Historische Wahl

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historische-wahl © Fotolia/ Orlando Bellini
Als erste Frau einer der beiden großen Parteien tritt Hillary Clintom am 8.November gegen Donald Trump an. Dem Sieger winkt der Platz im weißen Haus. Den Platz in den Geschichtsbüchern hat Clinton jetzt schon sicher - die Pressestimmen.
Nürnberger Nachrichten

Es ist eine Auswahl fast wie Pest und Cholera: Trump ein exzentrischer Immobilien-Milliardär und TV-Clown, der rassistische, frauenfeindliche Sprüche reißt. Und Clinton weiß einfach kein Feuer mehr anzufachen. Das ist das Beste, was die 'großartigste Nation der Erde' aufzubieten hat? Wie immer diese Wahl am 8. November ausgeht, Historiker werden am Ende vielleicht sagen können, dass dieser Tag entscheidend zum Abstieg der Weltmacht USA beigetragen hat. Und der Rest der Erde wird die Schmerzen ebenso spüren.

Tagesspiegel

Chancenlos ist Trump nicht bei der Hauptwahl im Herbst. Clinton hat aber die besseren Aussichten - und das größere Wählerpotenzial: die klare Mehrheit der Frauen, der Afroamerikaner und Latinos sowie des jüngeren Teils der Bevölkerung. Die jungen Sanders-Fans muss sie freilich erst überzeugen. Und sie darf in den fünf Monaten bis zur Wahl am 8. November keine Fehler machen. Ein Fehler wäre es, wenn sie jetzt Druck auf Sanders ausübt. Sie muss ihm die Zeit lassen, die sie selbst 2008 brauchte, um ihre Niederlage zu verdauen. Den Druck machen andere. Er wird einlenken, damit die Demokraten sich auf dem Parteitag in sechs Wochen als große bunte Familie präsentieren, die der Wunsch eint, Donald Trump zu verhindern und weiter im Weißen Haus die Geschicke Amerikas zu lenken.

Westfälische Nachrichten

Der ersten Frau, die es zur US-Präsidentschaftskandidatin gebracht hat, fehlt es an emotionaler Ausstrahlung. Aber sie arbeitet hart und kann kämpfen. Und Geschichte geschrieben hat sie schon jetzt.

Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wähler, die sich einst als links oder rechts beschreiben ließen, treibt heute gleichermaßen die Sorge um, wie sich mehr vernünftige, also auch sozialversicherungspflichtige Jobs schaffen lassen. Clinton hat erstaunlich lange gebraucht, um diese Botschaft zu verstehen. Sie verstärkt damit fatalerweise den Eindruck, dass sie zwar in der Welt der Mächtigen bestens vernetzt ist, aber erschreckend schlechten Kontakt zu ihrer eigenen Basis hat.

taz

Niemals zuvor sind zwei Kandidaten ins Rennen um das Weiße Haus geschickt worden, die bei so großen Teilen der Bevölkerung derart unbeliebt waren wie Hillary Clinton und ihr republikanischer Gegenspieler Donald Trump. Noch ist es zu früh, um den Wahlausgang vorherzusagen. Bereits jetzt steht aber fest: Die Parteienlandschaft in den Vereinigten Staaten ist nicht mehr die selbe wie vor dem Wahlkampf.

Berliner Morgenpost

Spätestens wenn sich Präsident Obama im Gespräch mit ihm offiziell hinter Clinton stellt, muss sich Sanders entscheiden, wie er in den Geschichtsbüchern auftauchen will. Als fairer Verlierer, der in einem beeindruckenden Wahlkampf den Nerv von Millionen Menschen getroffen und massiv für das Thema soziale Gerechtigkeit mobilisiert hat. Oder als altersstarrsinniger Verhinderer, der Clinton aus aussichtsloser Position mutwillig beschädigte und damit dem republikanischen Kontrahenten Donald Trump in die Hände spielte.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Hillary Clinton wird für die Demokraten in den Kampf ums Weiße Haus ziehen. Erstmals ist damit in der amerikanischen Geschichte eine Frau die Kandidatin einer der beiden großen Parteien für das höchste Amt im Staate. Dass dieser „historische Meilenstein“ entsprechend bejubelt wird, versteht sich. Ihn zu erreichen war schwer genug für die frühere Außenministerin und Senatorin, der ein Senator namens Bernie Sanders bis zuletzt zusetzte. Und der Linkspopulist, unerschütterlich wie ein Dissident, denkt nicht daran, aufzugeben, Einheit der Partei hin oder her. Seine Aufgabe sieht er offenkundig darin, das Wahlprogramm der Demokraten nach links zu verschieben; was ihm gelingen dürfte.

Spiegel Online

Die Schlacht zwischen Clinton und Trump ist auch für die amerikanische Zivilgesellschaft eine große Chance. Schon jetzt ist zu beobachten, wie sehr der Wahlkampf Trumps Gegner mobilisiert. Studenten stürmen Veranstaltungen. Einwanderer demonstrieren. Der Grund ist einfach auszumachen: Anders als bei vielen anderen Wahlen geht es um die fundamentale Frage, wie tolerant und weltoffen Amerika künftig sein will und wie wertvoll die Freiheiten noch sind, die von Bürgerrechtlern, Frauen und vielen anderen Teilen der Zivilgesellschaft einst so hart erkämpft werden mussten.

Die Welt

Es ist tatsächlich ein historischer Moment, wenn Hillary Clinton nun als erste Frau die Präsidentschaftskandidatur einer der großen US-Parteien errungen hat. Damit gibt es eine reale Chance, dass das Präsidentenamt nach 227 Jahren zum ersten Mal von einer Frau ausgefüllt wird. Immerhin ist es die mächtigste Position, die derzeit in der Welt zu vergeben ist. Keine kleine Errungenschaft für die Frauenbewegung. Der größte Dienst, den Hillary ihrem Land erweisen könnte, hat jedoch nichts mit ihrem Geschlecht zu tun. Er bestünde darin, den wahrscheinlich gefährlichsten Kandidaten in der Geschichte der US-Demokratie vom Weißen Haus fernzuhalten.
   

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