Wolfgang Amadeus Mozart

wolfgang-amadeus-mozart © Barbara Krafft, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=141841
Der 27. Januar 1756 in Salzburg – der Tag, an dem die Musikgeschichte ein neues, vielleicht eins ihrer bedeutendsten Kapitel bekommt. An diesem Tag erblickt Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart in einer Dreizimmerwohnung in der Getreidegasse 9 das Licht der Welt. "Aus dem Taufbuche der Dompfarre zu Salzburg vom Jahr 1756. pag. 2. wird hiermit bezeugt, dass Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus, ehelicher Sohn des Edlen Herrn Leopold Mozart, HofMusikers, und der Maria Ana Pertlin, dessen Gattin, am 27sten Januar 1756. um 8 Uhr abends geboren, und am 28sten Januar 1756. um 11 Uhr vormittags im Beisein des Edlen Herrn Johan Theophilus Pergmaÿr, bürgerlichen Rates u. Handelsmannes vom Herrn Stadtkaplan Leopold Lamprecht nach katholischem Ritus getauft worden sei."
- Dompfarramt Salzburg, Taufeintrag für Wolfgang Amadeus Mozart



Er ist das siebte Kind seiner Eltern, aber erst das zweite, das überlebt. Sein Vater, der erzbischöfliche Hofgeiger und Komponist Leopold Mozart, wird später sein Lehrer werden, zu seiner Mutter Anna Maria hat er zeitlebens ein inniges Verhältnis. Das belegen Briefe, die er schreibt, als seine Mutter auf einer gemeinsamen Reise nach Paris verstirbt.

"Trauern sie mit mir, mein Freund! – dies war der traurigste Tag in meinen Leben – dies schreibe ich um 2 Uhr nachts – ich muss es ihnen doch sagen, meine Mutter, meine liebe Mutter ist nicht mehr! – Gott hat sie zu sich berufen – er wollte sie haben, das sehe ich klar – mithin habe ich mich in willen Gottes gegeben – Er hatte sie mir gegeben, er konnte sie mir auch nehmen. Ich bin nicht ich, sondern schon lange her getröstet! – ich habe aus besonderer Gnade Gottes alles mit Standhaftigkeit und Gelassenheit übertragen. wie es so gefährlich wurde, so bat ich Gott nur um 2 dinge, nämlich um eine glückliche Sterbestunde für meine Mutter, und dann für mich um Stärke und Mut – und der gütige Gott hat mich erhört, und mir die 2 Gnaden im größten Maße verliehen."
 – Wolfgang Amadeus Mozart an Franz Joseph Johann Nepomuk Bullinger

Sein Vater Leopold Mozart unterrichte Mozarts Schwester Maria Anna Walburga Ignatia (genannt Nannerl) und den jungen Wolfang Amadeus, und förderte die Beiden unermüdlich. Doch nach dessen Heirat kühlte das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ab, der Vater missbilligte die Ehe. Trotzdem stand er, als die Distanz zwischen Vater und Sohn größer wurde, im Briefkontakt mit seinem Kind und war höchst interessiert an seinen Fortschritten und Erlebnissen. Mozart hatte wohl großes Glück mit seinem Vater, der als erfahrener Musiker das Talent seines Sohnes früh erkannte und förderte. Auch diie Musik, die Leopold Mozart komponierte, wird bis heute gespielt. Am Ende emanzipiert sich Wolfgang Amadeus Mozart von seinem Vater. Doch als dieser stirbt, verliert der Komponist nicht nur seinen Vater und Förderer, sondern auch seinen besten Freund.

"Überlege alles, was dir immer in der kurzen Zeit deines Lebens begegnet ist, – überlege es mit kaltem Blute, mit gesunder Vernunft – und du wirst sehen, dass ich nicht allein als Vater, sondern als dein gewisser Freund mit dir spreche."
- Leopold Mozart an Wolfgang Amadeus Mozart



Eine Schule besuchte er nie. Im Alter von drei Jahren begann er bereits Klavier zu spielen, mit fünf komponierte er seine ersten Stücke, und am 1. September 1761 trat er erstmals öffentlich als Pianist auf. Danach begann die große Karriere des Wolfgang Amadeus Mozart. Er wurde Kurfürst Maximilian II. in München vorgestellt, spielte mit nur 7 Jahren vor Kaiser Franz I. und Maria Theresia in Wien. Johann Wolfgang von Goethe besuchte eins seiner Konzerte, und mit gerade einmal 13 Jahren wurde Wolfgang Amadeus Mozart in Salzburg Konzertmeister der Hofkapelle. Mit 14 Jahren ernannte ihn Papst Klemens XIV. zum Ritter des Goldenen Sporns.

"Eine Erscheinung wie Mozart bleibt immer ein Wunder, das nicht zu erklären ist."
- Johann Wolfgang von Goethe

Obwohl Mozart mit nur 35 Jahren starb, schuf er ein beachtliches Werk. Er schrieb 18 Messen, 12 Violinenkonzerte, 13 Werke für Blasinstrumente und Orchester, 18 Klaviersonaten, 42 Lieder, 23 weitere Orchesterwerke, 30 Klavierkonzerte, rund 60 Sinfonien und 21 Opern.
Seine erste Oper, Die Schuldigkeit des ersten Gebots, komponierte er mit 10 Jahren, seine letzte Oper, La clemenza di Tito, in großer Eile kurz vor seinem Tod zur Krönung Kaiser Leopolds II. zum König von Böhmen.



"Er ist das größte musikalische Genie, das je gelebt hat. Wäre er vor mir in London gewesen, hätte es mir nichts mehr gebracht, dorthin zu gehen, denn nichts kann gegen Mozarts Kompositionen bestehen."
- Joseph Haydn

Schon früh als Kind wollte Mozart heiraten, die Geschichte ist überliefert, dass er, als er vor Maria Theresia spielte, eine ihrer jungen Töchter fragte, ob Sie ihn heiraten wolle. Die Gefragte war Marie Antoinette, die spätere Königin von Frankreich. Seine große Liebe fand er erst später. Obwohl sein Vater mit seiner Ehe gar nicht einverstanden war, war seine große Liebe Constanze Weber. Obwohl - zuerst sollte es eine andere Frau werden: die Schwester von Constanze, Aloisia. Doch diese schlug Mozarts Werben um ihre Hand aus. Mozart und Constanze kannten sich schon länger. Mozart hatte im Haus der Webers gewohnt und gemeinsam mit seiner späteren Frau musiziert und ihr Unterricht gegeben. Schließlich heirateten Wolfgang und Constanze ohne Aufgebot und ohne elterliche Genehmigung am 4. August 1782 im Wiener Stephansdom. Geht man nach Mozarts Briefen, so war es eine glückliche Ehe. Er bezeichnete Constanze als seine Inspiration und schrieb mehrere Werke für sie, von denen sie einige auch interpretierte.  

"Liebstes Weibchen!  …, ergreif ich mit Vergnügen diese Gelegenheit um dir, Herzensweibchen, ein paar Worte zu schreiben. – Wie geht es Dir? – Denkst Du wohl so oft auf mich, wie ich auf Dich? – alle Augenblicke betrachte ich Dein Portrait – und weine – halb aus Freude, halb aus Leide! – erhalt mir Deine mir so werte Gesundheit und lebe wohl, Liebe! – Habe keine Sorge meinetwegen, denn auf dieser Reise weiß ich nichts von Ungemacht – von Verdrießlichkeit – nichts außer Deine Abwesenheit – welches, da es nun nicht anders sein kann, nicht zu ändern ist; – mit tränenden Augen schreibe ich dieses; – adieu – von Prag schreibe ich dir schon mehr, und lesbarer, weil ich nicht so zu eilen brauche – adieu – ich küsse dich Millionenmal auf das zärtlichste und bin Ewig dein."
- Wolfgang Amadeus Mozart an Constanze Weber



Fast so berühmt wie Mozarts eigenes Leben ist eine Rivalität mit einem anderem großen Musiker seiner Zeit, mit Antonio Salieri. Aber gab es diese Rivalität überhaupt? Vieles deutet daraufhin, dass der Zwist zwischen Salieri und Mozart nie in dem Umfang bestand, wie er dargestellt wird. Vielmehr scheinen die beiden herausragenden Komponisten mit der Zeit sogar zusammengearbeitet zu haben. Salieri führte nach dem Tod Mozarts viele seiner Stücke auf und Mozart selbst schreibt von einem gemeinsamen Opernbesuch.

"…um 6 Uhr holte ich Salieri und die Cavalieri mit den Wagen ab, und führte sie in die Loge – Er hörte und sah mit aller Aufmerksamkeit und von der Sinfonie bis zum letzten Chor, war kein Stück, welches ihm nicht ein bravo oder bello entlockte, und sie konnten fast nicht fertig werden, sich über diese Gefälligkeit bei mir zu bedanken."
- Wolfgang Amadeus Mozart an Constanze Mozart



Mozarts Taufname war Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus, sein Rufname war zeitlebens Wolfgang. Während seiner Reisen durch Italien nannte er sich Wolfgango Amadeo Mozart. Auf Dokumenten und Briefen unterschrieb er meistens mit Wolfgang Amadé Mozart. Amadé ist die französische Entsprechung seines griechischen Namens Theophilus, die latinisierende Form dieses Namens ist: Amadeus. Mozart selbst nannte sich nur in drei Briefen selbst Amadeus – nach seinem Tod wird im amtlichen Totenbeschauprotokoll des Wiener Magistrats der heute verwendete Name eingetragen.

"Der wohlgeborene Wolfgang Amadeus Mozart, Kapellmeister und Kamer-Kompositeur, im klein Kaiserh. Nro 970 in der Rauchsteing., am hitzigen Frieselfieber, alt 36 J."
- Totenbeschauprotokoll des Wiener Magistrats am 5. Dezember 1791

Am 5. Dezember 1791 starb Wolfgang Amadeus Mozart mit 35 Jahren in Wien.

"Er ist der reinste aller Musiker, er ist die Musik selbst."
- Claude Debussy

"Ich ziehe den Hut vor dem Meister aller Meister."
- Gioacchino Rossini

"Mozarts Musik ist so rein und schön, dass ich sie als die innere Schönheit des Universums selbst ansehe."
- Albert Einstein

"So schön wie Mozart können wir heute nicht mehr schreiben."
- Johannes Brahms

"Mozart ist der göttliche Mozart und wird es immer sein. Nicht nur ein Name, sondern ein himmlisches Genie, das auf diese Erde kam, dreißig und einige Jahre blieb, und als er die Welt verließ, war sie neu, bereichert und durch seinen Besuch gesegnet."
- Leonard Bernstein
   

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