Berlin-Wahl: Kleinster Wahlsieger aller Zeiten

SPD verliert stark und gewinnt trotzdem

berlin-wahl-kleinster-wahlsieger-aller-zeiten © Fotolia_Orlando Bellini
„Schwache Sieger, starke Opposition“ und „Der schwächste Wahlsieger aller Zeiten“ lesen wir heute Morgen. Oder auch: „Dit is Berlin“.
Die Berliner haben gewählt – so viele Bürger wie seit Jahren nicht mehr. Und sie haben die Große Koalition abgewählt. Zwar bleibt die SPD trotz Verlusten mit 21,6 Prozent stärkste Kraft und wird wohl weiter regieren, hat aber fast sieben Prozent der Stimmen verloren. Die CDU fährt ein historisch schlechtes Ergebnis von noch nicht einmal 18 Prozent ein und liegt damit nur knapp vor den Grünen und der Linkspartei mit etwas über 15 Prozent. Dahinter folgt dann auch schon die AfD mit 14,2 Prozent.

"Kein Grund aufzuatmen, auch wenn es schlimmer hätte kommen können", meint die BADISCHE ZEITUNG: "Ein Wahlsieger, der nicht einmal jede vierte Stimme bekam, sechs Parteien im Parlament und eine AfD mit erneut mehr als zehn Prozent. Dazu verheerende Noten für die Stadtpolitik. Wer da, wie Michael Müller, der Regierende Bürgermeister, erklärt, seine SPD habe ihr Ziel erreicht, weil sie wieder den Regierungsauftrag erhalten habe, sollte zu einem Kurs in politischer Demut verpflichtet werden. Regieren ist kein Selbstzweck".

Die STUTTGARTER NACHRICHTEN stellen fest: "Dass der Erfolg der AfD mit weniger Pauken und Trompeten ausfiel als in Baden-Württemberg oder in Mecklenburg-Vorpommern, lässt Raum für die Vermutung, dass Berliner Wähler handfestere Sorgen haben als die Zuwanderung. Aber am Befund ändert das nichts, dass die Parteienlandschaft kleinteiliger und wetterwendischer wird. Und das Regieren damit schwieriger."

"Das demokratische Deutschland wird sich dem Rechtspopulismus stellen müssen", betont die FRANKFURTER RUNDSCHAU. "Und zwar am besten nicht so, wie die CDU das tut. Sie hat an diesem Sonntag erneut die Prügel dafür bezogen, dass sie - auch ihre Vorsitzende Angela Merkel - sich zwischen Anpassung nach rechts und einer liberalen, weltoffenen Haltung nicht zu entscheiden vermag. Der Versuch der Union, sich den Abschottungsfantasien der AfD anzupassen, muss als gescheitert gelten".

Der NORDKURIER kommentiert: "Wer allen gefallen möchte, imponiert am Ende gar niemandem mehr. So zerlegen sich die einstigen großen Parteien selbst, weil sie an Profillosigkeit leiden. Sie biedern sich an und gewinnen weder im rechten noch linken Spektrum, weil der Wähler ihnen ihre Stanzen nicht mehr abnimmt. Von Wahl zu Wahl kristallisiert sich deutlicher heraus, dass das Wort Volkspartei in Deutschland aus dem Wortschatz gestrichen werden kann. Es entsteht also ein bunter Parteien-Regenbogen. Schlecht muss er nicht sein. Vielmehr bietet er Chancen für etwas Neues".
   

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