Leonard Slatkin

leonard-slatkin © insidesonymusic/ unbekannt
“There is no ‘perfect’ in music. If I were ever to come off the stage feeling that the performance could not have been better, it would then be time to quit.” Leonard Slatkin wurde am 1. September 1944 in Los Angeles geboren. Wie viele seiner Kollegen wurde auch Slatkin in eine Musikerfamilie hineingeboren. Sein Vater Felix Slatkin gründete, nachdem er aus der Sowjetunion in die USA übergesiedelt war, das Hollywood String Quartet. Seine Mutter, Eleanor Aller, die aus New York stammte, war die Cellistin des Quartetts.

Nach dem Schulabschluss studierte Slatkin zunächst an der Indiana University und am Los Angeles City College Klavier. Noch während seines Studiums wechselte er an die Juilliard School in New York City, wo er unter Jean Morel Dirigieren studierte.
1966, im Alter von 22 Jahren, wurde Slatkin nach dem erfolgreich abgeschlossenen Studium musikalischer Direktor und Chefdirigent der New York Youth Symphony.

1968 wurde der junge Slatkin von dem tschechisch-amerikanischen Dirigenten Walter Susskind zum Assistenzdirigenten des Saint Louis Symphony Orchestra ernannt. Während seiner Zeit in Saint Louis war Slatkin für drei Jahre Teil eines KDNA-Radioprogramms mit dem Namen „The Slatkin Project“. 1977 verließ er Saint Louis, um Chefdirigent der New Orleans Symphony zu werden. Doch bereits zwei Jahre später kehrte er als Chefdirigent nach Saint Louis zurück.

Nachdem Slatkin das Saint Louis Symphony Orchestra (SLSO) als Chefdirigent übernahm, stieg seine nationale Bedeutung deutlich. Unter Slatkin wurde das SLSO zu dem gefragtesten Sinfonieorchester der USA. Vor allem das ausgezeichnete musikalische Handwerk des Orchesters und die kreative künstlerische Ausrichtung begeisterten Kritiker und Publikum immer wieder aufs Neue. 1984 wurde er erstmals mit dem Grammy Award für die Beste Klassische Aufnahme für Prokofieffs Sinfonie Nr. 5 gemeinsam mit seinem SLSO ausgezeichnet. Ein Jahr später nahm er Tschaikowskys Nussknacker mit dem SLSO auf und schuf so die erste CD-Komplettaufnahme des Tschaikowsky-Balletts.

1990 wurde Slatkin für seine Verdienste rund um das Saint Louis Symphony Orchestra auf dem Saint Louis Walk Of Fame verewigt. 1996, nach insgesamt 17 Jahren als Chefdirigent des Saint Louis Symphony Orchestra, gab er den Posten auf um das National Symphony Orchestra in Washington, D.C. zu übernehmen. Noch im selben Jahr wurde er zum Ehrendirigenten des SLSO ernannt, was seine Verdienste um die klassische Musik in St Louis unterstreicht. Doch auch mit dem National Symphony Orchestra zeigte sich Slatkins außergewöhnliche Dirigentenkunst schnell. Gleich in seinem ersten Jahr wurde er gemeinsam mit seinem neuen Orchester für John Coriglianos erste Sinfonie mit seinem insgesamt dritten Grammy-Award von insgesamt fünf Grammy-Awards für das beste klassische Album des Jahres ausgezeichnet.

Zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Chefdirigent des National Symphony Orchestra war Slatkin von 1990 bis 1999 Direktor des Blossom Festivals des Cleveland Orchestras, ein Sommerkonzert-Event in Cleveland. 2000 wurde Slatkin neben seiner Tätigkeit beim National Symphony Orchestra auch der neue Chefdirigent des BBC Symphony Orchestra. Ein Jahr später wurde Slatkin die Ehre zu Teil, als erst zweite nicht-britische Persönlichkeit die Last Night of the Proms zu dirigieren.

Im Gegensatz zu seinen vorherigen Projekten als Dirigent war die Arbeit mit dem BBC Symphony Orchestra schnell von Spannungen und Meinungsverschiedenheiten geprägt, weshalb die Zusammenarbeit schon 2004, zum 110. Jubiläum der „Night of the Proms“ endete. 2004 wurde er zum ersten Gastdirigenten des Los Angeles Philharmonic Orchestra und ein Jahr später zum ersten Gastdirigenten des Royal Philharmonic Orchestra in London ernannt. Im selben Jahr wurde er zum Musikdirektor des Detroit Symphony Orchestra. 2008 wurde er zudem erster Gastdirigent des renommierten Pittsburgh Symphony Orchestra. In diesen Jahren wollten viele Orchester Slatkin als Gastdirigenten haben. Womöglich hat er zu viele Wünsche erfüllt, da er 2009 bei einem Konzert in Amsterdam eine Herzattacke erlitt. Seitdem tritt Slatkin kürzer und unterschreibt nur noch Verträge über eine Spielzeit.

2015 verlängerte er den Vertag in Detroit bis in die Saison 2017/18 hinein. Zudem wurde er zum ersten Ehren-Musikdirektor des Orchesters überhaupt gekürt. Sein weltumspannender und mit allen möglichen Auszeichnungen und Ehrungen verbundener Erfolg als Dirigent in den USA sowie in Europa sucht im 20. Jahrhundert seinesgleichen. Weltweit  ist Slatkin trotz seines mittlerweile hohen Alters von 72 Jahren ein ausgesprochen gern gesehener Gast. Er selbst sagt über seine beispiellose Karriere nur, dass er nun in diesem Alter „im spaßigen Teil“ des Berufes angekommen ist. Daher hat er auch aus freien Stücken auf große Teile seines Gehalts beim Detroit Symphony Orchestra verzichtet, um dem finanziell angeschlagenen Orchester unter die Arme zu greifen.
   

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