Diesel im Rückwärtsgang

von Peter M. aus Düsseldorf

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Schlag für die Diesel-Sparfüchse: das Krisengerede hat den Marktanteil dieser Antriebsart einbrechen lassen. Entfielen auf Dieselfahrzeuge 2016 noch 45,9 Prozent aller Pkw-Zulassungen, waren es im gerade abgelaufenen Jahr nur noch 38,8 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das einen Rückgang um gut 200.000 Fahrzeuge oder fast 14 Prozent.

 
(Quelle: Fahrzeugzulassungen im Dezember 2017 – Jahresbilanz,  Pressemitteilung Nr. 01/2018 des Kraftfahrt-Bundesamtes, https://www.kba.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2018/pm_01_2018_fahrzeugzulassungen_12_2017_pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=7 )
Mehr Schubkraft entwickeln hingegen Hybride und reine Stromautos. Zusammen konnten hier die Verkäufe auf 110.000 satt um 85 Prozent zulegen. Der Anteil an allen Zulassungen war mit 3,2 Prozent 2017 allerdings noch eher mikroskopisch. Immerhin zeigt die Tendenz aufwärts, denn im Dezember waren es mit gut 10.000 Hybriden und Stromern schon 4,2 Prozent.    

Ab gestern sollen diese Woche nun die zügigen Sondierungen für eine neue „Große Koalition“ (GroKo) laufen. Was auch immer dabei heraus kommt, ein Verlierer steht schon fest: der Jamaika-Verhinderer Christian Lindner (Jahrgang 1979). Waren vor seinem Ausstieg aus den damaligen Sondierungen am 19. November 2017 noch fast die Hälfte der Deutschen mit dem alerten Redner (Duden zu alert: „flink, munter, geistig beweglich, aufgeweckt“) zufrieden oder gar sehr zufrieden, hat er diesen Anteil mit seiner Entscheidung nahezu halbiert.
(Quelle: ARD DeutschlandTREND, Januar 2018, http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend-1079.pdf )
Hingegen können jetzt 55 Prozent der Deutschen mit seiner Politik nicht mehr allzu viel anfangen. Er ist damit unbeliebter als etwa die LINKEN-Prinzessin Sahra Wagenknecht (Jahrgang 1969). Mit 27 Prozent Zufriedenheit unterbietet Lindner – echtes Kunststück – sogar noch SPD-Apparatschik Martin Schulz (Jahrgang 1955).


Ich habe mir mit meiner FDP/Lindner-Schelte einigen Widerspruch im Leserkreis eingehandelt. Haupt-Gegenargument: der Mann habe mit seinem Ausstieg halt Standvermögen gezeigt. Mag ja sogar sein, dass das ein beeindruckender Zug ist. Aber man wählt doch – zumindest meiner Meinung nach - keinen Politiker, damit er sozusagen im Off moralische Stärke zeigt, sondern man will mit ihm die eigenen Interessen in der Politik irgendwie vertreten sehen. Und da scheint mir ein Zipfel der Macht – wenn man den Posten des Finanzministers so demütig sehen möchte - doch besser zu sein als gar nichts.

Wenn jetzt mit der GroKo 3.0 alle möglichen merkwürdigen Gedanken von Schulzes Martin & Co. umgesetzt werden sollten, dann hilft mir auch nicht, dass die 80 FDP-Abgeordneten im 709-Köpfe-Bundestag dagegen ein paar schlaue Reden halten.

Und ein paar Bundesbürger scheinen das so ähnlich zu sehen wie ich, nicht nur bei der obigen Befragung zu Lindner persönlich, sondern von den 10,7 Prozent der Bundestagswahl 2017 ist in den Umfragen schon wieder jeder sechste Wähler weg (siehe folgende Grafik der wöchentlichen Emnid-Umfragen).