EM-Aus: Aufrecht verloren und kunstvoll gescheitert

Ende des deutschen Titeltraums

em-aus-aufrecht-verloren-und-kunstvoll-gescheitert © Fotolia_Natalia Merzlyakova
„Weini“ steht in gewohnt großen Buchstaben auf der BILD-Zeitung. Darunter ein Foto von Kapitän Bastian „Schweini“ Schweinsteiger, dem Pechvogel des gestrigen Spiels.
Null zu zwei hat Deutschland im Halbfinalspiel der Fußball-EM gegen Gastgeber Frankreich verloren. Für die Löw-Elf endet damit eine lange Serie, denn 58 Jahre waren die Deutschen bei großen Turnieren der Equipe Tricolore nicht mehr unterlegen gewesen.

"Bonne Nuit, Schweini! Das war die bitterste Niederlage seit Langem“, schreibt die BILD-Zeitung. „Weil wir anfangs besser waren und es verdient gehabt hätten, am Sonntag im Finale von Paris zu stehen. Doch die Hand unseres Kapitäns änderte alles."

Die FAZ kommentiert: "Rien ne va plus – nichts geht mehr für den Weltmeister. Zwei Tore von Griezmann treffen die deutsche Elf entscheidend im Halbfinale.“

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG meint: "Womöglich wird diese EM in Frankreich aus deutscher Sicht einmal als Handball-EM in Erinnerung bleiben. Die Bilder dazu: Jérôme Boateng, wie er im Viertelfinale gegen Italien die Hand zum Ball führt, als wolle er einem Flugzeug seine Parkposition zuweisen. Und nun: Bastian Schweinsteiger, wie er im Halbfinale gegen Frankreich die Hand zum Ball führt, als wolle er nur noch kurz im obersten Regal staubwischen."

„Deutschland hat ein Mittelstürmer-Problem“, glaubt die WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG. „Mario Götze fehlt das Durchsetzungsvermögen. Mario Gomez ist mit 30 Jahren und seiner Verletzungsanfälligkeit keiner für die Zukunft. Und Thomas Müller alleine: Das funktioniert offenbar nicht. Sieben Tore in sechs Spielen — das ist zu wenig für den Weltmeister. Im Fußball zählt nur eine Währung: Tore. Nicht Spielanteil. Nicht Passquote. Nicht Zweikampfstärke allein. Deutschland braucht einen wie Antoine Griezmann, der die EM-Torschützenliste mit sechs Toren anführt. Einer, der aus halben Chancen Treffer macht. So einer war immer Müller. Aber wenn er Schnupfen hat, hat die ganze Mannschaft Grippe. Müller fährt ohne EM-Tor nach Hause.“

Und der WESER-KURIER fragt: "Wie muss ein Fußballspiel verlaufen, damit man nachher sagen kann, dass es für die eine Mannschaft so unglücklich war, wie es unglücklicher kaum mehr geht? Man könnte zum Beispiel mit dem Halbzeitpfiff durch einen Elfmeter in Rückstand geraten. Man könnte nach der Pause seinen besten Abwehrspieler mit einer Verletzung verlieren, sodass plötzlich die komplette Stammbesetzung in der Innenverteidigung fehlt. Man könnte die Latte treffen und ein paar Mal knapp verziehen. Der deutschen Mannschaft ist das alles in ihrem Halbfinale gegen Frankreich passiert – und das war zu viel, um dieses Spiel zu gewinnen und ins EM-Finale einzuziehen."

   

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