Montserrat Caballé

montserrat-caballé © insidesonymusic.do
Das Bild einer „typischen“ Operndiva mag für die meisten Menschen vermutlich durch zwei Stereotypen geprägt sein. Auf der einen Seite steht die launisch, exzentrische, jedoch auch tragisch, leidende Dame der Opernwelt. Auf der anderen Seite erscheint das optische Bild der wohlgenährten Diva, deren physische Erscheinung für eine besonders herausragende Stimme verantwortlich ist. Beide Bilder wurden -  vermutlich - von zwei der bedeutendsten Operndiven des 20. Jahrhunderts geprägt: Maria Callas und Maria de Montserrat Viviana Concepción Caballé i Folch, kurz Montserrat Caballé.

(O mio babbino caro)

Caballé erblickt am 12. April 1933 in Barcelona das Licht der Welt. Nachdem ihre Stimme in Barcelona und Mailand ausgebildet wurde, begann ihre professionelle Opernkarriere im Jahre 1956 an der „Opera Basel“, wo sie in der Rolle der Mimi in Puccinis „La Bohème“ debütierte.



Die darauf folgenden Jahre fielen für ihre Karriere relativ bescheiden aus. Sie verließ Basel und ging für einige Engagements 1959 nach Bremen, wo sich ihre Stimme nur bedingt entwickeln konnte. Der Durchbruch kam am 20. April 1965, als sie für Joan Sutherland in Donizettis „Lucrezia Borgia“ in der Titelpartie einsprang.



In den 1960er Jahren entwickelte sich Ihre Stimme in Richtung des Belcanto, wodurch sie auch die letzten Kritiker überzeugte. „The Gramophone“ lobpreiste drei Einspielungen von Verdi, Donizetti und Rossini wie folgt: „Mit Blick auf die Reinheit des Tons und das Finish der Phrasierung ist das Singen von Mme Caballé in einer anderen Klasse als das jeder anderen zeitgenössischen Sängerin.“

In den 1970er Jahren ist sie im Primadonna-Himmel angekommen. Als legendär gilt ihre Einspielung des „Casta Diva“ aus Bellinis Norma, Maria Callas Paraderolle. Caballé überzeugte sogar die Callas, die angab, dass sie nur sie als Nachfolgerin in dieser Rolle sehe.



Der Weltöffentlichkeit wird jedoch erst Ende der 1980er Jahre auf Caballé aufmerksam, als Sie mit der Rocklegende Freddie Mercury das Lied „Barcelona“ einsang. Das Stück ist eine Hymne an Caballés Heimatstadt und bezeugt die tiefe Bewunderung Mercurys für die katalanische Diva. 1992 erlang es Weltruhm, als es für die Olympischen Spiele in Barcelona zum Titelsong gewählt wurde.



In weiteren Kooperationen arbeitete Caballé unter anderem mit Vangelis, Johnny Logan und Helmut Lotti zusammen. Obwohl sich Caballé immer mehr von den großen Opernbühnen zurückzieht, gibt sie immer noch Konzerte, vor allem zusammen mit Ihrer Tochter Montserrat Martí Caballé.

In jüngster Vergangenheit machte sie jedoch nicht durch ihre außergewöhnliche Stimme und ihre Bühnenpräsenz von sich reden, sondern durch unschöne Schlagzeilen: So wurde Caballé zu 6 Monaten Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 240.00 Euro verurteilt,  da sie der Steuerhinterziehung angeklagt wurde.
Trotz dieses Skandals gilt Caballé als eine der bedeutendsten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie trägt einen Ehrendoktortitel der Universidad Internacional Menéndez Pelayo und wurde mit dem „Großen Bundesverdienstkreuz“ ausgezeichnet.

   

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