Die Höhle des Trofonius

Uraufführung vor 230 Jahren

die-höhle-des-trofonius
Heutzutage kennt man ihn hauptsächlich als Gegenspieler und Neider Wolfgang Amadeus Mozarts: Antonio Salieri, ein italienisch-österreichischer Komponist, Kapellmeister und Musikpädagoge. Dabei gibt es für die Rivalität unter den zwei Musikern keine stichhaltigen Belege. Auch die Unterstellung, Salieri habe Mozart ermordet, ist nur ein Gerücht. Vor 230 Jahren wurde Salieris Oper La grotta di Trofonio (Die Höhle des Trofonius) in Wien uraufgeführt.
Geboren wurde Antonio Salieri 1750 in Legnago, Venetien, was damals noch zu Österreich gehörte. Anfangs bekam er von seinem Bruder Violin-, Cembalo- und Gesangsunterricht. Nach dem Tod seiner Eltern zog er schließlich nach Venedig, wo er die Grundlagen des Generalbass erlernte und weiterhin in Gesang ausgebildet wurde. 1766 begegnete ihm der Komponist Florian Leopold Gassmann, der ihn in Komposition unterrichtete und an den kaiserlichen Hof in Wien holte, wo Salieri auf Christoph Willibald Gluck traf, der ihn sein ganzes Leben lang unterstützte.

Seinen Durchbruch feierte Antonio Salieri bereits im Alter von 23 Jahren mit der Oper „La Iocandiera“, die europaweit sehr erfolgreich war. Ein Jahr später wurde er an der italienischen Oper als kaiserlicher Kammerkomponist und Kapellmeister engagiert. 1790 schrieb er ein "Te Deum" zur Krönung Kaiser Leopolds II.
Nachdem er auf mehreren Reisen durch Italien und nach Paris seine Bekanntheit mit vielen neuen Opernkompositionen steigerte, nahm er 1788 die Stelle als Kapellmeister der kaiserlichen Hofmusikkapelle an. Allerdings hatte er dadurch weniger Zeit zum Komponieren großer Opern, weshalb er das Libretto zu "Cosi fan tutte" nicht vertonen konnte, was Mozart kurze Zeit später übernahm.

Derartige Zwischenfälle zwischen Salieri und Mozart gab es häufiger, so auch als Mozart sich als Lehrer für die Prinzessin von Württemberg bewarb, der Posten allerdings an Antonio Salieri übergeben wurde. Doch ist das lange noch kein Grund, Salieri eine Vergiftung oder sogar einen Mord an Mozart anzuhängen. Denn Salieri war kein erbitterter Rivale Mozarts. Im Gegenteil, er dirigierte häufig Werke von ihm und unterrichtete auch dessen Sohn Franz Xaver in Komposition. 1785 komponierten Mozart und Salieri sogar gemeinsam eine Kantate, die aber leider verschollen ist.

Lange Zeit wurden seine Werke aufgrund seines schlechten Rufs in Bezug auf Mozart als uninspiriert abgetan und nur wenig gespielt. Doch mittlerweile hat seine Musik den Weg auf die Bühne wiedergefunden; Teile seiner Musik sind sogar in berühmten Filmen wie „Iron Man“ zu hören. Auch in den Werken seiner Schüler, zu denen unter anderem Ludwig van Beethoven, Franz Liszt und Franz Schubert gehörten, lebt sie weiter.

Er starb 1825 in Wien, wo er auf dem Matzleinsdorfer Friedhof beerdigt wurde. An seiner Trauerfeier fand die Uraufführung seines eigens für diesen Anlass komponierten Requiems statt.

   

Unser Service

Für die besten Hörer in Deutschland

Musik der Extraklasse

Finden Sie im Klassik Radio Shop

Newsletter

Wir halten Sie auf dem laufenden mit unserem Premium Newsletter

Social Media

folgen Sie uns

Die PLaylist

Was lief wann?

Länder dieser Erde

Von gutem Geschmack für guten Geschmack

Die Webcam

Der schönste Blick auf Augsburg