Keine Ruhe

Klassik Radio Meinungssache

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Deutschland kommt nicht zur Ruhe. Anschläge und der Amoklauf von München erschüttern die Republik. Die Pressestimmen.
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Der Amoklauf von München, Terror-Tote in Nizza und Würzburg: Horrormeldungen überschlagen sich diesen Sommer. Viele fragen sich: Sind wir denn nirgends mehr sicher? Die Antwort ist bitter: Nein, sind wir nicht. Und wir werden es niemals sein. Wer jetzt nach schärferen Waffengesetzen oder Bundeswehr-Einsätzen im Inland ruft, mag es gut meinen. Doch er gaukelt den Menschen nur vor, der Staat könne seine Bürger vor den unberechenbaren Selbstmord-Mördern schützen. Wir haben schon ein scharfes Waffenrecht. Und: Auch Soldaten vor Einkaufszentren können nicht jeden wild Entschlossenen stoppen. Bessere Kontrollen beim illegalen Waffenhandel im Internet mögen helfen. Amok-Gesetze tun es nicht.

Die Welt

Nizza, Würzburg, München. Ein Neunzehntonner-Lkw, eine Axt, eine Pistole. Und einer, der die mörderische Waffe bedient hat, jeweils ein Einzeltäter. In Nizza ein 31-jähriger tunesisch-französischer Migrant, offenbar mit kurzzeitig zugelegtem islamistischem Hintergrund, in Würzburg ein 18-jähriger Flüchtling aus Afghanistan, dessen wahre Identität nicht wirklich klar ist, in München ein 18-jähriger Deutsch-Iraner ohne erkennbaren religiösen oder politischen Hintergrund. Es geht offenbar einiges durcheinander in den Köpfen der mörderischen Einzelgänger. Und meistens finden sich anschließend politisch-religiöse Strategen, die daraus Kapital zu schlagen versuchen. Terroranschläge in den Zeiten des Internet, reale mörderische Gewalt, viral übertragen wie die gemeine Grippe. Offenbar ansteckend, ob mit oder ohne politischen oder religiösen Hintergrund.

Badische Neueste Nachrichten

Die Wahrheit ist, dass die Politik auf solche Taten keine Antworten geben kann. Kein Gesetz, keine Vorschrift und keine Polizei dieser Welt können eine solche Tat verhindern. Diese Wahrheit ist unangenehm, weil sie keine Sicherheit schafft. Aber sie ist notwendig. Auch um zu erkennen, dass hier nicht die Politik gefragt ist, sondern die Menschen. München hat deutlich gemacht, dass die Gesellschaft in Krisenzeiten eine große Solidarität und ungeheuren Zusammenhalt entwickeln kann. Offene Türen, helfende Hände und tröstende Worte machen den Schmerz teilbar. Die richtige Antwort auf den Hass eines Einzelnen ist die Menschlichkeit von vielen.
   

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