Lasst, die Ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!

695 Jahre Todestag von Dante Alighieri

lasst,-die-ihr-eintretet,-alle-hoffnung-fahren © Marc Adamczack
Vor 695 Jahren stirbt einer der bedeutendsten Schriftsteller und Poeten der Literaturgeschichte: Dante Alighieri, dessen „Göttliche Komödie“ (kurz: Commedia) bis heute Menschen in ihren Bann zieht und seit jeher als Inspirationsquelle für Kunst, Literatur und Filme dient.
„Durch mich geht man hinein zur Stadt der Trauer,
Durch mich geht man hinein zum ewigen Schmerze,
Durch mich geht man zu dem verlornen Volke.(…)
Geschaffen haben mich die Allmacht Gottes,(…)
Vor mir ist kein geschaffen Ding gewesen,(…)
Lasst, die Ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!“

Es sind jene (mittlerweile ikonischen) Worte, die das Höllentor markieren, welches Dante mit Vergil als begleitenden Führer passiert und damit jene Jenseitsreise ihren Anfang nimmt, die Dante aus der Ich-Perspektive schildert.

Beide betreten die Unterwelt und durchqueren zunächst die Hölle, daraufhin das Fegefeuer, ehe Dante seine verstorbene, geliebte Beatrice im Paradies wiedersieht.

Die Commedia erscheint demnach als eine Art spätmittelalterlicher Liebesgeschichte, die in gereimten Elfsilbern geschrieben und in 14.233 Versen verfasst wurde. Dante reflektiert in ihr nicht nur die Jenseitsvorstellung des 13. und 14. Jahrhunderts, sondern skizziert auch die historischen Gegebenheiten seiner Zeit. Zudem ist das Reimschema ein Novum, das sich an Vergils Aeneas orientiert. Hinzu kommt, dass Dante durch die Commedia als Einiger der italienischen Volkssprache angesehen wird, ist sie doch in jenem volgare geschrieben, das die italienische Sprache (vor allem im toskanischen Kulturkreis) bis heute auszeichnet.

Zählt die Commedia zu einem der bekanntesten und wichtigsten Werke der Weltliteratur, so ist über ihren Verfasser nur wenig bekannt. Über Dantes Leben, seine familiäres Umfeld und seine Ausbildung lassen sich nur vage Vermutungen anstellen. Sicher scheint, dass er um 1265 zu Füßen von Santa Maria del Fiore im spätmittelalterlichen Florenz geboren wurde. Seine Werke reflektieren jenen theologisch, philosophischen Geist, der auf eine humanistisch-philologische und philosophische Ausbildung rückschließen lassen; verarbeitet er doch in seinen Werken unter anderem mythologische Themen, die auf das Studium von Ovid, Vergil, Homer oder Horaz vermuten lassen.

Schnell steigt Dante in der florentinischen Machtetage auf: Als Mitglied des „Rat der Hundert“ ist Dante Teil des politischen Machtapparats der Signoria in Florenz. Doch verleiten politische Umbrüche in Italien ihn dazu, Florenz zu verlassen und nach Ravenna ins Exil zu gehen, wo er ab 1307 seine berühmte Commedia verfasst.

Ihre Wirkung zeigt sich in einer besonderen Rezeptionsgeschichte in Kunst, Musik und Film. Herausragend sind die Illustrationen von Sandro Botticelli oder Gustave Doré oder das berühmte Höllentor von Auguste Rodin.

Sie inspirierte Liszt zu seiner „Dante-Sinfonie“ und Tschaikowsky zu seiner sinfonischen Phantasie „Francesca da Rimini“.





Dass die Begeisterung für Dante und seine Commedia auch in jüngster Zeit kaum gemindert wurde, beweist der aktuelle Roman von Dan Brown „Inferno“, in dem der Symbologe Robert Langdon erneut eine Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes verhindern soll. Als Lösung eines kryptisch, globalen Rätsels, das sich unter anderem über Florenz und Istanbul erstreckt,  muss Langdon die Commedia wortwörtlich nehmen und so das Rätsel lösen.



„Inferno“ erscheint im Oktober 2016. Der Trailer verspricht einen rasanten Actionthriller aus der Hand Ron Howards, der bereits „The DaVinci Code“ (2006) und „Illuminati“ (2009) eindrucksvoll in Szene setzte.

Dantes Meisterwerk ist demnach immer noch oder wieder aktueller denn je. Ihr Verfasser starb am 14. September 1321 in Ravenna.
 

   

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