Paderewski: Pianist, Politiker und Patriot

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„Er ist ein Genie, das außerdem noch Klavierspielen kann“, hat Komponist Camille Saint-Saëns über seinen polnischen Kollegen Ignaz Jan Paderewski einmal gesagt. Am 06. November 1860, heute vor 155 Jahren, wurde der Komponist, Klaviervirtuose, Politiker, Großgrundbesitzer und Großverdiener geboren.
Paderewski  hat Bach gespielt, Beethoven und Chopin wie kein anderer und er hat traumhafte Musik  komponiert. Er hat Poeten, Maler und andere Komponisten inspiriert: Saint-Saëns hat ihm eine Polonaise  gewidmet  und Elgar hat seine Musik in Polonia zitiert.

Der amerikanische Präsident  Roosevelt hat ihn einen „modernen Unsterblichen“ genannt.

Er ist der erste Künstler gewesen der allein in der noch frisch erbauten  Carnegie Hall aufgetreten ist.

Parallel dazu lief in der Met eine Oper von ihm.

„Sein einziger Rivale ist er selbst“, haben die Zeitungen am nächsten Tag geschrieben, denn sowohl die Met als auch die Carnegie Hall waren überfüllt. Und als wäre das alles noch nicht genug, ist dieser Mann auch noch unglaublich großzügig gewesen. Konzertgagen hat er gerne und oft gespendet.

Besonders in den USA und in Großbritannien genoss Paderewski hohes Ansehen. Der Klavier- und Flügelhersteller Steinway schloss mit ihm ein Vertrag ab und  benannte ein einen Flügel nach ihm. So kam es 1934 zu einer Filmproduktion „Moonlight Sonata“, in der er sich selbst, viele Stücke unteranderem von Chopin und eigene Kompositionen spielte:



Ignaz Jan Paderewskis Privatleben jedoch durchzogen Schicksalsschläge wie ein roter Faden. Seine Mutter starb nur wenige Monate nach seiner Geburt und sein Vater musste aufgrund seines politischen Engagements ins Gefängnis. Seine erste Ehefrau starb mit nur 20 Jahren und hinterließ ihm einen schwer kranken Sohn.

Auch im Beruf sah es für ihn natürlich nicht immer rosig aus. Er musste immer wieder harte Kritik für sein virtuoses Spiel und seine Kompositionen einstecken. Aber all diese Widrigkeiten waren Quelle für seine außergewöhnliche Persönlichkeit und sein künstlerisches Schaffen. Der gebürtige Pole war ein echter Weltbürger, lebte er in Berlin, Wien, Straßburg und Paris. Seine einzige Heimat blieb jedoch sein Geburtsland.



Neben seiner Karriere als Pianist und Komponist war er aber auch politisch für Heimat Polen aktiv. Er engagierte sich sein Leben lang für Polens Stellung in der Welt. Während des ersten Weltkriegs und in der Wiederaufbauphase führte er die Geschicke des Landes zunächst als Ministerpräsidenten und der Minister für Innere Angelegenheiten. Nachdem er von den zurückgetreten war, führte er die polnische Delegation für Friedenskonferenz von Paris an und unterschrieb für Polen die Versailler Verträge.

Durch seine Erfahrung als Künstler auf dem internationalem Parkett konnte er auch in der Politik gekonnt auftreten und Polen von seiner politischer Isolation befreien.

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