Abschied eines Unbequemen

Wolfgang Bosbach will nicht mehr

abschied-eines-unbequemen © Fotolia_Orlando Bellini
„Ritter, Mahner, Hofnarr“, „Der ewige Dissident“ und „Der Quälgeist von Angela Merkel tritt ab“. Das lesen wir heute Morgen über Wolfgang Bosbach.
Talkshow-König, der meisteingeladenste Talkshow-Gast der letzten Jahre, rheinische Frohnatur und Politik-Urgestein. Seit 44 Jahren ist Bosbach in der CDU, seit 22 Jahren im Bundestag. Neun Jahre war er dort stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Jetzt hat er entschieden, nicht mehr für den Bundestag kandidieren zu wollen.

„Politiker wie Wolfgang Bosbach sind selten geworden in Deutschland“, schreibt die WELT. „Man kann ihn nachts um 2 Uhr wecken und ihm eigentlich zu jedem Thema eine Frage stellen. Er gibt eine Antwort darauf. Ein Generalist im besten Sinne.“

ZEIT ONLINE meint: „Wer abends den Fernseher anschaltet und zu einer politischen Talkshow zappt, kann fast sicher sein, dass da in der Runde ein stets braun gebrannter freundlicher Herr mit rheinischem Tonfall sitzt: Wolfgang Bosbach. Möglicherweise haben sein lautes Dissendententum und sein Drang in die Medien aber auch darin ihre Ursache, dass Bosbach politisch nie wirklich etwas geworden ist. Mehrfach hatte er gehofft, zum Innenminister oder wenigstens Staatssekretär berufen zu werden. Aber da waren immer andere vor, oder der Regionalproporz sprach dagegen. Richtig mitwirken an der Politik konnte er nie. Das frustriert, gibt aber auch innere Freiheit: Wer weiß oder zu wissen glaubt, dass er nichts mehr erreichen kann, muss abweichende Ansichten nicht mehr verstecken, um bei den Parteioberen nicht anzuecken Der kann seine Meinung sagen, selbst wenn sie der eigenen Kanzlerin widerspricht. Dabei könnten seine Partei und der ganze Bundestag mehr solcher Abgeordneter vertragen, die gelegentlich ihre eigene Meinung vertreten. Dann wäre die Politik weniger langweilig, sie würde wieder diskursiver und spannender.“

Auch die RHEINISCHE POST findet: „Es gibt kaum einen Politiker in Deutschland, der auch komplizierte Sachverhalte so klar, eingängig und pointiert formulieren kann wie Wolfgang Bosbach. Er hat das Talent, fürs Volk zu formulieren, ohne dabei im Stil der Rechtspopulisten einfache Antworten zu geben. Politikern wird oft zu Recht vorgeworfen, dass sie ihr Fähnlein nach dem Winde hängen, um attraktive Posten zu bekommen. Das macht Bosbach nicht. Er hätte das Zeug zum Minister gehabt,  wurde es aber nicht, weil er zu unbequem ist.“

Und die BILD kommentiert: „Ein geliebter Politiker in der heutigen Zeit ist so selten wie ein vegetarischer Löwe, eine Perle in einer Auster, ein Sechser im Lotto. Warum lieben wir diesen Menschen? Weil er die Wahrheit spricht! Und das Allergrößte: Er ist dabei ein liebenswürdiger Mensch.“
   

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