Kent Nagano: Eine gute Wahl für Hamburg oder nicht?
Holger Wemhoff am Mikro

Ab 2015 wird Kent Nagano neuer musikalischer Leiter der Hamburgischen Staatsoper. Eine Teilzeitstelle, denn bisher hatte Simone Young die Stelle des Generalmusikdirektors und der Intendanz inne. Das wird jetzt wieder zweigeteilt: Georges Denon übernimmt dann die Intendanz.
Auf den ersten Blick eine gute Entscheidung, denn Hamburg und seine Staatsoper haben einen neuen Hauch von internationalem Flair dringend nötig, meint Nachmittagsmoderator Holger Wemhoff.
"Wo vor 20 Jahren sich noch die Opernstars die Klinke in die Hand gaben: Plácido Domingo, Mirella Freni, Gwyneth Jones, muss man die jetzt seit etlichen Jahren mit der Lupe suchen."
Ist Nagano, der ja gleichzeitig auch noch die Göteborger Sinfoniker und sein Orchestre symphonique de Montreal in Kanada betreut, aber auch wirklich der richtige?

Holger Wemhoff:
"Laut eigenen Aussagen verlässt er seine momentanen Posten als Chef des Bayerischen Staatsorchesters freiwillig, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Von der finanziellen Seite ist Naganos Wechsel, was die Zuschüsse ans Orchester angeht, allerdings ein Abstieg. Das hinterlässt bei mir im Magen ein flaues Gefühl. Aber ungeachtet aller Umstände vor allem auf der musikalischen Seite."

Für mich hat Nagano die besten Zeiten hinter sich, sagt Holger Wemhoff.
"Vergessen wir bitte nicht, dass Hamburg dann ab 2015 zwei Stardirigenten hat. Denn Jeffrey Tate ist der Chef der Hamburger Symphoniker und der hat musikalisch für mich wesentlich mehr zu sagen. Aber vielleicht ergeben sich ja neue internationale Starfluten für Hamburg auch nur allein durch einen klingenden Namen, und das tut Naganos Name in jedem Fall."