Ausschluss?

Klassik Radio Meinungssache

ausschluss © Fotolia_Orlando Bellini
Bei der Fußball-EM in Frankreich spielt Russland nur noch unter Bewährung mit. Das hat die UEFA wegen der schweren Ausschreitungen beim Spiel gegen England am vergangenen Samstag beschlossen. Sollten russische Hooligans noch mal randalieren, fliegt das russiche Team raus.
Die Welt

Ob die harte Strafe Wirkung erzielt, ist fraglich. Manchen Krawallmachern dürfte es egal sein, ob ihre Mannschaft im Wettbewerb bleibt. Sie 'spielen' ihr eigenes Turnier, die Prügel-EM. Und bekommen dafür auch noch Unterstützung. Unerträglich waren die Aussagen des russischen Parlamentsvizepräsidenten Igor Lebedew, der den Schlägertrupps aus der Heimat quer durch Europa ein 'Gut gemacht, Jungs' zurief. Russland wird immer mehr zum Schurkenstaat des Weltsports. 2018 findet die Fußball-WM in Putins Reich statt. Guten Gewissens kann dieses Turnier dort kaum noch ausgetragen werden. In der Debatte war dies längst, selbst beim Weltverband. Die Fifa wird sich die Veranstaltung aber wieder schönreden. So bleibt nur eine Reisewarnung: Vom Besuch von WM-Spielen 2018 ist abzuraten.

Märkische Oderzeitung

Ob sich die Gewalt sogenannter Fans in und außerhalb der Stadien mit der Androhung drakonischer und bisher noch nie verhängter Strafen tatsächlich eindämmen lässt, ist mehr als fraglich. Denn die dort prügeln und randalieren sind in der Mehrzahl sowieso unbelehrbar. Zur Erinnerung: Bei der EM 2012 wurde der russische Verband wegen Vergehen seiner Fans bereits viermal zur Kasse gebeten und musste insgesamt 215 000 Euro zahlen. Bewirkt haben die Strafen offenbar nichts. Das ist auch diesmal zu befürchten - leider. Denn wer Krawall machen will, der wird es weiterhin tun. Egal, welche Konsequenzen dafür drohen.

Die Zeit

Erneut gibt es also Vorwürfe gegen Russland. Nach den Dopinganschuldigungen der vergangenen Monate droht den russischen Leichtathleten bereits der Ausschluss von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Jetzt also die Fußballer. Das trifft Russland hart. Für seine Regierung ist Sport eine Art, seinen Einfluss in der Welt zu zeigen. Wladimir Putin gilt vielen als einflussreichster Sportpolitiker der Welt. Im Jahr 2018 wird das Land die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten.

Revier Sport

Die westlichen Staaten können Russland nicht ständig mangelhafte Rechtsstaatlichkeit vorwerfen und sich selbst aus der Zuständigkeit winden. Hooligans müssen überall aus dem Verkehr gezogen werden. Der drohende EM-Ausschluss wird am Mittwoch seine Wirkung wohl nicht verfehlen, das Vorrundenspiel der Russen gegen die Slowakei hoffentlich friedlich verlaufen. Womöglich muss man auch den anderen Mal drohen.

Berliner Zeitung

Außerdem haben nach diesem Alle-Schuld-auf-die-Russen-Urteil gewaltsuchende Hooligans plötzlich eine unglaubliche Macht. Mit einem weiteren Übergriff können sie ein politisches Beben auslösen. Natürlich würde die russische Regierung bei einem EM-Ausschluss protestieren, womöglich Gegenmaßnahmen ergreifen, Drohungen aussprechen – es ist kein schönes Szenario. Die Schläger darüber entscheiden zu lassen, ist daher ebenso gefährlich wie darauf zu vertrauen, dass die französischen Sicherheitskräfte in den kommenden Wochen bessere Strategien zur Trennung der Fangruppen parat haben als in Marseille. Und für das Turnier wäre es eine Katastrophe, wenn Gruppenspiele wegen Ausschreitungen annuliert werden müssten oder wenn Russland im Achtelfinale  die Schweiz oder gar die Ukraine schlägt und disqualifiziert wird.

Augsburger Allgemeine

Das Problem lässt sich nicht mit dem Ausschluss der russischen Mannschaft lösen. Oder glaubt die Uefa, dass die russischen Hooligans dann einfach nach Hause fahren würden? Gegen diese "Fans" hilft nur eine entsprechend ausgerüstete und organisierte Polizei. "Fans" dieser Art müssen aus dem Verkehr gezogen werden. Das gilt übrigens nicht nur für russische Hooligans, sondern auch für deren Kollegen aus anderen Ländern. Sie sind eine Minderheit, die im Sport nichts zu suchen haben. Denn sie verstellen den Blick auf die tausenden friedlichen Fans, die einfach nur ein großes Fußballfest feiern wollen.

Bild

Hooligan-Probleme haben viele Länder. Auch wir. Doch die russischen EM-„Fans“ prügeln in einer anderen Liga. Viel brutaler, zudem straff organisiert. Und von außen gesteuert? Und sie sind auch noch stolz darauf! Die Uefa zeigt dem russischen Verband eine zartgelbe Karte. 150 000 Euro Strafe sind lächerlich! Erst bei neuen Krawallen wird das EM-Team ausgeschlossen. Sollte es zum Ausschluss kommen, kann die WM 2018 nicht in Russland stattfinden! Nicht in einem Land mit einem derartigen Gewaltpotenzial. Englands Klubs wurden 1985 nach der Randale von Brüssel (39 Tote) international für fünf Jahre gesperrt. Erst danach bekamen sie das Problem besser in den Griff. Wer nicht hören will, muss fühlen.
   

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