Kleines Land – ganz groß

Klassik Radio Meinungssache

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Island hat 330.000 Einwohner und hat trotzdem ein unglaubliches Selbstbewusstsein. Die Pressestimmen.
Süddeutsche Zeitung

Die Isländer haben nicht nur einen neuen Präsidenten gewählt, sie haben gegen die politische Führung ihres Landes gestimmt. Der Wahlsieger ist das Gegenteil seines Vorgängers, kein Politiker, sondern Wissenschaftler, kein Macher, sondern ein Erklärer. Guðni Jóhannesson will nicht Partei ergreifen, er will alle Isländern einen, jedem helfen, niemanden benachteiligen. Es ist ein theoretisches, ein unmögliches Ziel, mehr ein Symbol: Alles soll anders werden, auch wenn noch unklar ist, wie.

Die Welt

Wo nehmen die Isländer das Personal her - nicht nur für den diplomatischen und für den öffentlichen Dienst, die Krankenhäuser, Schulen, Universitäten und Musikhochschulen, auch für den Betrieb ihrer Airlines, zweier internationaler und
mindestens sechs inländischer Flughäfen, der Fischfangschiffe, Kunsthallen und Bibliotheken? Nun, die Isländer sind selber überrascht, dass sie so wenige sind. Sie denken nicht darüber nach, wie sie es dennoch schaffen, den Laden am Laufen zu halten; lieber weisen sie darauf hin, dass sie „per capita“ in fast allen Bereichen die Nase vorn haben. Dass sie nun in der Fußball-Europameisterschaft weiter gekommen sind, als sie je erhofft haben, zeigt einmal mehr, dass man sie ernst nehmen muss. 30.000 Isländer halten sich derzeit in Frankreich auf – zehn Prozent der Bevölkerung. Per capita haben sie die EM schon gewonnen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Tatsächlich ist die Zwischenbilanz aus fußball-ökonomischer Sicht sensationell. Noch einmal zum Mitstaunen: Island hat in der Vorrunde Portugal und Österreich hinter sich gelassen und kein Spiel verloren. Dabei leben auf der Insel nur 320.000 Menschen, so viele wie in Bielefeld. Der nationale Fußballverband mit dem klingenden Namen „Knattspyrnusamband“ zählt 22.000 Mitglieder, weniger als Bayer Leverkusen. Das größte Stadion des Landes fasst 15.000 Zuschauer, ist für deutsche Verhältnisse also höchstens zweitligatauglich. Es wird noch krasser: Der Marktwert des 23 Spieler zählenden Kaders der isländischen Mannschaft belief sich vor Turnierbeginn auf knapp 45 Millionen Euro, für diese Summe hätte man sie also allesamt verpflichten können. Der Portugiese Cristiano Ronaldo allein wird auf dem Transfermarkt fast dreimal so hoch bewertet wie alle Isländer zusammen; nimmt man seine Mannschaftskameraden dazu, steigt der Marktwert auf mehr als 320 Millionen Euro. Auf dem Platz aber hieß das Ergebnis 0:0.
   

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