Der virtuelle Konzertsaal

Die Konzertbrille macht es möglich

der-virtuelle-konzertsaal © Ronja Schandert
Bei schlechtem Wetter will man ja eigentlich gar nicht vor die Tür gehen. Wäre das nicht schön, einfach gemütlich im Wohnzimmer zu sitzen und gleichzeitig trotzdem mitten in einem Konzertsaal zu sein?
Das ist tatsächlich möglich: Mit einer sogenannten Konzertbrille.
Entwickelt wurde die Idee vom Berliner Konzerthaus in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin - eigentlich um Kindern zu zeigen, wie toll ein Konzertbesuch sein kann, um sie dann letztendlich wirklich in die Aufführungen zu locken.

Was man sieht

Bisher kann man ein etwa 5-minütiges Video von Mozarts Jupitersinfonie, geleitet von Ivan Fisher, mit der Brille ansehen. Weitere Videos sind in Planung. Beim Aufsetzen der Brille taucht man in den Konzertsaal ein, inmitten des musizierenden Orchesters.
Besser noch als bei bisherigen 3D Effekten hat man hier wirklich das Gefühl, dass man auf der Bühne sitzt oder steht. Man kann sich ganz individuell im Raum umschauen - das Einzige was man nicht kann, ist im Raum umherlaufen und interagieren. Abgerundet wird das Erlebnis mit dem Klang des Orchesters durch die Kopfhörer.

Wie es funktioniert

Bereits bei „Google Street View“, aber auch bei virtuellen Rundgängen in Museen, und sogar bei Unternehmen wie Friseursalons werden Fotos für ihre Kunden „gestitcht“ angeboten, um sich auch von zu Hause aus realitätsnah umzuschauen. (Stitchen bedeutet, dass Bilder so zusammengeführt werden, dass man keinen Übergang mehr sehen kann.)
Durch die Brille und ein Video fühlt sich das Ganze aber noch echter an: Ein Smartphone wird vorn auf die Virtual-Reality Brille gesteckt und eine App auf dem Smartphone spielt das Konzert-Video ab - Die Brille wandelt das Video dann in ein Haut-Nah-Erlebnis um.

Aufgenommen wurde das Konzert mit einer kugelförmigen Kamera (entwickelt vom Frauenhofer Institut), die man über dem Orchester installiert hat. Die Kamera hat 12 Linsen, die das Konzert gleichzeitig filmen. Im Nachhinein werden dann die Aufnahmen gestitcht – dadurch kann man beim Ansehen des Videos und Schwenken des Kopfes auch keine Übergänge mehr erkennen. Das Gerät erfasst, in welche Richtung sich der Kopf bewegt und schwenkt die Kamera dann entsprechend.

Kritik und Zukunft

Es gibt noch viele Ideen zur Entwicklung der Brille, z.B. Konzertbesuchern auch die Möglichkeit zu geben, zusätzliche Informationen über den Komponisten und das Werk in der Brille sehen zu können. An der Bildqualität der 360 Grad Konzertaufnahmen wollen das Konzerthaus Berlin und die HTW auch noch arbeiten.
Einen Konzertbesuch ersetzen soll die Brille generell nicht, sondern diesen ergänzen und Lust auf mehr machen!

Sie können die Konzertbrille selbst ausprobieren im Konzerthaus Berlin auf Anfrage im Festibül bei „Einblick-Frei“ oder beim normalen Konzertbesuch.

Das Interview mit Intendant Prof. Dr. Nordmann und Digitalisierungs-Experte Hugo Seilern vom Konzerthaus Berlin - für Sie zum nachhören:

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