Martha mit den Zauberhänden

Projekt Martha Argerich

martha-mit-den-zauberhänden © Fotolia_raimund14
Zum fünfzehnten Mal findet in diesem Jahr das Projekt Martha Argerich statt. Im Rahmen des LuganoMusica versammeln sich rund 70 Künstler um die schweizerisch-argentinische Pianistin.
Das Projekt Martha Argerich versteht sich selbst als permanente Kreativwerkstatt. Vieles des oft kammermusikalischen Repertoires spielen die Künstler zum ersten Mal. Im Mittelpunkt der Darbietungen steht das Klavier. Getragen wird das Projekt Martha Argerich auch durch die Künstler, von denen viele Wiederholungstäter sind. Dazu gehören die Pianisten Nicholas Angelich, Khatia Buniatishvili, Stephen Kovacevich, Karin Lechner, Alexander Mogilevsky, Sergio Tiempo, Giorgia Tomassi, Mauricio Vallina und Lilya Zilberstein; die Violinisten Renaud Capuçon, Ivry Gitlis, Ilya Gringolts, Geza Hosszu- Legocky, Andrey Baranov und Dora Schwarzberg; die Bratschisten Lyda Chen und Nora Romanoff sowie die Cellisten Mischa Maisky und Mark Drobinsky.

In diesem Jahr könnte das Festival zum letzten Mal stattfinden, da einer der Hauptsponsoren sich zurück zieht und noch kein Ersatz gefunden wurde. Höchste Zeit also, dass die Einspielung des Projekts von 2015 in unsere Auswahl ausgewählter Werke kommt: Wemhoff Wochen Liebling.

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Aus dem Klassik Radio Wiki

Dass sich ihr südamerikanisches Temperament auf ihr Klavierspiel überträgt, scheint sich dann zu bestätigen, wenn man ihre Finger über die Klaviatur regelrecht fliegen sieht.

Martha Argerich, La Martha wie ihre Freunde sie nennen, meistert nicht nur die vielleicht schwierigsten Klavierkonzerte; sie scheint sie zu bändigen, gar zu zerreißen. Ihr Spiel: temperamentvoll, voller Kraft, rasant und impulsiv. Ihre Virtuosität und Risikobereitschaft an den Tasten scheint ihr Äußeres zu kontrastieren. Eigentlich ist sie kurzsichtig, doch betritt sie nie mit Brille die Bühne. Das stehe ihrem perfekten Aussehen entgegen.

"Die Löwin am Klavier", so der Titel der 2011 erschienenen Biografie von Olivier Bellamy, wird am 5. Juni in Buenos Aires geboren. Ihren ersten Klavierunterricht erhält sie im Alter von drei Jahren bei Vicente Scaramuzza. Mit fünf gibt sie ihr erstes öffentliches Konzert und mit sieben debütiert sie mit Beethovens 1. Klavierkonzert unter der Leitung von Alberto Castillanos. 
Nach der Übersiedlung der Familie nach Europa setztLa Martha ihre Ausbildung bei Friedrich Gulda fort; sie war und blieb die einzige Schülerin Guldas. Argerich berichtet später, Gulda habe sie gelehrt, das Humoreske in der Musik zu entdecken. Die Lehrzeit bei Gulda trägt Früchte: 1957, mit 16 Jahren, gewinnt sie den 1. Preis beim Ferruccio Busoni Klavierwettbewerb in Bozen und die Geneva International Music Competition. 

Ihre Zukunft scheint unter einem günstigen Stern zu stehen, die großen Konzerthäuser beginnen die Tore für Martha Argerich zu öffnen, und doch ist die rosige Zukunft gefährdet: mit knapp 20 Jahren stürzt sie in eine tiefe Lebenskrise, sie leidet an Depressionen und zieht sich für gut zwei Jahre aus dem öffentlichen und musikalischen Leben zurück. 

Erst die Intervention ihres damaligen Lehrers Stefan Askenase überzeugt sie davon, wieder an die weißen und schwarzen Tasten zurückzukehren und sich von der Idee, Sekretärin zu werden, abzuwenden.  Mit Erfolg. 1965 gewinnt La Martha den 7. Chopin-Wettbewerb in Warschau und wird dadurch weltberühmt. Mehrere Preise und Auszeichnungen bestätigen seit jeher ihren musikalischen Erfolg: ein Grammy 1998 und die Auszeichnung mit dem ECHO Klassik 2000 und 2014, wurden 2005 mit dem Praemium Imperiale gekrönt. 

Martha Argerich fördert zudem den musikalischen Nachwuchs, zum Beispiel durch das Martha Argerich Festival Lugano oder das Martha Argerich Klavierfestival im japanischen Bepo.
   

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