Chaostage in Frankreich - Presseschau

Gewerkschaften legen Infrastruktur lahm

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„Brennende Barrikaden“, „Ein Land in der Sackgasse“, oder „Hollande vor dem Aus“. Das sind die Schlagzeilen über unser Nachbarland – zwei Wochen vor dem EM-Start.
In Frankreich hat die Regierung eine Arbeitsmarktreform auf den Weg gebracht und erwartungsgemäß nehmen die mächtigen Gewerkschaften das nicht einfach so hin. Sie legen Raffinerien und Teile des öffentlichen Nahverkehrs lahm und bestreiken Atomkraftwerke. Das Ergebnis: der Strom wird abgeschaltet, das Benzin ist knapp.  Seit gestern weist sogar das Auswärtige Amt auf Probleme beim Tanken in Frankreich hin; auch deutsche Urlauber sollten mit längeren Wartezeiten rechnen.
 
"Dass viele Franzosen gegen die Arbeitsmarktreformen, eine Art Hartz IV à la française, auf die Straße gehen, ist ihr gutes Recht“, meint die TAZ. „Ob Streiks in Atomkraftwerken aber ein angemessenes Mittel des Protests sind, ist zweifelhaft. Solche Aktionen wirken bedrohlich, selbst wenn dadurch nur die Energieproduktion gedrosselt wird".

"Es geht in erster Linie um eine Machtdemonstration der borniertesten Gewerkschaft, der CGT“, schreibt DIE WELT. „Ihre Hauptmotivation: jegliche Veränderung in Frankreich zu verhindern. Wenn die französische Nationalmannschaft Pech hat, schafft es ihr Mannschaftsbus wegen Spritmangels nicht zum EM-Auftaktspiel ins Stade de France. Und François Hollande ist der nächste Präsident, der beim Versuch scheitert, sein Land in die Realität einer globalen Wirtschaft zu führen".

Und die DEUTSCHE WELLE meint: „Die Hardliner der CGT wissen, wie viel Macht sie dieser Tage über Frankreich haben. Die Streikaktionen zur Lahmlegung der öffentlichen Infrastruktur wirken quasi als Doppelschlag: Den Fußballfans wird es schwer gemacht, die Spiele zu erreichen - oder sie bleiben vielleicht lieber gleich zu Hause, angesichts des Chaos im Gastgeberland. Und die Polizei muss sich teilen, um sowohl die Austragungsorte der EM zu schützen als auch gegen Gewerkschafter zu kämpfen, die Raffinerien und AKW lahm legen. Damit kann die CGT auf einen Schlag eine ganze Reihe von "Erfolgen" erzielen: Frankreich steht wieder einmal als unregierbar da, die internationalen Investoren flüchten. Und die schwache und unbeliebte Regierung Hollande muss um ihr Überleben kämpfen.“
   

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