Meinungssache

Die Deutsche Presse kommentiert die Ernennung von Boris Johnson zum britischen Außenminister

meinungssache-vom-15-07-2016
Ein kluger Schachzug oder knallhartes parteipolitisches Kalkül? Theresa May macht Brexit Befürworter Boris Johnson zum Außenminister -
Die Leute die England den Brexit eingebrockt haben sollen die Brexit- Suppe selbst auslöffeln oder zumindest mit auslöffeln, das, vermutet die Bild, ist einer der Gründe, warum die neue britische Premierministerin den Brexit Befürworter Boris Johnson als Außenminister ins Kabinett nimmt. „Ob er sich als Teamplayer erweist?“ fragt die Bild heute Morgen- „wenn nicht weiß er schon was ihm droht – Theresa May setzte gestern Nacht sowohl Justizminister Michael Gove als auch Finanzminister George Osborne vor die Tür. Ohne mit der Wimper zu zucken –
Was meint die Deutsche Presse heute sonst zur Ernennung von Boris Johnson zum Außenminister – 
Ein kluger Schachzug - Viel Schaden kann er im Amt nicht anrichten und als Zündler ist er nun außer Gefecht. Kommentiert die Zeit – Johnson wird als Außenminister, wenn auch am Rande, Teil des Brexit-Kommandos sein. Scheitert es, ist er mit schuld. Späteren populistischen Feldzügen des wortgewandten Wahrheitsverdrehers ist damit der Boden entzogen. Bisher war Johnson wie ein gefährlicher Sprengsatz der britischen Politik, der das Land zerreißen und in eine Krise stürzen kann. May hat nun dafür gesorgt, dass sein Zündmechanismus als Hinterbänkler und Kolumnenschreiber und verantwortungsloser Redner entfernt wird. Was Johnson als Außenminister tun wird, wird auf ihn zurückfallen.
Und Spiegel Online kommentiert:
Johnson mag ein rücksichtsloser Rosstäuscher sein, einer, den man im Wilden Westen wenigstens einmal im Monat geteert und gefedert hätte. Aber in der konservativen Partei ist dieser immer ein wenig zerzaust und auf der Flucht wirkende Sprücheklopfer äußerst beliebt. Viele dieser cricketspielenden Möchtegern-Landadligen, die mit dicken Jacken abends noch den Hund unter tropfenden Bäumen ausführen müssen, hätten ihn gerne an einem wichtigen Drücker des Vereinigten Königreiches gesehen.
Johnson muss die Trümmer, die er vor 10 Downing Street ablud, nun selbst zuvorderst wegräumen. Er ist fürs Erste der Müllmann der Premierministerin und er haftet mit seinem Gesicht dafür, dass die Sache sauber vonstattengeht. Es ist ohne Frage einer der unangenehmeren Jobs, die die europäische Politik derzeit zu vergeben hat, den Johnson da angenommen hat –kommentiert Spiegel Online heute die Ernennung des Brexit- Befürworters Boris Johnson zum britischen Außenminister.

   

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