Sir Roger Norrington

sir-roger-norrington © insidesonymusic/ Thomas Entzeroth
„I love things that break the ice in concerts. I love it when the audience feels confident enough to respond. When that happens, you know the evening is going to be a good one.” (The Guardian vom 26.07.2016) Sir Roger Norrington, einer der wohl sympathischsten Dirigenten unserer Zeit, wird am 16. März 1934 in Oxford geboren. Er wächst in einer musikalischen Familie auf und lernt in seiner Kindheit Geige und Gesang. Zunächst studiert er Geschichte und englische Literatur, widmet aber bereits einen Großteil seiner Freizeit der Musik. Nach einigen Jahren studienbegleitender Tätigkeit als Chorleiter mehrerer Amateurensembles nimmt er schließlich ein Musikstudium am Royal College of Music auf. Er strebt eine berufliche Laufbahn als Sänger und Dirigent an.

1962 gründet er den Schütz Choir und 1978 ruft er die London Classical Players ins Leben, mit denen er bahnbrechende Konzerte gibt. Die Aufnahmen dieser Konzerte räumen Preise in Großbritannien, Deutschland und den USA ab. Auch als Operndirigent sammelt Norrington viel Erfahrung – 1969 wird er musikalischer Leiter an der Kent Opera.

Norrington ist vor allem für zwei Dinge bekannt: Einerseits für seinen unvergleichlichen Humor und andererseits für seine ausgesprochene Antipathie gegenüber dem im Zuge der Romantisierung im zwanzigsten Jahrhundert in Mode gekommenen Spiel mit Vibrato. Bei ihm steht der reine Ton im Mittelpunkt. Deshalb verlangt Norrington – abgesehen von den Berliner und den Wiener Philharmonikern – von all seinen Ensembles ein vibratoloses Spiel. Den Philharmonikern Hamburg empfiehlt er einmal sogar scherzhaft, „so langweilig wie möglich“ zu spielen.1

1997 wird Norrington als Knight Bachelor geadelt. Heute ist er ein weltweit sehr gefragter Gastdirigent und leitet seit 2011/12 das Zürcher Kammerorchester. Zu Fragen bezüglich seines fortgeschrittenen Alters weiß er sich stets mit einem Augenzwinkern zu äußern: „I forget names but fortunately I don’t forget tunes.“2

1 Hamburger Abendblatt vom 05.02.2015
2 The Guardian vom 26.07.2016
   

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