Ein Täter aus dem Nichts

Pressestimmen zur Zugattacke in Würzburg

ein-täter-aus-dem-nichts © Fotolia_Orlando Bellini
„Ein Täter aus dem Nichts“ oder „Unauffällig bis zum Tod“. Die Axt-Angriffe von Würzburg sind erschreckend - auch, weil der 17-jährige Täter zuvor unauffällig und offenbar gut integriert war.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Asylbewerber erst vor wenigen Tagen extremistische Ansichten entwickelte. Denn eigentlich hatte er sich in Deutschland eine Perspektive aufgebaut, lebte bei einer Pflegefamilie und hatte eine Leerstelle in einer Bäckerei in Aussicht. Dass man diesen Gewaltausbruch noch nicht einmal ansatzweise vermuten konnte, macht diese Tat ganz besonders verstörend.

"Niemand hatte dem 17-Jährigen aus Afghanistan eine derartige Bluttat zugetraut“, schreibt die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG. „Kein Betreuer, kein Psychologe, auch nicht seine Pflegeeltern in Bayern. In der Nacht zum Dienstag aber ergriff dieser junge Mann eine Axt, erhob sie in einem Regionalzug gegen Fremde. Was ist das? Terror? Oder der Amoklauf eines psychisch Gestörten? Mehr denn je zerfließen hier die Grenzen. Die Gegenstrategie besteht nicht allein aus Polizeiarbeit. Es geht darum, jungen Leuten die Hand zu reichen, ihnen eine Richtung zu weisen, bevor der IS dies tut".

Die Zeitung DIE WELT meint: "Es scheint einen Austausch mit dem IS gegeben zu haben, der den Behörden entgangen ist. Es scheint Kommunikationswege gegeben zu haben, die der Staat nicht kannte. Das ist nicht gut. Angela Merkel hat gesagt, die Menschen machten sich über die Terrorgefahr Gedanken. Nun haben wir den ersten Anschlag auf deutschem Boden, zu dem der IS sich bekennt. Der zähe Wille, sich nicht unterkriegen zu lassen, ist vorhanden. Die Angst ebenfalls. Es darf nicht so sein, dass auch das Gefühl da ist, der Staat stochere im Nebel".

DIE TAGESZEITUNG warnt vor voreiligen Schlüssen: "Ein im Internet aufgetauchtes Bekennervideo deutet auf eine Verbindung des Jugendlichen zum Terrornetzwerk 'Islamischer Staat' hin. Alles klar also? Nein. So einfach ist es nicht. Ein Problem besteht darin, dass ein Amokläufer derzeit kaum etwas Besseres tun kann, als sich selbst als Islamisten zu bezeichnen, will er größtmögliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Für jemanden, der sich im Leben hilflos gefühlt hat, muss es verlockend sein, wenigstens im Tod mächtig und bedeutend zu erscheinen.“
   

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