.“

Während seines Studiums zog es den jungen Komponisten dann auch immer wieder an zentrale Stätten moderner Musikentwicklung. So studierte er zum Beispiel einige Zeit an der Musikhochschule in Hamburg bei György Ligeti und hegte den Wunsch, auch bei anderen zeitgenössischen Komponisten wie Benjamin Britten zu studieren. Er kehrte dann jedoch nach Amerika zurück, um sich ein weiteres Mal an einer akademischen Karriere zu versuchen und schloss sein Studium erfolgreich ab. Seine Doktorarbeit aber blieb unvollendet.

Im Anschluss übernahm der Komponist erste Arbeiten für das American Film Institut, einer Filmhochschule. Schließlich widmete er sich dann ganz der Komposition von Filmmusik, was zunächst überhaupt nicht sein Plan war: 

„Es war nie meine Absicht Filmmusik zu machen. I wollte ein Komponist sein, das war meine Berufung […]  Es war kein Geld da. Sie konnten kaum die Musiker bezahlen. Ich war mittellos. Und ich hatte keinerlei Übung mit Filmmusik-Techniken. Ich bin quasi ins kalte Wasser gesprungen und habe den Job gelernt. Am Anfang habe ich mir meinen Weg erlogen. Habe behauptet, dass ich mehr weiß als ich tatsächlich wusste. Es war mir zu peinlich zu zugeben, dass ich nichts wusste.“

Im Laufe seines Lebens schrieb er Musik für über 100 Filme, darunter zahlreiche Kassenschlager wie Braveheart, Avatar oder Apollo 13. Er war insgesamt je zehn Mal für den Golden Globe und den Oscar nominiert, gewann diese jedoch nur einmal, für Titanic.

Besonders zeichnet sich die Filmmusik Horners, welche er stets dem Ambiente des Films anpasste, durch die vielfältige Instrumentierung und durch Zitate klassischer Musik aus.
Für den Film „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ von James Cameron arbeitete der Komponist mit einer Musikethnologin zusammen, um für die im Film vorkommende außerirdische Rasse eine völlig neue Musikkultur zu entwickeln. Im Film „Apocalypto“ verzichtete Horner auf ein klassisches Orchester und wählte stattdessen eine Vielzahl von Volksinstrumenten, um dem eher rauen Grundton des Films gerecht zu werden.  

Häufig wird der Musik von James Horner vorgeworfen, sie bediene sich zu sehr an klassischen Werken oder eigenen Musikzitaten, selbst Plagiatsvorwürfe stehen immer wieder im Raum. Allerdings treffen diese Vorwürfe auch auf andere große Filmmusikkomponisten wie Hans Zimmer oder John Williams zu. Horner selbst äußerte sich 1995 zu diesem Vorwurf:

„In der Ära Mozarts war Mozart von allen der Beste. Wenn man allerdings fünfzehn beliebige andere Komponisten der Zeit heranzieht, so war deren Musik mit der von Mozart im Grunde identisch. Hört man sich seinen Vater oder Michael Haydn an, so sprachen alle dieselbe musikalische Sprache. Filmmusik ist da diese sonderbare Sache, bei der sich jeder Score vom anderen unterscheiden muss, das sagen zumindest die Juristen. Aber für einen Künstler ist das unmöglich. […] Für mich ist klassische Musik – ernste Musik – eine wundervolle Welt, aus der ich mich bediene.“

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere - Horner hatte gerade die Musik für den 2016 erschienen Film „Die glorreichen Sieben“ abgeschlossen - kam der Komponist bei dem Absturz seines einmotorigen Fluges im Juni 2015 in Südkalifornien ums Leben.
   

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