Mystisches Jubiläum

Jubiläum der Geister

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Heute vor 200 Jahren erlebte Hoffmanns Oper „Undine“ im heutigen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt zu Berlin eine glänzende Uraufführung.
E.(rnst) T.(heodor) A.(madeus) Hoffmann, ein großer Bewunderer Mozarts, hatte nicht nur eine, nicht nur zwei ,sondern gleich mehrere Begabungen: Er wirkte als Dichter, Komponist, Musikkritiker, Karikaturist, Maler und Zeichner – ein absolutes Multi-Talent und wichtigster Vertreter der Hochromantik. Sein breitgefächertes Spezialgebiet umfasste all jenes, was man mit der jungen Sprache als „creepy“ bezeichnen würde: Dämonien, Skurrilität, alles was eben spukt und gruselt: von Seelen- und Geisteserkrankungen aber auch für Ambivalenzen zwischen Realität und Phantasie, Bürgerlichkeit und Exzentrik.

Für E.T.H. Hoffmann gab es nur ein Mittel, womit er zu Berühmtheit und Nachruhm erlangen könne: eine Oper, glaubte er, könnte das Glück meines Lebens machen. Für seine sechste und letzte Oper, die als sein zentrales Bühnenmusikwerk gilt, hat ihm sein Freund Baron Friedrich de la Motte Fouqué das Libretto komponiert – basierend auf seine gleichnamige Märchennovelle.

Zwar konnte diese Komposition nicht mit dem gleichnamigen Werk von Albert Lortzing aufgrund dessen Bühnenwirksamkeit und der zahlreichen Gassenhauer nichtmithalten, jedoch war sie Hoffmanns erste „romantische Zauberoper“ und wurde zum Berliner Publikumsliebling, insbesondere durch das Bühnenbild des damals berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel.

Das Stück ist, anders als oft dargestellt, in seiner ursprünglichen Form nicht durchkomponiert. Die einzelnen musikalischen Abschnitte werden durch Dialoge miteinander verknüpft – nach dem Vorbild des deutschen Singspiels oder etwa der „Opéra comique“. Es ermöglicht dem Zuschauer einen tieferen Einblick in die Charaktere, der seelische Bezug in die einzelnen Figuren ist stärker und intensiver. Umso bedauerlicher, dass dieses Stück heute fast vollständig aus der Theaterwelt vertrieben wurde – laut Carl Maria von Weber eins der geistvollsten Werke, dass uns die neuere Zeit geschenkt hat.

Während die Musik noch stark unter dem Einfluss der klassischen Stilepoche steht, könnte die Handlung heute noch so manchen Harry Potter-Fan begeistern: Verwandlung, Geisterwelten und Zauberei – eben ein echter Hoffmann
   

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