Paavo Järvi

paavo-järvi © Julia bayer
„Dirigent ist kein Job, sondern eine Lebensweise.“ Paavo Järvi wurde 1962 in Tallinn, der Hauptstadt Estlands, als Kind einer Musikerfamilie geboren. Sein Vater Neeme Järvi, der Dirigent und Leiter der estnischen Oper war, brachte ihn sehr früh zur Musik und zum dirigieren. Es zeigte sich sehr schnell, dass Paavo Järvi wie auch sein Vater über großes musikalisches Talent verfügte, das von seinem Vater sehr früh intensiv gefördert wurde.

So begann Järvi nach Abschluss seiner Schullaufbahn in Tallinn Schlagzeug und Dirigieren zu studieren. Da die Ausbildung in Estland aber nicht Järvis Vorstellungen entsprach, reiste er 1980 mit seiner gesamten Familie in die USA, um dort seine Ausbildung fortzusetzen. Zunächst wurde er am Curtis Institute of Music von dem renommierten deutsch-amerikanischen Dirigenten Otto-Werner Mueller unterrichtet, bis er Philadelphia verließ um seine Ausbildung am Los Angeles Philharmonic Institute bei Leonard Bernstein zu vervollständigen.

Während seiner Ausbildung startete Järvi sein erstes Musikprojekt. Seit Beginn der 1980er Jahre war er der Schlagzeuger des kammermusikalischen Rockensembles „In Spe“, welches von dem Dirigenten Erkki-Sven Tüür 1979 ins Leben gerufen wurde und in Estland schnell großen Erfolg hatte. Seine Karriere als Dirigent forcierte Järvi in Schweden. Ab 1995 begann er als Leiter des Kungliga Filharmoniska Orkestern in Stockholm.

Doch in Schweden wurde der Este nicht wirklich glücklich. Nach drei Jahren als Dirigent ohne festes Orchester (1998 – 2001) kehrte er in die USA zurück und wurde dort Chefdirigent des Cincinnati Symphony Orchestra, dem er bis 2011 die Treue hielt und seit seinem Abschied weiterhin als Conductor Laureate verbunden ist. Dort erwarb er sich den hervorragenden Ruf, der dann schlussendlich auch in Westeuropa für seinen Durchbruch sorgte.

2004 wurde Paavo Järvi Künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. 2006 trat er die Nachfolge von Hugh Wolff als der neue Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters in Frankfurt am Main an. In der Saison 2010/2011 wurde er zudem zum Chefdirigenten und Musikdirektor des Orchestre de Paris in Nachfolge von Christoph Eschenbach ernannt. Ab der Spielzeit 2015/16 wurde Järvi zudem zum neuen Chefdirigent des NHK Symphony Orchestra aus Tokio ernannt.

2013 endete die Zusammenarbeit Järvis und des hr-Sinfonieorchesters, die von einigen Erfolgen gekrönt war. Järvi rief ein Music Discovery Project ins Leben, bei dem das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks einmal im Jahr gemeinsam mit DJs oder Pop-Künstlern auftritt. Unter anderem für dieses Projekt wurde Järvi 2012 mit dem Paul-Hindemith-Preis der Stadt Hanau ausgezeichnet.

Seine größten Erfolge feierte Järvi mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Neben zahlreichen weiteren erfolgreichen Alben spielte er 2009 mit der Kammerphilharmonie Beethovens neunte Sinfonie auf Urtext-Basis ein. Diese Aufnahme löste einen Sturm der Begeisterung aus und wurde mit Lob überschüttet. 2010 wurde Järvi für diese Aufnahme mit dem ECHO-Klassik als Dirigent des Jahres ausgezeichnet. Doch auch seiner Heimat Estland ist er weiterhin verbunden. So wurde die Aufnahme von Shostakovichs „Cantatas“ zusammen mit dem Estonian Concert Choir und dem Estonian National Symphony Orchestra mit einem Grammy als beste Chordarbietung ausgezeichnet. 

Wie sehr Järvis Arbeit als Dirigent weltweit geschätzt wird zeigt sich neben den Auszeichnungen darin, dass Järvi und die Deutsche Kammerphilharmonie auch außerhalb Europas einen Weltklasseruf genießen. So bezeichnete der japanische Musikkritiker Sachio Morohashi Paavo Järvi und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen nach Veröffentlichung der Beethoven-Aufnahmen als die derzeitig „erfolgreichste Kombination aus Dirigent und Orchester“.
   

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