Marijana Mijanović

marijana-mijanović © Uwe Arens
Ursprünglich galt ihre Leidenschaft dem Klavier. Nur nebenbei nahm die serbische Altistin Marijana Mijanović Gesangsunterricht, bis sie von ihrer Gesangslehrerin auf ihre bemerkenswerte Stimme aufmerksam gemacht wurde - eine Stimme, die derart dunkel und ausdrucksstark klingt, dass Mijanović sich gar nicht erst auf weibliche Rollen beschränken muss. Geboren wird Marija Mijanović 1972 im serbischen Valjevo. Während ihres Klavierstudiums in Belgrad steht sie dem Gesangsberuf eher ablehnend gegenüber: „Wenn du eine Musikerin bist, die täglich sechs bis acht Stunden Klavier übt, magst du Sänger einfach nicht. Sie scheinen dumm und eitel.“1

Neben ihrem Studium nimmt sie Gesangsunterricht und begeistert sich nicht zuletzt durch die Ermutigung ihrer Gesangslehrerin Cora Canne Meijer immer mehr für den Gesang. Sie ist es auch, die Mijanović zur Teilnahme an einem Wettbewerb überredet, den sie entgegen ihrer eigenen Erwartungen gewinnt. Dieser Erfolg bekräftigt sie in der Entscheidung, ihrer neu entfachten Leidenschaft nachzugehen. So nimmt die androgyne Solistin 1994 ihr Gesangsstudium am Sweelinck-Konservatorium in Amsterdam auf.

Ihren internationalen Durchbruch hat Mijanović im Jahre 2000 auf dem Festival d’ Aix-en-Provence, bei dem sie die Penelope in Monteverdis Il Ritorno d’ Ulisse in Patria unter William Christie verkörpert. Im Anschluss an diesen Erfolg kann sie sich vor Anfragen kaum retten, was schließlich zu einer Überstrapazierung ihrer Stimme führt – sie muss das Singen für sechs Monate pausieren. In dieser Zeit lernt sie, mit dem Druck umzugehen, dem sie sich vor allem selbst aussetzt.

Dem Durchbruch folgen ein Festengagement am Opernhaus Zürich sowie zahlreiche Gastauftritte mit William Christies Ensemble Les Arts Florissants. Das Lob der internationalen Kritiker zieht Mijanović als Giulio Cesare in Händels Giulio Cesare in Egitto auf sich. „Ich mache keine Feldforschung am lebendigen Objekt und beobachte nicht die Bewegungsmuster von Männern“, so Mijanović zu ihrer Interpretation der Rolle, „hingegen gebe ich mich ganz in die Musik hinein, die Händel punktgenau komponiert hat.“2

Heute lebt die Altistin in Zürich. Sie hat keine Kinder, dafür aber einen Hund namens Max, der ihr hilft, jeglicher mit ihrem Beruf zwangsmäßig verbundenen Einsamkeit vorzubeugen.


 


1Neue Zürcher Zeitung vom 16.04.2006
2Neue Zürcher Zeitung vom 16.04.2006
   

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