Deutsche Schauspiellegende gestorben

Viel mehr als Schimanski

deutsche-schauspiellegende-gestorben © Fotolia_Smileus
„Ich bin immer einen recht gradlinigen Weg gegangen. Damit habe ich sicher auch immer wieder Menschen vor den Kopf gestoßen, aber ich habe mich nicht verbiegen lassen.“ (George in einem dpa-Interview 2011)
Er prägte unsere Film- und Fernsehkultur wie kaum ein Anderer  und mit seinem Tod verliert  Deutschland einen seiner bekanntesten und beliebtesten Schauspieler. Dementsprechend sind auch die Reaktionen auf den Tod von Götz George aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Beileidsbekundungen kommen von Kollegen, Politikern, Freunden und Bewunderern – Ralf Moeller erinnert sich zum Beispiel an alte Zeiten zurück und postete einen Schnappschuss von seinem ersten Dreh mit George im Jahr 1988. Der bayerische Finanzminister Markus Söder lobte George als „besten Tatortkommissar ever“. Und die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt twittert: „Wenn Götz George geht, bleibt Schimanski und viel mehr“.  Und Justizminister Heiko Maas ist traurig, dass „unser Land einen unserer großen Charakterdarsteller“ verliert. Ihm ist George vor allem in seiner Rolle als „Tatort“-Kommissar Schimanski  in Erinnerung.

Natürlich wird Götz George vor allem durch seine Rolle als Tatort Kommissar in Erinnerung bleiben, mit der er 1981 in der Folge „Duisburg-Ruhrort“ sein Debüt als Schimanski alias „Schimmi“ hatte. Dieser Kommissar ist in seiner Neuheit und damaligen Einzigartigkeit eine Sensation gewesen, ein Ordnungshüter mit Schnauzer und Parka, der gerne "Scheiße" sagt. Und damit übrigens Vorbildfunktion hat für zum Beispiel  Til Schweigers Tschiller in Hamburg.

2013 verabschiedete sich Götz George von der Tatort- Reihe mit einer letzten Folge.

Aber natürlich ist Götz George viel mehr als Schimanski gewesen – er brillierte in seiner Rolle als Massenmörder Fritz Haamann in Romuald Kamarkars „Totmacher“,  der 1995 das Filmfestival von Venedig eröffnete. Dieses  faszinierende Psychogramm bekam den Deutschen Filmpreis, Götz George wurde als bester Schauspieler ausgezeichnet.

In „Schtonk“ bewies George sein komödiantisches Talent. Da spielt er den Skandalreporter Hermann Willié, der von den angeblichen Hitler- Tagebüchern erfährt.

In seiner letzten großen Rolle wird deutlich, wie sehr der Sohn Götz George zeitlebens von dem „Übervater“ Heinrich George geprägt war: „George“, so heißt der Film über seinen legendären, wegen seiner Karriere in der Nazi-Zeit aber auch umstrittenen Schauspieler-Vater Heinrich George. Von der Lieblingsrolle des Vaters, Goethes „Götz von Berlichingen“, hatte er übrigens auch seinen Vornamen.

Wie heute Nacht bekannt geworden ist, starb Götz George bereits vor einer Woche am 19. Juni im Alter von 77 Jahren im engsten Familienkreis in Hamburg. Bereits am Mittwoch ist er beigesetzt worden.

 

   

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