Leonard Bernstein

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Leonard Bernstein wurde am 25. August 1918 in Lawrence, Massachusetts, geboren. Schon als Kind lernte er Klavier spielen und wurde an der Harvard University unterrichtet. Mit gerade mal 27 Jahren wurde er Chefdirigent des New York City Symphony Orchestra und machte sich einige Jahre später auch als Pädagoge, unter anderem mit einer Dirigierklasse beim Berkshire Music Center in Tanglewood, einen Namen. 1958 wurde er dann von den New Yorker Philharmonikern zu ihrem Musikdirektor ernannt. Besonders seine Mahler-Interpretationen trugen wesentlich zu seiner Anerkennung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei. Als Gastdirigent der New Yorker Metropolitan Oper oder als erster amerikanischer Dirigent der Mailänder Scala verschaffte er sich auch als Operndirigent großes Ansehen.

Leonard Bernstein war außerdem als Komponist tätig und komponierte unter anderem drei Sinfonien, drei Ballette, zwei Opern und Filmmusiken. Mit seinen Broadway-Partituren, vor allem zu "West Side Story", trug er entscheidend zur Entwicklung des amerikanischen Musiktheaters bei. Mit "Mass" wurde 1971 in Washington das Kennedy Center eröffnet, 1981 kam das Werk als erste Bühnenkomposition eines amerikanischen Komponisten an der Wiener Staatsoper zur Aufführung.

Er genoss zwar den Welterfolg seiner Musicals wie der "West Side Story", litt aber darunter, als seriöser Tonsetzer, etwa mit seinen drei Sinfonien, den Opern ("A Quiet Place") und sakralen Werken, nicht annähernd so populär zu sein.

Leonard Bernstein konnte sich auch musikschriftstellerisch mit Werken wie "Freude an der Musik", "Von der unendlichen Vielfalt der Musik" oder "Erkenntnisse"  einen Namen machen.
Im Fernsehen nutzte er konsequent die Möglichkeiten seine Kunst einem breiten Publikum nahe zu bringen, zum Beispiel mit der Reihe "Young People's Concerts" mit den New Yorker Philharmonikern, die 14 Jahre lang gesendet wurde und für die er zehnmal einen Emmy Award erhielt. 
Bernstein erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen wie die Ehrenmitgliedschaft der New Yorker und Wiener Philharmoniker, wurde Ehrenbürger Wiens, Träger des Brahms-Preises und des Goldenen Grammophons.

Er setzte sich früh für die Schwarzenbewegung ein, agierte gegen Atomwaffen, stritt für Abrüstung und gehörte zu den ersten, die Benefiz-Konzerte für Aids-Opfer gaben.

Leonard Bernsteins persönliche Lebensgeschichte beinhaltet eine gewisse Tragik: mit Mitte 20 wurde ein Lungenemphysem diagnostiziert, mit dem er laut seiner Ärzte mit 35 hätte tot sein sollen, und dennoch rauchte er bis zu 100 Zigaretten am Tag. Bernstein hatte zeitlebens, trotz der Heirat mit einer chilenischen Schauspielerin, mit seiner Homosexualität zu.  Nachdem seine Frau an Krebs gestorben war, klagte Bernstein immer häufiger über Atembeschwerden und Schmerzen in der Brust. Trotzdem konzertierte er rastlos in aller Welt und versuchte nebenbei doch noch die große Holocaust-Oper zu schreiben, die er den Juden schuldig zu sein glaubte. Bei seinem letzten Konzert am 19. August 1990 in Tanglewood, bei welchem er während des dritten Satzes von Beethovens 7. Sinfonie von einem Hustenkrampf geschüttelt wurde, dirigierte er die die Bostoner Symphoniker bis er wieder zu Atem kam nur noch mit den Augen, Knien und den Schultern.

Leonard Bernstein starb am 14. Oktober 1990 mit 72 Jahren in seinem New Yorker Appartement. Seine Freunde legten neben einem Taktstock und einem Stückchen Bernstein nicht die Noten eines seiner eigenen Werke in den Sag, sondern die Partitur von Mahlers 5. Sinfonie – Musik, deren Zerrissenheit und Weltschmerz niemand eindrucksvoller interpretieren konnte als Leonard Bernstein.
   

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